Mo, 9. Februar 2026
Close

Wenn der Winter kommt, endet die Fahrradstadt:
ADFC fordert Umdenken in der Verkehrspolitik

Verschneite Radwege und geräumte Straßen: In Schwerin geraten Radfahrer im Winter ins Hintertreffen. Der ADFC fordert ein Umdenken beim Winterdienst.

Avatar-Foto
  • Veröffentlicht Februar 3, 2026
Radfahrer zwischen Anspruch und Realität Foto: Symbolbild
Rad­fahrer zwis­chen Anspruch und Real­ität Foto: Sym­bol­bild

 

Schw­erin. Nach nächtlichem Frost und Schneefall sind die Straßen in Schw­erin dank des Win­ter­di­en­stes weit­ge­hend wieder befahrbar. Für viele Rad­fahrerin­nen und Rad­fahrer stellt sich die Sit­u­a­tion jedoch deut­lich schwieriger dar. Zahlre­iche Rad­wege sind ver­schneit oder vereist, teil­weise wer­den sie als Ablage­fläche für den von den Straßen geräumten Schnee genutzt. Sichere Wege für den Rad­verkehr fehlen vielerorts.

Während der motorisierte Verkehr ver­gle­ich­sweise schnell wieder ins Rollen kommt, sehen sich Fahrrad­pendler mit gefährlichen Bedin­gun­gen kon­fron­tiert. Beson­ders prob­lema­tisch sind dabei Rad­wege, die baulich von der Fahrbahn getren­nt sind und nach der Straßen­räu­mung nicht berück­sichtigt wer­den. Für viele bedeutet das, auf glat­te Wege auszuwe­ichen oder auf die Straße zu wech­seln, was zusät­zliche Risiken birgt.

Der All­ge­meine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Schw­erin sieht hierin ein struk­turelles Prob­lem. Zwar bekenne sich die Lan­deshaupt­stadt grund­sät­zlich zur Förderung des Rad­verkehrs, doch in win­ter­lichen Sit­u­a­tio­nen werde deut­lich, welche Verkehrsarten pri­or­isiert wür­den. Wenn finanzielle, per­son­elle oder materielle Ressourcen knapp seien, liege der Fokus klar auf dem Autoverkehr, während Rad­fahrer und Fußgänger die Fol­gen zu tra­gen hät­ten.

Aus Sicht des ADFC gäbe es jedoch Möglichkeit­en, den Win­ter­di­enst aus­ge­wo­gen­er zu steuern. Denkbar sei etwa, auf die voll­ständi­ge Räu­mung weniger wichtiger Straßen zu verzicht­en und stattdessen zen­trale Fahrrad­trassen von Schnee und Eis zu befreien. Auch Aut­o­fahrer kön­nten sich auf win­ter­liche Straßen­ver­hält­nisse ein­stellen, argu­men­tiert der Ver­band.

Angesichts eines ver­gle­ich­sweise stren­gen Win­ters möchte der ADFC das The­ma nun aktiv auf­greifen und den Dia­log mit der Lan­deshaupt­stadt suchen. Ziel sei es, Lösun­gen zu find­en, die die Sicher­heit aller Verkehrsteil­nehmer verbessern und dem Anspruch ein­er fahrrad­fre­undlichen Stadt auch in der kalten Jahreszeit gerecht wer­den.