Streit um Zukunft der Paulshöhe: Stadtvertreter äußern sich zur Abstimmung

Paulshöhe

(sr). Nachdem das Abstimmungsverhalten der Stadtvertreter zur Paulshöhe für Wirbel gesorgt hatte, äußerten sich nun  Stadtvertreter zu ihrem Stimmverhalten.

 

Unser Artikel über das Abstimmungsverhalten der Fraktionen in der Stadtvertretung im Zusammenhang mit der Paulshöhe, sorgte gestern für einigen Wirbel. Schwerin-Lokal berichtete, dass die Mehrheit der Schweriner Stadtvertretung am vergangenen Montag gegen einen Antrag gestimmt hatte, die Paulshöhe aus dem Sportentwicklungskonzept zu nehmen. Nun meldeten sich die ersten Stadtvertreter zu Wort und erklärten ihr Stimmverhalten.

 

Herausnahme der Paulshöhe hätte zur Rückforderung von Fördermitteln führen können

 

CDU-Stadtvertreter Georg Kleinfeld erklärt sein Stimmverhalten
CDU-Stadtvertreter Georg Kleinfeld erklärt sein Stimmverhalten

Der CDU-Stadtvertreter, Georg Kleinfeld, hatte sich im Kommunalwahlkampf immer wieder für den Erhalt der Paulshöhe ausgesprochen. Kleinfeld, der auch Kreisvorsitzender der Jungen Union (JU) ist, hatte damals gesagt: »Wir setzen uns für diese Sportstätte (Paulshöhe – Anm. d. Red.) ein, denn die Schweriner Sportlandschaft lebt. Auch ‚exotische‘ Sportarten wie Cricket und Baseball finden viele Unterstützer. Diese Landschaft kann aber nur blühen, wenn sie Platz dafür hat. So sinnvoll und begrüßenswert die Bündelung in Lankow auch ist, genügen die Kapazitäten nicht – besonders im Winter. Trotz des Haushaltsdefizites und der notwendigen Einschnitte erweist sich die Stadt damit keinen Gefallen, die Sportstätten in unverhältnismäßigem Umfang zuschließen.« Die Junge Union, so Kleinfeld damals, setze sich für die Paulshöhe ein.

 

Umso erstaunter war nun mancher Gegner der Schließung der Traditionssportstätte, dass Kleinfeld als Stadtvertreter gegen die Herausnahme der Paulshöhe aus dem Sportentwicklungskonzept gestimmt hatte. Mit der Herausnahme der Sportstätte, wollten die Befürworter der Weiternutzung der Paulshöhe Zeit gewinnen, um ein eigenes Nutzungskonzept vorlegen zu können. Kein Wunder, dass man nun auf eine Erklärung hoffte. Die kam auf Facebook prompt.

 

Kleinfeld erklärt sein Stimmverhalten damit, dass die Stadt seit einiger Zeit nach dem beschlossenen Sportentwicklungskonzept arbeite. So wären auch Fördermittel und Investitionen seitens der Stadt auf Grundlage dieses Konzeptes beantragt und genehmigt worden. »Eine Abkehr von diesem Konzept, was dieser Antrag bedeutete, hätte zur Folge, dass sämtliche erhaltenen Fördermittel durch die Stadt erstattet werden müssten. Weitere Förderungen würden scheitern. Nun stand ich vor der Frage, welche Wirkung hat welches Handeln? Und was bringt uns voran?«, schreibt Kleinfeld.

 

Weiter gibt er zu, dass sein Stimmverhalten eventuell ein falsches Signal gesetzt haben könnte. Zu seinem Abstimmungsverhalten steht er nach wie vor »Ich bin für die Stadtvertretung mit dem Willen angetreten, den Sport in Leistung und Tradition zu unterstützen. Daher konnte ich dem Antrag der ASK nicht zustimmen. Ich persönlich finde es zielführender den bestritten Weg zu korrigieren und nicht umzukehren. Am Konzept muss weiter gearbeitet, Bedarfe ermittelt und Gespräche müssen mit dem Land geführt werden. Auch wenn ich durch meine Ablehnung ein falsches Zeichen nach außen gesetzt haben könnte, bin ich überzeugt, für die Paulshöhe das Richtige getan zu haben. Daran muss ich mich auch messen lassen und stehe euch dafür auch Rede und Antwort.«

 

»Abriss noch keine beschlossene Sache«

 

CDU-Stadtvertreterin Susanne Herweg sieht am Ende des Prozesses die Schließung der Paulshöhe
CDU-Stadtvertreterin Susanne Herweg sieht am Ende des Prozesses die Schließung der Paulshöhe

Seine Fraktionskollegin, Susanne Herweg, legt in einem Kommentar Wert darauf, dass der Abriss der Paulshöhe noch keine beschlossene Sache sei. »Gestern wurde nur beschlossen, dass Paulshöhe weiterhin Teil eines Konzeptes bleibt, dass aber überarbeitet werden muss. Ob dann tatsächlich die Schließung am Ende steht, ist zwar wahrscheinlich – genau wie es andere Sportstätten treffen würde- aber eben noch längst nicht beschlossen. Es wäre schön, diese Unterschiede kämen in der Diskussion auch heraus.«

 

Veränderung nur über das Gesamtkonzept möglich

 

Der Stadtvertreter der LINKEN, Stefan Schmidt sieht Veränderungsmöglichkeiten nur über das Gesamtkonzept
Der Stadtvertreter der LINKEN, Stefan Schmidt sieht Veränderungsmöglichkeiten nur über das Gesamtkonzept

Der Stadtvertreter der LINKEN, Stefan Schmidt, wirft in seinem Facebook-Beitrag die Frage auf, was eine Herausnahme aus dem Entwicklungskonzept, der Paulshöhe gebracht hätte? Er weißt weiter darauf hin, dass eine Herausnahme der Paulshöhe eventuell zu einer sofortigen Schließung hätte führen können. »Durch das aktuelle Sportentwicklungskonzept ist die Paulshöhe derzeit in ihrem Bestand geschützt.(solange in Lankow nicht die notwendigen Kapazitäten vorhanden sind) Das Herauslösen aus dem Konzept hätte genau diesen Schutz aufgehoben, also genau das Gegenteil von dem bewirkt, was der Antrag ursprünglich hätte bewirken sollen. Wäre dieser Antrag so beschlossen worden, hätte der beratende Beauftragte bzw. das Innenministerium zurecht eine sofortige Stilllegung des Platzes verlangen können, da er dann offensichtlich für die gesamt-fussballsportliche Entwicklung der Stadt nicht mehr für bedeutsam gehalten wird.«, schreibt Schmidt.

 

Und weiter: »Wenn man eine Veränderung möchte, dann wird man schon über das Gesamtkonzept sprechen müssen das übrigens insbesondere mit den betroffenen Vereinen ausgehandelt und gemeinschaftlich verabschiedet wurde. Ich will ja nicht sagen, dass es nicht möglich sein kann, Fehler zu machen, zu erkennen und auch im Nachhinein zu korrigieren, aber dann sollte man versuchen, gemeinsam an einer vernünftigen Lösung zu arbeiten und nicht unnötige Schnellschüsse fabrizieren. Mit dem Beschluss dieses Antrages wäre eine Rettung der Paulshöhe nahezu unmöglich gewesen.«

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