Sa, 13. Juni 2026
Close

Bekommt Schwerins Flippermuseum einen zentrumsnahen Standort?

Wer kann sich noch an die guten alten Flippper erinnern? In Schwerin gibt es seit einigen Jahren ein Flippermuseum. Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow besuchte es und versprach gleich Unterstützung für einen

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht November 17, 2015

Schw­erin, 17.11.2015. (red/pm). Wer kann sich noch an die guten alten Flipp­per erin­nern? In Schw­erin gibt es seit eini­gen Jahren ein Flip­per­mu­se­um (wir berichteten vor einiger Zeit). Ober­bürg­er­meis­terin Ange­li­ka Gramkow besuchte es und ver­sprach gle­ich Unter­stützung für einen großen Traum der Ini­tia­toren. 

 

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow zu Besuch bei Tobias Struck (Mitte) und Arne Hennes (rechts) im Flippermuseum. © LHS
Ober­bürg­er­meis­terin Ange­li­ka Gramkow zu Besuch bei Tobias Struck (Mitte) und Arne Hennes (rechts) im Flip­per­mu­se­um. © LHS

 

Tobias Struck und Arne Hennes verbindet ein ungewöhn­lich­es Hob­by. Bei­de sind Inge­nieure von Beruf. Bei­de haben eine große Schwäche für alte Flip­per­auto­mat­en, von denen es weltweit noch etwa 5 Mil­lio­nen Stück in Pri­vathaushal­ten geben soll. Lieb­haber­stücke.

 

ANZEIGE
Werbung Rohrexperten

 

Auch Tobias Struck und Arne Hennes haben alte Spielau­to­mat­en pri­vat gesam­melt und wieder in Schuss gebracht. Bis es irgend­wann zu eng in der Woh­nung war und sie fest­gestellt haben, dass es für den Fam­i­lien­frieden bess­er ist, wenn sie ihre Sam­mellei­den­schaft in ein Muse­um aus­lagern. Das Ergeb­nis ist das Schw­er­iner Flip­per­mu­se­um, gegrün­det 2007 und geführt von einem ehre­namtlichen Vere­in mit aktuell 10 Mit­gliedern. Ein Muse­um zum Spie­len und Anfassen für Gäste aus Nah und Fern. Einzi­gar­tig im Nor­den Deutsch­lands, weshalb mehr als die Hälfte der jährlich 4000 Besuch­er von außer­halb der Lan­des­gren­zen Meck­len­burg-Vor­pom­merns kommt.

 

Flippermuseum näher am Stadtzentrum

 

„Und wis­sen Sie, warum meine Frau sich wegen dieses selt­samen Hob­bys nicht schei­den lässt? Weil wir anderen Men­schen mit diesem Muse­um Glücksmo­mente schenken“, scherzt Tobias Struck als Ober­bürg­er­meis­terin Ange­li­ka Gramkow das ehre­namtlich geführte Muse­um besucht. Es gibt näm­lich ein Prob­lem. Auf Dauer kann und will der Vere­in mit dem Flip­per­mu­se­um nicht in der Friesen­straße bleiben. Zu weit ab vom Schuss für eine Touris­te­nat­trak­tion und nicht groß genug. Kann die Stadt bei der Suche nach einem neuen Stan­dort helfen? Die Ober­bürg­er­meis­terin sagt Unter­stützung zu. Ein erster Besich­ti­gung­ster­min wurde dieser Tage vere­in­bart. „Aber wir ste­hen noch am Anfang. Ein neuer Stan­dort näher am Stadtzen­trum wäre aber ide­al“, pflichtet Ange­li­ka Gramkow den Musems­be­treibern bei.

 


 

Derzeit ist das Flip­per­mu­se­um in der Friesen­straße 29 unterge­bracht. Auf 400 Quadrat­metern sind in unter­schiedlichen The­men­räu­men mehr als 120 Geräte unterge­bracht, 90 davon Flip­per. Und in den Keller­räu­men befind­en sich 120 weit­ere Geräte, die noch nicht aufgestellt wer­den kon­nten. „Unsere Mit­glieder lieben es, diese alten Geräte wiederzubeleben“, erzählt Arne Hennes. Und mache Stunde ver­brin­gen sie dann damit, die Tech­nik wieder auf Vor­der­mann zu brin­gen oder zu repari­eren. Denn in einem Muse­um, in dem gespielt wer­den darf, geht auch einiges kaputt.

 

Die ältesten Auto­mat­en stam­men aus den 1930er Jahren. Damals waren Leipzig und Dres­den noch führend in der Pro­duk­tion von Flip­per­auto­mat­en. Auch einige Exoten präsen­tiert das pri­vate Muse­um, so den größten Flip­per der Welt, einen Atari Her­cules oder einen 3D-Flip­per, den Orbitor. The­men­räume ent­führen in die Welt des Films und laden zum Ren­dezvous mit James Bond, dem Demo­li­tion Man, Graf Drac­u­la oder Indi­ana Jones ein. „Hier ver­suchen wir auch neuere Geräte zu bekom­men, zum Beispiel den Ter­mi­na­tor II und TRON“, erzählt Struck. Man kann aber auch zurück in die Antike oder in die unendlichen Weit­en des Wel­traums reisen. Und auch ein „Poly-Play“ ist zu sehen, der einzige in der DDR hergestellte Videospieleau­tomat, der speziell für den Ein­satz in Ferien­heimen entwick­elt wurde.

 

 

Reg­ulär geöffnet ist das Flip­per­mu­se­um immer sam­stags und son­ntags von 14 bis 18 Uhr. Vere­ine oder Grup­pen kön­nen die Räume außer­halb der Öff­nungszeit­en buchen. Auch für Kinderge­burt­stage und Fam­i­lien­feiern ist das Muse­um bestens geeignet. Im Ein­trittspreis von 9 (Erwach­sene) bzw. 5 Euro (Kinder) ist das unbe­gren­zte Spie­len an allen Auto­mat­en inbe­grif­f­en.