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Autobahn 14 bei Schwerin:
Warum sich der Vollausbau jetzt bis 2040 verzögert

Eigentlich sollte der älteste A14-Abschnitt bei Schwerin längst ausgebaut werden. Doch nun verzögert sich das Projekt deutlich. Der Baustart könnte erst um 2040 beginnen.

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  • Veröffentlicht März 5, 2026
A14 Ausbau Schwerin
Sym­bol­bild: Hannes Egler auf Unsplash

 

Der seit Jahren angekündigte Vol­laus­bau des ältesten Abschnitts der Auto­bahn 14 bei Schw­erin wird deut­lich später begin­nen als bis­lang erwartet. Wie zuerst der „Nord­kuri­er” berichtete, kön­nte der Baus­tart erst um das Jahr 2040 erfol­gen.

Nach Angaben von Ronald Nor­mann, Direk­tor der Nor­dost-Nieder­las­sung der Auto­bahn GmbH des Bun­des, ver­schiebt sich bere­its der Beginn der Pla­nun­gen um min­destens zwei Jahre. Bis das notwendi­ge Bau­recht vor­liegt, werde es voraus­sichtlich rund ein Jahrzehnt dauern. Der eigentliche Baube­ginn gehe deshalb „eher in Rich­tung 2040“, sagte Nor­mann.

Ausbau gilt rechtlich als Neubau

Grund für die lange Vor­laufzeit ist laut Auto­bahn GmbH ein aufwendi­ges Pla­nungs- und Genehmi­gungsver­fahren. Der geplante Aus­bau zwis­chen dem Auto­bahnkreuz Schw­erin und der Anschlussstelle Schw­erin-Ost wird rechtlich als Neubau ein­er Auto­bahn bew­ertet.

Für zusät­zliche Fahrspuren und Stand­streifen müssen weit­ere Flächen ver­siegelt wer­den. Damit sind umfan­gre­iche ökol­o­gis­che Gutacht­en sowie Beteili­gungs- und Anhörungsver­fahren erforder­lich. Diese kön­nten mehrere Jahre in Anspruch nehmen.

Zudem verzögert sich das Pro­jekt wegen umfan­gre­ich­er Arbeit­en an der benach­barten Auto­bahn 24. Auf der Strecke seien „mehr Erhal­tungsar­beit­en notwendig gewor­den, als uns lieb war“, erk­lärte Nor­mann. Dadurch seien Kapaz­itäten gebun­den wor­den, die ursprünglich für die Pla­nung der A14 vorge­se­hen waren.

Allein im Abschnitt Meck­len­burg-Vor­pom­mern laufen derzeit Erneuerun­gen an vier Brück­en der A24. Diese Arbeit­en haben Vor­rang, damit der Verkehr auf der wichti­gen Ost-West-Verbindung weit­er rollen kann.

Autobahnabschnitt stammt noch aus DDR-Zeiten

Der betrof­fene Teil der A14 gehört zu den ältesten Auto­bahn­ab­schnit­ten in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Die Strecke wurde Anfang der 1980er-Jahre gebaut und endete zu DDR-Zeit­en in Höhe Schw­erin. Teile des rund 20 Kilo­me­ter lan­gen Abschnitts waren damals nur ein­spurig aus­ge­baut.

Erst nach der Wiedervere­ini­gung wur­den Pla­nun­gen für einen weit­eren Aus­bau wieder aufgenom­men. Jahrzehnte später prüft der Bund nun einen voll­ständi­gen Aus­bau mit zusät­zlichen Fahrspuren und Stand­streifen.

Neben dem Aus­bau beschäfti­gen auch mar­o­de Bauw­erke die Auto­bahn GmbH. So ste­ht etwa die Stör­brücke bei Plate kurz vor dem Ende ihrer Lebens­dauer. Da die Pla­nun­gen für einen Ersatzneubau noch nicht abgeschlossen sind, soll zunächst eine Behelfs­brücke errichtet wer­den, um den Verkehr aufrechtzuer­hal­ten.

Für diese Über­gangslö­sung sind in diesem Jahr rund sieben Mil­lio­nen Euro vorge­se­hen.

Viele Brücken müssen ersetzt werden

Ins­ge­samt wird der Brück­en­bau in den kom­menden Jahren zu einem Schw­er­punkt der Auto­bahn GmbH im Nor­dosten. Zahlre­iche Bauw­erke erre­ichen ihr Lebensende. Nach Angaben der Nieder­las­sung gibt es allein im Nor­dosten rund 70 Auto­bahn­brück­en, die per­spek­tivisch erset­zt wer­den müssen.

Während der Aus­bau bei Schw­erin noch auf sich warten lässt, kom­men die Arbeit­en weit­er südlich an der A14 voran. Der Lück­en­schluss zwis­chen Magde­burg und Wis­mar wird derzeit für die Jahre 2030 oder 2031 erwartet. Ein weit­eres Teil­stück zwis­chen Lüderitz und Sten­dal soll nach aktuellen Pla­nun­gen noch vor den Som­mer­fe­rien für den Verkehr freigegeben wer­den.