Autobahn 14 bei Schwerin:
Warum sich der Vollausbau jetzt bis 2040 verzögert
Eigentlich sollte der älteste A14-Abschnitt bei Schwerin längst ausgebaut werden. Doch nun verzögert sich das Projekt deutlich. Der Baustart könnte erst um 2040 beginnen.

Der seit Jahren angekündigte Vollausbau des ältesten Abschnitts der Autobahn 14 bei Schwerin wird deutlich später beginnen als bislang erwartet. Wie zuerst der „Nordkurier” berichtete, könnte der Baustart erst um das Jahr 2040 erfolgen.
Nach Angaben von Ronald Normann, Direktor der Nordost-Niederlassung der Autobahn GmbH des Bundes, verschiebt sich bereits der Beginn der Planungen um mindestens zwei Jahre. Bis das notwendige Baurecht vorliegt, werde es voraussichtlich rund ein Jahrzehnt dauern. Der eigentliche Baubeginn gehe deshalb „eher in Richtung 2040“, sagte Normann.
Ausbau gilt rechtlich als Neubau
Grund für die lange Vorlaufzeit ist laut Autobahn GmbH ein aufwendiges Planungs- und Genehmigungsverfahren. Der geplante Ausbau zwischen dem Autobahnkreuz Schwerin und der Anschlussstelle Schwerin-Ost wird rechtlich als Neubau einer Autobahn bewertet.
Für zusätzliche Fahrspuren und Standstreifen müssen weitere Flächen versiegelt werden. Damit sind umfangreiche ökologische Gutachten sowie Beteiligungs- und Anhörungsverfahren erforderlich. Diese könnten mehrere Jahre in Anspruch nehmen.
Zudem verzögert sich das Projekt wegen umfangreicher Arbeiten an der benachbarten Autobahn 24. Auf der Strecke seien „mehr Erhaltungsarbeiten notwendig geworden, als uns lieb war“, erklärte Normann. Dadurch seien Kapazitäten gebunden worden, die ursprünglich für die Planung der A14 vorgesehen waren.
Allein im Abschnitt Mecklenburg-Vorpommern laufen derzeit Erneuerungen an vier Brücken der A24. Diese Arbeiten haben Vorrang, damit der Verkehr auf der wichtigen Ost-West-Verbindung weiter rollen kann.
Autobahnabschnitt stammt noch aus DDR-Zeiten
Der betroffene Teil der A14 gehört zu den ältesten Autobahnabschnitten in Mecklenburg-Vorpommern. Die Strecke wurde Anfang der 1980er-Jahre gebaut und endete zu DDR-Zeiten in Höhe Schwerin. Teile des rund 20 Kilometer langen Abschnitts waren damals nur einspurig ausgebaut.
Erst nach der Wiedervereinigung wurden Planungen für einen weiteren Ausbau wieder aufgenommen. Jahrzehnte später prüft der Bund nun einen vollständigen Ausbau mit zusätzlichen Fahrspuren und Standstreifen.
Neben dem Ausbau beschäftigen auch marode Bauwerke die Autobahn GmbH. So steht etwa die Störbrücke bei Plate kurz vor dem Ende ihrer Lebensdauer. Da die Planungen für einen Ersatzneubau noch nicht abgeschlossen sind, soll zunächst eine Behelfsbrücke errichtet werden, um den Verkehr aufrechtzuerhalten.
Für diese Übergangslösung sind in diesem Jahr rund sieben Millionen Euro vorgesehen.
Viele Brücken müssen ersetzt werden
Insgesamt wird der Brückenbau in den kommenden Jahren zu einem Schwerpunkt der Autobahn GmbH im Nordosten. Zahlreiche Bauwerke erreichen ihr Lebensende. Nach Angaben der Niederlassung gibt es allein im Nordosten rund 70 Autobahnbrücken, die perspektivisch ersetzt werden müssen.
Während der Ausbau bei Schwerin noch auf sich warten lässt, kommen die Arbeiten weiter südlich an der A14 voran. Der Lückenschluss zwischen Magdeburg und Wismar wird derzeit für die Jahre 2030 oder 2031 erwartet. Ein weiteres Teilstück zwischen Lüderitz und Stendal soll nach aktuellen Planungen noch vor den Sommerferien für den Verkehr freigegeben werden.



