110-Tonnen-Bagger am Werk: Abbruch der Hochhäuser in Lankow gestartet

Die Abrissarbeiten an den Hochhäusern in Lankow laufen seit heute Morgen: Nach und nach werden nun die die Hochhäuser in der Julius-Polentz-Straße, der Eutiner Straße und der Plöner Straße zu Fall gebracht.

 

 

Ab heute Morgen um 8.30 Uhr geht es für die Hochhäuser in Lankow an das Eingemachte. Die Abbrucharbeiten haben begonnen. Das erste Hochhaus, dass abgetragen wird, ist das Gebäude in der Eutiner Straße. Schon in der vergangenen Woche wurde daher ein tonnenschwerer Longfront Bagger angeliefert. Insgesamt 110 Tonnen wiegt der Bagger. „So etwas hält nicht jede Abbruchsfirma vor.“, sagt WGS-Geschäftsführer, Thomas Köchig, der heute Morgen persönlich beim Abbruch-Start dabei war. 

Insgesamt etwas drei bis vier Bagger gibt es bundesweit in dieser Größenordnung. Daher ist der Zeitplan ziemlich eng getaktet. Viel Spielraum nach hinten raus gibt es bei dem Vorhaben wirklich nicht, da der Bagger schnell wieder an einem anderen Ort in Deutschland benötigt wird. Etwa zwei Wochen dauerte der Abriss eines Hochhauses in Lankow. Danach wird der Bagger dann an die anderen Hochhäuser transportiert, wo er dann ebenfalls zum Abbruch eingesetzt wird. 

 

Hochhäuser waren wirtschaftlich nicht zu retten

 

Viele Schaulustige fanden sich ein, um dabei zu sein, wenn drei Hochhäuser in Lankow abgerissen werden. Ganz ohne Wehmut geht das Ganze nicht ab. Irgendwie gehörten die Häuser bisher immer zur Seele des Stadtteils. Seit 1968 gehören die Hochhäuser zum Stadtteil dazu. Als die WGS vor einigen Jahren die Abrisspläne öffentlich machte, stieß die Wohnungsgesellschaft daher nicht nur auf Verständnis. Sehr viel Spielraum hatte das Unternehmen aber am Ende dann doch nicht. 

 

Foto: Schwerin-Lokal.de | Stefan Rochow

 

Seit Jahren fährt die Wohnungsgesellschaft bei den Gebäuden in der Julius-Polentz-Straße, der Eutiner Straße und der Plöner Straße einen Verlust in Millionenhöhe ein. Die insgesamt 855 Wohnungen in den drei Zehngeschossern erfüllten längst nicht mehr die vorgeschriebenen Sicherheitsstandards und müssten aufwändig instandgesetzt werden. Dieses Geld kann die Gesellschaft allerdings nicht aufbringen. Wirtschaftlich waren die Gebäude daher einfach nicht zu retten. 

Ein 110 Tonnen schwerer Longfront-Bagger begann heute mit dem Abbruch der Hochhäuser in Lankow Foto: Schwerin-Lokal.de | Stefan Rochow

Kurz vor dem geplanten Abbruch hatte die Aktion Stadt- und Kulturschutz (ASK) den Abriss durch einen Antrag an die Stadtvertretung zu stoppen versucht. Das vorgelegte Angebot eines Investors sollte geprüft werden. Schon im vergangenen Jahr haben allerdings schon die Entkernungsarbeiten un die Schadstoffbeseitigung begonnen. Auch sind die Objekte schon Bestandteil der verbürgten Umschuldung der Altschulden der WGS. Die Mehrheit der Stadtvertreter wird daher vermutlich der Ablehnungsempfehlung der Verwaltung auf ihrer Sitzung heute Abend ab 17.00 Uhr folgen.

 

Über 2000 LKW-Ladungen

 

Mit dem sogenannten Longfront-Bagger werden die Betonbauten von oben nach unten „abgeknabbert“. Alleine bei dem Hochhaus in der Eutiner Straße werden rund 21 000 Tonnen Schutt anfallen. Die selbe Menge wird es dann noch einmal für die beiden anderen Hochhäuser geben. Im Juli, so der Plan, soll der Rückbau der Hochhäuser dann abgeschlossen sein. WGS-Geschäftsführer Köchig rechnet mit mehr als 2000 LKW-Ladungen, die abtransportiert werden müssen. Der Abtransport ist daher logistisch die größte Herausforderung für die Planer des Schweriner Ingenieurbüros BBB gewesen, die den Rückbau federführend koordinieren. Den Abriss nimmt das Unternehmen Otto Dörner vor. 

 

Stefan Rochow

Journalist, Unternehmer und Gründer der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Sie erreichen mich per E-Mail unter redaktion@schwerinlokal.de

Diskutieren Sie gerne mit