Paulshöhe: Unabhänge Bürger positionieren sich klar für Abriss

Paulshöhe soll spätestens 2018 abgerissen werden.
Die Paulshöhe soll spätestens 2018 abgerissen werden. Schon jetzt fließen keine weiteren Investitionen in Schwerins älteste Sportanlage.

 

(red). Neues in Sachen Paulshöhe:  Der Fraktionsvorsitzende der UB-Fraktion in Schwerin, Silvio Horn, hat sich in einem TV-Interview klar für einen Abriß der Paulshöhe positioniert. Abrißgegner scheinen alle Hoffnungen in den Denkmalschutz zu setzen. Das könnte sich als Trugschluss erweisen.

 

Die beiden Denkmalschutzanträge für die Schwimmhalle in Lankow und dem Sportplatz Paulshöhe, gehen nach Auffassung der Stadtvertretungsfraktion der Unabhängigen Bürger (UB) » komplett an der Realität vorbei«. Das sagte UB-Fraktionsvorsitzender, Silvio Horn in einem Interview gegenüber dem Stadtfernsehen »Schwerin-TV«. Bei der Schwimmhalle Lankow hätte es schon längst Abrisse und Entscheidungen gegeben, ohne dass das Land Einwände erhoben hätte.

 

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Im Hinblick auf die Paulshöhe zeigt Horn durchaus Verständnis dafür, dass die Menschen mit der Sportstätte viele »wichtige und persönliche Erinnerungen verknüpfen«. Der Fußballsport in Schwerin habe in den letzten Jahrzehnten überwiegend auf der Paulshöhe stattgefunden. Andererseits, so betont Horn, gebe es den Stadtvertretungsbeschluss, den Fußballsport der Landeshauptstadt zukünftig auf Lankow zu konzentrieren. Was dort im Moment an »positiver Entwicklung« stattfinden würde, bringe den Fußballsport insgesamt voran.

 

Klare Positionierung für Neuentwicklung

 

Silvio Horn, Fraktionsvorsitzender der UB-Fraktion: Paulshöhe ist hervorragend für Wohnbebauung geeignet.
Silvio Horn, Fraktionsvorsitzender der UB-Fraktion: Paulshöhe ist hervorragend für Wohnbebauung geeignet.

Für den UB-Fraktionschef ist die Paulshöhe für eine »klamme Stadt wie Schwerin« eine ein »hervorragendes Areal, um dort zukünftig Wohnbebauung anzusiedeln«. Horn betont weiter, dass die Stadt auf der Paulshöhe einen enormen Investitionsbedarf hätte, da die Sportstätte marode sei und »so eigentlich heute nicht mehr angeboten werden könnte«. In dem Verkauf der Paulshöhe sieht Horn daher eine große Chance »erhebliche Einnahmen zu generieren«. Der Fraktionschef positioniert sich deshalb eindeutig, dass wenn er die Abwägung zwischen Denkmalschutz und »Neuentwicklung« auf der Paulshöhe treffen müsste, er sich eindeutig für die Bereitstellung von Bauland aussprechen würde. »Zum Fußballsport haben wir Entscheidungen getroffen, die sollten wir nicht noch mal aufmachen«.

 

Nur wenige Unterschriften für Erhalt der Paulshöhe

 

Inwieweit er mit dieser Meinung für eine Mehrheit in der Stadt, über die Stadtvertretung hinaus, spricht, ist schwer einzuschätzen. Zu unübersichtlich ist im Moment das Lager derer, die die Paulshöhe als Sportstätte erhalten wollen und jenen, die die Traditionssportstätte zugunsten von Bauland abreißen möchten. Ein Indiz dafür könnte die Unterstützung der Internetpetition »Rettet die Paulshöhe – denn Tradition darf nicht planiert werden!« sein. Von den benötigten 20.000 Unterzeichnern ist es den Befürwortern des Erhalts der Paulshöhe im vergangenen Jahr gelungen, nur sechs Prozent (1.242 Unterschriften) zusammenzubekommen. Kritiker der Initiative verweisen daher gerne auf diese Petition, um zu belegen, dass die Unterstützung für die Paulshöhe in der Stadt am Ende doch nicht so groß ist, wie immer wieder von den Abrissgegnern behauptet.

 

Abrißgegner hoffen auf Denkmalbehörde

 

Die Abrissgegner setzen im Moment ganz auf den gestellten Denkmalschutzantrag. Dirk Rosehr, der vor einigen Wochen den Antrag beim Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege gestellt hatte, rechnet jeden Tag mit einer Entscheidung. Sorgen macht er sich im Moment darüber, dass der unbefristete Poststreik die Zustellung verzögern könnte. »Ich hoffe nur, dass die Post nicht zu lange streikt und die Reaktion zu dem Denkmalschutz-Antrag bald in meinem Briefkasten liegt.«, sagte Rosehr gestern auf Anfrage.

 

Ob der Antrag schon bearbeitet ist und wann eine Entscheidung kommen wird, das steht im Moment noch in den Sternen.  Eine Anfrage der Redaktion an das Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege blieb bis jetzt unbeantwortet. Selbst wenn die Behörde der Argumentation des Antragstellers folgen sollte, bedeutet ein Eintrag in die Denkmalliste nicht zwangsläufig das Aus für die bisher verfolgten Pläne. Selbst wenn die Sportanlage  unter Schutz gestellt werden sollte, könnte die Paulshöhe am Ende doch noch abgerissen werden, wenn andere Interessen schwerer wiegen als die des Denkmalschutzes. Kann die  Stadt nachweisen, dass sich die Kosten für eine Sanierung auf längere Sicht nicht amortisieren, gilt der Erhalt des Denkmals als unzumutbar. Die Paulshöhe müsste dann am Ende doch Wohnungen für zahlungskräftiges Publikum weichen. Damit könnte sich die scheinbar letzte Hoffnung der Abrißgegner, der Denkmalschutz könnte den Abriss verhindern,  als ein Trugschluss erweisen.

 

Hier das gesamte Video von Silvio Horn auf Schwerin-TV:

 

 

 

Redaktion

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