Puhdys im März letztmalig in Schwerin?

ie Puhdys sind die Ostkultband schlechthin. Nach 45 Jahren verabschieden sie sich nun von der Bühne.
Die Puhdys sind die Ostkultband schlechthin. Nach 45 Jahren verabschieden sie sich nun von der Bühne.

(sr). Am 31.12.2015 gibt die Ostkultband Puhdys ihr letztes Konzert. Danach werden sie sich auflösen. Das gab die Bandmanagerin gestern bekannt. Das Konzert der Puhdys in Schwerin im März könnte daher die letzte Begegnungsmöglichkeit mit der Band in der Landeshauptstadt sein.

Die Puhdys hören auf. Bandmanagerin Ina Nowakowski gab gestern bekannt, dass die erfolgreichste Ost-Band am 31.12.2015 das letzte Konzert geben wird. Geplant ist ein riesiger Auftritt in der O2world in Berlin.

„Es ist keine Ente – wir spielen bis zur Rockerrente“ – das sang die Band schon 1984. Da standen die Puhdys schon 15 Jahre auf der Bühne. Ein Ende war damals tatsächlich noch nicht in Sicht. In diesem Jahr feiern die Ostrocker ihr 45jähriges Bühnenjubiläum. Nun geben Peter „Eingehaengt“ Meyer, Dieter „Quaster“ Hertrampf, Dieter „Maschine“ Birr, Peter „Bimbo“ Rasym und Klaus Scharfschwerdt ihre Abschiedtournee. Am 15.03.2014 kommen sie auch in die Sport- und Kongresshalle nach Schwerin.

Ein Exportschlager Made in DDR

Am 19. November 1969 gab die Band ihr erstes Konzert im Tivoli in Freiberg (Sachsen). Für die Puhdys war das der Beginn einer beispiellosen Karriere in der ehemaligen DDR. Ganze Generationen sind mit dieser Kultband aufgewachsen. Bis heute wurden 32 Alben veröffentlicht, die sich über 22 Millionen Mal verkauften. Weit über 4.000 Mal standen die Jungs bis heute live auf der Bühne.

Während die meisten DDR-Bürger die Mauer als ein undurchlässiges Tor zum Westen erlebten, reisten die Puhdys durch die Welt. 1981 fand sogar einer USA-Tour der Band statt. Im selben Jahr füllten die Puhdys die Westberliner Waldbühne – ganz ohne DDR-Publikum.Für die DDR-Führung war die Band daher ein Exportschlager aus dem Osten.

Die Band engagierte sich mit den Verhältnissen und wurde dafür belohnt. Sie fuhren beispielsweise schon in der DDR Autos der Marken Volvo und Mercedes, was für einen normalen DDR-Bürger nie möglich gewesen wäre.

Erfolge nach der Wende – immer wieder auch Stasi-Vorwürfe

Im Jahr 1989 löste sich die Band dann für fast drei Jahre auf.  1992 kam dann die Neugründung und die Puhdys starteten auch noch einmal nach der Wende richtig durch. So gab es zum Beispiel Zusammenarbeiten mit Till Lindemann von Rammstein, Mario Adorf und dem Filmorchester Babelsberg. Wenn die Band auf heute auftritt, dann vereint sie in ihren Konzerten inzwischen drei Generationen, die ihre unzähligen Hits wie „Geh zu ihr“, „Alt wie ein Baum“ oder „Hey, wir wolln die Eisbärn sehen“ lauthals mitsingen.

Ihre DDR-Vergangenheit wurden die Sachsen aber nie los. So wurde die Band immer wieder mit Stasi-Vorwürfen konfrontiert. Schlagzeuger Gunther Wosylus  arbeitete als IM „John“ für die Stasi. Er verließ die Band schon 1979 und wurde von Klaus Scharfschwerdt ersetzt. Auch Peter Meyer wurde laut Stasiakten beim DDR-Geheimdienst von 1973 bis 1989 als IM „Peter“ geführt. Er sagt dazu bis heute, dass er nie bei der Stasi gewesen sei.

Auch Langzeitbassist Harry Jeske, der erst 1997 nach Thailand ging und die Band in diesem Zusammenhang verlies, tauchte in der Stasi-Akte von Sängerin Veronika Fischer als Informant auf.

Was kommt nach dem Aus?

Die Puhdys gehören aber trotz dieser unappetitlichen Episoden zu der Riege der Bands in Deutschland, die Musikgeschichte geschrieben haben. Ob sie im Rahmen ihrer im nächsten Jahr geplanten Abschiedstour noch einmal nach Schwerin kommen werden, steht im Moment nicht fest. Nicht ausgeschlossen ist, das die Puhdys im März das letzte Mal in Schwerin sein werden.

Wenn die Band sich auch auflösen wird, bleiben die Bandmitglieder der Musik erhalten. Dieter „Maschine“ Birr möchte solistisch weitermachen. Peter „Eingehaengt“ Meyer hat Akkordeon gelernt und denkt darüber nach in Pflegeheimen für alte Menschen zu spielen. Dieter „Quaster“ Hertrampf möchte in seinem eigenen Tonstudio für seine Tochter als Produzent arbeiten. Klaus Scharfschwerdt, der mit 59 Jahren das jüngste Bandmitglied ist. möchte eine andere Band finden und auch Peter „Bimbo“ Rasym möchte in jedem Fall weiter Musik machen. An die Rockerrente denkt also noch niemand bei den Puhdys.

Puhdys – Akustik Tour 2014

Beginn:
15.03.2014, 20:00 Uhr

Einlass:
19:00 Uhr

Veranstaltungsort:
Sport- und Kongresshalle

Redaktion

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