Di, 10. Februar 2026
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Wichtige Verbindung für Schwerin:
A14-Ausbau soll 2026 spürbar vorankommen

Für Schwerin rückt die direkte Autobahnverbindung nach Sachsen-Anhalt ein Stück näher: 2026 sollen an der A14-Nordverlängerung entscheidende Abschnitte freigegeben werden. Trotz Rückschlägen ist die Finanzierung nun gesichert.

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  • Veröffentlicht Dezember 23, 2025
Bauende bei Karstädt 2024. Foto: Frank ErittEigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Link

„Es wächst zusam­men, was zusam­menge­hört”. Dieser Satz des früheren Bun­deskan­zlers Willy Brand (SPD) begleit­et die A14-Nord­ver­längerung seit Jahren. Im kom­menden Jahr kön­nte er greif­bar­er wer­den als je zuvor. Nach einem von Verzögerun­gen und Unsicher­heit­en geprägten Jahr 2025 soll das Großpro­jekt zwis­chen Magde­burg und Schw­erin im kom­menden Jahr deut­lich an Fahrt aufnehmen. Zwei weit­ere Abschnitte ste­hen vor der Verkehrs­freiga­be, und mit der Elb­querung bei Wit­ten­berge rückt der lang ersehnte Brück­en­schlag zwis­chen Sach­sen-Anhalt und Bran­den­burg näher. Klar ist aber auch: Bis zur voll­ständi­gen Fer­tig­stel­lung bleibt noch viel zu tun – immer­hin scheint die Finanzierung nun gesichert.

Ein Jahrhundertprojekt in Etappen

Bere­its 2004 beschloss der Deutsch­er Bun­destag den Lück­en­schluss zwis­chen den Auto­bahnkreuzen Magde­burg und Schw­erin. Seit Ende 2011 wird gebaut. Die neue Trasse der A14 wird sich über rund 155 Kilo­me­ter durch Sach­sen-Anhalt, Bran­den­burg und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ziehen. Zehn Anschlussstellen, eine Tank- und Ras­tan­lage bei Dolle sowie mehrere Park­plätze mit WC-Anla­gen gehören zum Gesamtkonzept.

Wo derzeit gebaut wird

Schw­er­punkt der Arbeit­en ist aktuell der Abschnitt zwis­chen Lüderitz und Sten­dal (Süd). Dort wird seit Okto­ber 2025 die Beton­decke einge­baut. Auch zwis­chen See­hausen-Nord und Wit­ten­berge sowie auf weit­eren Teil­stück­en bei Dahlen­warsleben, Wolmirst­edt und Oster­burg laufen die Bauar­beit­en. Beson­ders im Fokus ste­ht die län­derüber­greifende Elb­brücke bei Wit­ten­berge, deren Bau weit fort­geschrit­ten ist.

Hier rollt der Verkehr schon

Einige Teile der A14 sind längst Real­ität. Der erste Abschnitt zwis­chen Wolmirst­edt und Col­b­itz wurde bere­its 2014 freigegeben. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Bran­den­burg ist die Auto­bahn zwis­chen Groß Warnow und Karstädt fer­tiggestellt. In Sach­sen-Anhalt sind derzeit rund 30 Kilo­me­ter befahrbar, zulet­zt kam Ende 2023 der Abschnitt bis Lüderitz hinzu.

Die nächsten Freigaben

Im Früh­som­mer 2026 soll die Strecke von Lüderitz bis zur Anschlussstelle Sten­dal an der B188 freigegeben wer­den. Damit erhält die Kreis­stadt erst­mals einen direk­ten Auto­bah­nan­schluss. Ein weit­er­er Meilen­stein fol­gt mit der Verbindung See­hausen-Nord – Wit­ten­berge inklu­sive Elb­brücke. Zunächst wird ab Som­mer 2026 eine Rich­tungs­fahrbahn genutzt, um den Verkehr der bish­eri­gen B189 aufzunehmen. Die zweite Fahrbahn soll 2027 fol­gen.

Rückblick: Ein schwieriges Jahr 2025

Die ver­spätete Ver­ab­schiedung des Bun­de­shaushalts sorgte im ver­gan­genen Jahr für Unsicher­heit. Eine monate­lange vor­läu­fige Haushalts­führung brachte das Pro­jekt zeitweise ins Wanken, ein Baustopp kon­nte jedoch ver­hin­dert wer­den. Tech­nis­che Prob­leme führten zudem dazu, dass die ursprünglich für Ende 2025 geplante Freiga­be bei Sten­dal ver­schoben wer­den musste.

Schwerpunkte 2026

Im kom­menden Jahr soll zwis­chen Lüderitz und Sten­dal (Süd) der Beton­deck­enein­bau abgeschlossen wer­den. Danach fol­gen Ausstat­tung, Beschilderung und der Bau ein­er Parkan­lage. Nördlich von Sten­dal begin­nt zudem der Bau der Uchte­brücke. Auch an der Elb­brücke bei Wit­ten­berge sollen die Arbeit­en plan­mäßig abgeschlossen wer­den.

Finanzierung gesichert, Kosten gestiegen

Anfang Dezem­ber hat der Bund die Mit­tel für die let­zten bei­den fehlen­den Abschnitte bewil­ligt. Ins­ge­samt belaufen sich die Kosten für den A14-Lück­en­schluss inzwis­chen auf rund 2,3 Mil­liar­den Euro, wie das Bun­desverkehrsmin­is­teri­um mit­teilt. Zu Beginn der Pla­nun­gen war noch von deut­lich gerin­geren Sum­men die Rede. Verzögerun­gen durch Kla­gen und die all­ge­meine Baupreisen­twick­lung trieben die Kosten in die Höhe.

Zielmarke 2030

Offiziell gilt weit­er­hin das Jahr 2030 als Ter­min für die voll­ständi­ge Fer­tig­stel­lung. Ob dieser Zeit­plan zu hal­ten ist, hängt maßge­blich vom Start der let­zten bei­den Bauab­schnitte ab. Die DEGES kann dafür noch keinen konkreten Ter­min nen­nen. Sich­er ist jedoch: Mit den nun freigegebe­nen Mit­teln kön­nte 2026 tat­säch­lich zum Wen­depunkt für eines der größten Auto­bahn­neubaupro­jek­te Deutsch­lands wer­den.