Wichtige Verbindung für Schwerin:
A14-Ausbau soll 2026 spürbar vorankommen
Für Schwerin rückt die direkte Autobahnverbindung nach Sachsen-Anhalt ein Stück näher: 2026 sollen an der A14-Nordverlängerung entscheidende Abschnitte freigegeben werden. Trotz Rückschlägen ist die Finanzierung nun gesichert.

„Es wächst zusammen, was zusammengehört”. Dieser Satz des früheren Bundeskanzlers Willy Brand (SPD) begleitet die A14-Nordverlängerung seit Jahren. Im kommenden Jahr könnte er greifbarer werden als je zuvor. Nach einem von Verzögerungen und Unsicherheiten geprägten Jahr 2025 soll das Großprojekt zwischen Magdeburg und Schwerin im kommenden Jahr deutlich an Fahrt aufnehmen. Zwei weitere Abschnitte stehen vor der Verkehrsfreigabe, und mit der Elbquerung bei Wittenberge rückt der lang ersehnte Brückenschlag zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg näher. Klar ist aber auch: Bis zur vollständigen Fertigstellung bleibt noch viel zu tun – immerhin scheint die Finanzierung nun gesichert.
Ein Jahrhundertprojekt in Etappen
Bereits 2004 beschloss der Deutscher Bundestag den Lückenschluss zwischen den Autobahnkreuzen Magdeburg und Schwerin. Seit Ende 2011 wird gebaut. Die neue Trasse der A14 wird sich über rund 155 Kilometer durch Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Zehn Anschlussstellen, eine Tank- und Rastanlage bei Dolle sowie mehrere Parkplätze mit WC-Anlagen gehören zum Gesamtkonzept.
Wo derzeit gebaut wird
Schwerpunkt der Arbeiten ist aktuell der Abschnitt zwischen Lüderitz und Stendal (Süd). Dort wird seit Oktober 2025 die Betondecke eingebaut. Auch zwischen Seehausen-Nord und Wittenberge sowie auf weiteren Teilstücken bei Dahlenwarsleben, Wolmirstedt und Osterburg laufen die Bauarbeiten. Besonders im Fokus steht die länderübergreifende Elbbrücke bei Wittenberge, deren Bau weit fortgeschritten ist.
Hier rollt der Verkehr schon
Einige Teile der A14 sind längst Realität. Der erste Abschnitt zwischen Wolmirstedt und Colbitz wurde bereits 2014 freigegeben. In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg ist die Autobahn zwischen Groß Warnow und Karstädt fertiggestellt. In Sachsen-Anhalt sind derzeit rund 30 Kilometer befahrbar, zuletzt kam Ende 2023 der Abschnitt bis Lüderitz hinzu.
Die nächsten Freigaben
Im Frühsommer 2026 soll die Strecke von Lüderitz bis zur Anschlussstelle Stendal an der B188 freigegeben werden. Damit erhält die Kreisstadt erstmals einen direkten Autobahnanschluss. Ein weiterer Meilenstein folgt mit der Verbindung Seehausen-Nord – Wittenberge inklusive Elbbrücke. Zunächst wird ab Sommer 2026 eine Richtungsfahrbahn genutzt, um den Verkehr der bisherigen B189 aufzunehmen. Die zweite Fahrbahn soll 2027 folgen.
Rückblick: Ein schwieriges Jahr 2025
Die verspätete Verabschiedung des Bundeshaushalts sorgte im vergangenen Jahr für Unsicherheit. Eine monatelange vorläufige Haushaltsführung brachte das Projekt zeitweise ins Wanken, ein Baustopp konnte jedoch verhindert werden. Technische Probleme führten zudem dazu, dass die ursprünglich für Ende 2025 geplante Freigabe bei Stendal verschoben werden musste.
Schwerpunkte 2026
Im kommenden Jahr soll zwischen Lüderitz und Stendal (Süd) der Betondeckeneinbau abgeschlossen werden. Danach folgen Ausstattung, Beschilderung und der Bau einer Parkanlage. Nördlich von Stendal beginnt zudem der Bau der Uchtebrücke. Auch an der Elbbrücke bei Wittenberge sollen die Arbeiten planmäßig abgeschlossen werden.
Finanzierung gesichert, Kosten gestiegen
Anfang Dezember hat der Bund die Mittel für die letzten beiden fehlenden Abschnitte bewilligt. Insgesamt belaufen sich die Kosten für den A14-Lückenschluss inzwischen auf rund 2,3 Milliarden Euro, wie das Bundesverkehrsministerium mitteilt. Zu Beginn der Planungen war noch von deutlich geringeren Summen die Rede. Verzögerungen durch Klagen und die allgemeine Baupreisentwicklung trieben die Kosten in die Höhe.
Zielmarke 2030
Offiziell gilt weiterhin das Jahr 2030 als Termin für die vollständige Fertigstellung. Ob dieser Zeitplan zu halten ist, hängt maßgeblich vom Start der letzten beiden Bauabschnitte ab. Die DEGES kann dafür noch keinen konkreten Termin nennen. Sicher ist jedoch: Mit den nun freigegebenen Mitteln könnte 2026 tatsächlich zum Wendepunkt für eines der größten Autobahnneubauprojekte Deutschlands werden.



