Wie viel Vorbereitung braucht ein gutes Gespräch?

Foto: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de
Foto: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

(hjk). Stellen Sie sich vor, Sie wollen sich ein neues Auto kaufen. Ist es da nicht sehr wahrscheinlich, dass Sie sich vorher ziemlich genau festlegen, welche Details für Sie wichtig sind, wie Ihr Zeitplan sein wird und wie Sie bei einem möglichen Verhandlungsgespräch das Beste für sich rausholen?

 

Warum sollte es bei Ihren Personalgesprächen anders sein? Solche Gespräche, auch kurze, sind wichtig. Ohne Gesprächsvorbereitung in so ein Gespräch hineinzugehen, oder sich in ein solches verwickeln lassen, birgt das Risiko, viel zu reden aber kein Ergebnis zu erzielen.

 

Wie oft höre ich in meinen Coachings, wenn ein wichtiges, nicht zu verschiebendes, Personalgespräch zu  den Hausaufgaben des Teilnehmers gehörte, den Satz:

 

„Ja, gesprochen haben wir. War auch ganz gut, aber es kam überhaupt nichts dabei raus!“.

 

Die Gründe, die ich dann auf Nachfrage bekomme, sind breit gefächert. Mal sind es dringend benötigte Details, die nicht parat waren, manchmal, weil Emotionen hochkochten und das Gespräch belastet haben, mal weil einer der Gesprächspartner nur sehr begrenzt Zeit hatte und das Gespräch abbrach oder einfach nur, weil während des Gespräches immer mehr und unbekannte Dinge auf den Tisch kamen.

 

Als Faustregel gilt für mich, dass ich mindestens 20% der Zeit der geplanten Gesprächsdauer für die Vorbereitung benötige, je länger die geplante Dauer, umso höher der prozentuale Anteil. Aber was  genau kann man vorbereiten, damit ein Gespräch den  erhofften Erfolg bringt?

 

  •  Wählen Sie bewusst und überlegt Zeit, Ort und Dauer für ein Gespräch bewusst , nicht willkürlich oder ad hoc.
  •  Laden Sie Ihren Gesprächspartner in adäquater Art und Weise ein, für ein Gespräch ohne Vorbelastung, dies kann unter Umständen sogar eine vertrauliche Einladung sein.
  •  Schreiben Sie sich Gesprächsziel, Hauptpunkte und evtl. sogar Details auf, damit Sie nichts vergessen und das Gespräch entsprechend moderieren können.
  •  Bereiten Sie sich auf mögliche Fragen und Emotionen  vor, überlegen Sie sich Antworten, mögliche Reaktionen aber auch insbesondere Ihre eigenen Fragen. Das macht Sie souverän und authentisch.

 

Denken Sie daran, Ihr guter Mitarbeiter ist für Sie evtl. wertvoller als Ihr Auto, warum also ein Risiko in Kauf nehmen, wenn es auch anders geht?

Über unseren Gastautor
 

Hans-Joachim Kölln hilft Unternehmen bei der Entwicklung von Personalrekruting-Strategien

Nach technischen und kaufmännischen Ausbildungen in der Industrie, startete Hans-Joachim Kölln seine Karriere als Vertriebsleiter im Verkauf in einem Hamburger Vertriebsbüro. 
 
 
Viele Jahre arbeitete er als Sales-Director für verschiedene internationale Konzerne.  Im Rahmen von Konzern-Fusionen übernahm er neben den verkäuferischen Führungstätigkeiten auch die Aufgabe, internationale Projekte zur Integration neuer Konzernteile zu begleiten. 2004 verließ H.-J. Kölln, als Director Marketing und Sales Services den Verkauf.
Neue Aufgaben neben den klassischen Marketingfunktionen waren unter anderem Verantwortlichkeiten in Bereichen der Prozessentwicklung, Schnittstellendefinitionen sowie Supply Chain Development.
 
Hier entdeckte er das Interesse für die Arbeit mit Menschen im Umfeld erfolgreicher Unternehmensentwicklung und Mitarbeiterführung und hat dies seit 2010 als Inhaber der Unternehmensberatung KMU-Training-Nord  zu seinem Beruf gemacht.  Seine Leitlinie ist: „ Nur was man messen kann, kann man auch lenken“.
 
Unternehmenserfolg wird von Menschen gemacht. Menschen brauchen dazu Fähigkeiten und Motivation. Dafür das geeignete Umfeld zu schaffen, ist die primäre Aufgabe des Unternehmers sowie des Vorgesetzten.  Erfolg muss messbar sein, und sich objektiven Prüfungen stellen können.
 
Als Ihr UNTERNEHMENS-RATGEBER schreibt er nun regelmässig Ratgeber auf Schwerin-Lokal.de.

Über den Autor

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