101-jährige Patientin möchte bald wieder tanzen gehen

Angeregte Plauderei beim Spaziergang über den Stationsflur: Chefarzt Dr. Michael Lerch und die 101-jährige Charlotte Neese. Bild: Helios-Kliniken.
Angeregte Plauderei beim Spaziergang über den Stationsflur: Chefarzt Dr. Michael Lerch und die 101-jährige Charlotte Neese. Bild: Helios-Kliniken.

(am). Normalerweise hört man immer vor allem von Dingen, die nicht laufen oder gelingen. Das Unglück bekommt eine Schlagzeile. Die spektakuläre Rettung schafft es vielleicht auf die Titelseite. Das aber, was man so hinlänglich als Glück bezeichnet – in der ARD-Themenwoche war dies mal anders –, das ist oft noch nicht mal eine Fußnote wert. Umso froher waren wir, als uns die nachstehende Geschichte von den den Helios-Kliniken Schwerin erreichte. Hauptperson ist Charlotte Neese. Und wenn man auch bei Frauen sonst nicht über das Alter spricht. Bei ihr kommt man gar nicht umhin. Denn die 101-jährige Patientin – vor dem Ersten Weltkrieg geboren – möchte nach ihrer Genesung wieder Tanzen gehen:

Im Mai feierte Charlotte Neese ihren 101. Geburtstag. Die agile Rentnerin erfreute sich bislang bester Gesundheit und strotzt vor Lebensfreude. Ende Oktober warf eine schwere Infektion sie jedoch aus der gewohnten Bahn. Mit einer Lungenentzündung kam sie in die HELIOS Kliniken Schwerin.

Obwohl die Behandlung gut anschlug, zehrten die schwere Erkrankung und die notwendigen Therapien an Charlotte Neeses körperlichen Reserven. Um ihre Mobilität und die Fähigkeit zur selbstständigen Lebensführung zurückzugewinnen, wurde sie eine der ersten Patientinnen, die auf der frisch umgebauten geriatrischen Station G9 behandelt wurde.

Schnell wurde sie zur Lieblingspatientin von Chefarzt Dr. Michael Lerch, vor allem wegen ihres unerschütterlichen Lebensmutes und ihrer beispielhaften Mitarbeit bei den Therapien. „Ich habe selten einen so betagten Menschen gesehen, der nicht nur geistig und körperlich fit, sondern auch noch so aktiv und lebensbejahend ist. Das ist wirklich ein gutes Beispiel für ein „gesundes Altern““, sagt der erfahrene Altersmediziner. Schon bei ihrer ersten Begegnung hatte Charlotte Neese dem Chefarzt ihr persönliches Therapieziel so vorgegeben: „Herr Doktor, jetzt habe ich schon zwei Tanznachmittage versäumt. Ich möchte möglichst bald wieder tanzen gehen.“ Regelmäßig einmal in der Woche besucht die hochbetagte Schwerinerin nämlich seit Jahren diese Nachmittage und ist als aktive Tänzerin dort gern gesehen. Daneben liest sie viel, schreibt Briefe, telefoniert leidenschaftlich gern und singt bei jeder Gelegenheit.

Um dafür wieder die notwendige Kraft zu haben, trainiert Charlotte Neese fleißig täglich in der Klinik. Die neue Station bietet dafür beste Voraussetzungen: neben der medizinischen und pflegerischen Behandlung der schweren Entzündung sorgen physio- und ergotherapeutische Behandlung sowie medizinische Trainingstherapie an Geräten für eine schrittweise „Gesundung“ der rüstigen Seniorin. Diese schmiedet bereits wieder Zukunftspläne: 107 Jahre möchte sie werden, älter als Johannes Heesters und Bertha Klingberg.

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