Wrestling möchte Mecklenburg erobern

Nach dem großen Boom der 90ér Jahre möchte sich der Wrestlingsport nun auch in Mecklenburg etablieren
Wer hätte das gedacht? Nach dem großen deutschlandweiten Boom der 90ér Jahre, hat der Wrestlinsport nun Mecklenburg ins Visier genommen.

(hk). In den vergangenen Wochen hat sich die Northern Wrestling Division (NWD) in Mecklenburg gegründet. Sie möchte den Wrestlingsport im Land etablieren. Schwerin-Lokal hat sich diese Neugründung einmal angesehen. 

 

In den 90ér Jahre gehörten sie zu den unbestrittenen Stars in Deutschlands Wohnzimmern: Wenn Hulk Hogan, Ultimate Warrior, Undertaker, Brett »The Hitman« Hart und wie sie alle hießen, aufeinander losgingen, dann war Fernsehunterhaltung garantiert.

 

Deutschland war für die damals bekannteste Profiliga aus den USA, der World Wrestling Federation (WWF) der drittgrößte Markt. Legendär ist bis heute der Streit vor den Gerichten, den der Privatsender RTL 2 führte, damit die Kämpfe auch im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt werden können. Der Sender scheiterte damals und die Richter stuften Wrestling als »jugendgefährdend« ein. Wenige Jahre später verschwand Wrestling völlig aus aus dem Free-TV und der Hype schien vorbei zu sein.

 

 Wrestling kann in Mecklenburg Fuß fassen

 

Sir Edward, Barbarossa's Enkel  und Gold Money  möchten den Wrestlingsport in Mecklenburg etablieren
Das NWD-Präsidium „Sir Edward“, „Barbarossa’s Enkel“ und „Gold Money“ (v.l.n.r.) möchten den Wrestlingsport in Mecklenburg etablieren Foto: Tony Rhode

An den Boom der 90ér Jahre möchte nun die neugegründete »Northern Wrestling Division (NWD)« in Mecklenburg anschließen. Wrestling, da sind sich die Gründer sicher, kann in Mecklenburg Fuß fassen. »Wrestling ist eine schöne Möglichkeit für viele Menschen, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen, Sport zu treiben. Hier ist jeder Typ gefragt.«, sagt André Rohloff, der als »Barbarossa’s Enkel« zum Präsidium der NWD in Mecklenburg gehört. Die NWD möchte daher allen Sportclubs in Mecklenburg-Vorpommern als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

 

 »Wrestling ist Vollkontakt«

 

Es gibt kaum eine Verletzung, die "Crazy Sexy Mike" in seiner Wrestlingkarriere noch nciht erlitten hat. trotzdem kann er sich nichts besseres vorstellen
Es gibt kaum eine Verletzung, die „Crazy Sexy Mike“ sich in seiner Wrestlingkarriere noch nicht zugezogen hat. trotzdem kann er sich nichts besseres vorstellen

Auch wenn die Kämpfe abgesprochen sind und die Veranstalter schon, bevor die Kämpfer in den Ring steigen, bestimmt haben, wie der Kampf ausgeht, ist Wrestling eine Extremsportart. Der Wrestler »Crazy Sexy Mike« aus Berlin zeigt seine Narben. »Wrestling ist Vollkontakt«, sagt er. Seine Schulter sei einmal gesprengt gewesen. Immer wieder sei sie dann ausgekugelt. »Hab ick selbst immer wieder eingerenkt, jedes Mal«, sagt der Hüne aus Berlin. Seit 1994 betreibt er Wrestling und hat so ziemlich alles mitgenommen, was passieren kann. Elle und Speiche seien doppelt gebrochen gewesen, auch sechs Rippen und dreimal die Nase. Bei Prellungen, Blutergüssen „und so anderem Kleinkram“ habe er längst aufgehört mitzuzählen.

 

Wieso tut ein Mensch sich so etwas an, fragt man sich angesichts dieser Schilderungen unwillkürlich? „Ich hab durchs Wrestling Sachen erlebt, die ich so nie gemacht hätte“, verteidigt Mike seine Entscheidung. Der gelernte Erzieher ist in der Welt rumgekommen: Auftritte in der Türkei, dem Libanon, in ganz Europa und sogar auf La Réunion im Indischen Ozean, sei er gewesen. Früher habe er Autoreifen verkauft und in einem Imbiss gejobbt. Mit seinem Bruder Ahmed Chaer spielte er anfangs die Kämpfe von Terence Hill und Bud Spencer nach. Heute ist er einer von nur 15 Kämpfern in Deutschland, die sich als Voll-Profis ihr Leben finanzieren können. Anfänger würden mit 50 Euro pro Kampf beginnen. Das reicht häufig nicht für die Spritkosten zu den Veranstaltungen.

 

Es geht um den Mecklenburg-Champion-Titel

 

Unterstützung erhält die Neugründung in Mecklenburg aus Berlin. Hier hat sich die German Wrestling Federation (GWF) inzwischen etabliert und veranstaltet seit 1996 monatliche Wrestling-Shows.

 

Die NWD debütiert am 18. Oktober um 19:00 Uhr im Bürgersaal von Waren (Müritz). Wer Lust hat, an diesem Tag Wrestlingflair zu erleben, kann schon jetzt für 15,00 Euro statt 20,00 Euro an der Abendkassse hier Karten bestellen. Erstmalig wird an diesem Abend ein »Meck-Pomm Champion« gekrönt werden.

 

Die NWD-Gründer  denken aber schon jetzt in die Zukunft.  „Wir suchen Kampforte in ganz Mecklenburg-Vorpommern, um den Wrestlingsport zu etablieren und in Sportvereinen zu integrieren.“, sagt Barbarossa´s Enkel und man merkt ihm an, dass das keine Show ist. Der Wrestlingsport hat Mecklenburg ins Visier genommen.

Wrestling (IV)

 

 

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