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Endspurt im Wahlkampf um das Schweriner Stadthaus:
AfD setzt auf „blaue Welle“ – 450 Teilnehmer bei Abschlusskundgebung zur OB-Wahl

450 Menschen bei AfD-Kundgebung auf dem Schweriner Marktplatz: OB-Kandidatin Petra Federau wirbt für politischen Wechsel. Parallel demonstrieren rund 30 Menschen in der Puschkinstraße dagegen.

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  • Veröffentlicht April 11, 2026
AfD Abschlusskundgebung Schwerin
Gut 450 Men­schen ver­sam­melten sich nach Polizeiangaben am Fre­itag zur AfD-Abschlusskundge­bung auf dem Schw­er­iner Markt. Foto: Christoph Loose

 

 

Mit ein­er Abschlusskundge­bung auf dem Mark­t­platz hat die AfD am Fre­itag ihren Wahlkampf zur Ober­bürg­er­meis­ter­wahl been­det. Nach Polizeiangaben ver­sam­melten sich rund 450 Teil­nehmer vor der Bühne.

Par­al­lel fand eine Gegenkundge­bung am „Run­den Tisch“ in der Puschkin­straße statt. Dort kamen laut Polizei etwa 30 Men­schen zusam­men. Sie protestierten laut­stark gegen die AfD, der Protest blieb jedoch friedlich.

Ostdeutsche Spitzenkandidaten erstmals zusammen auf einer Bühne

Im Mit­telpunkt der Ver­anstal­tung stand die AfD-Kan­di­datin Petra Fed­er­au, die vor den Anhängern für einen poli­tis­chen Wech­sel im Stadthaus warb. Unter­stützt wurde sie an diesem Tag von den ost­deutschen Spitzenkan­di­dat­en zu den Land­tagswahlen in diesem Jahr: Enri­co Schult (Meck­len­burg-Vor­pom­mern), Leif-Erik Holm (Min­is­ter­präsi­den­tkan­di­dat Meck­len­burg-Vor­pom­mern), Chris­tine Brinker (Berlin) und Ulrich Sieg­mund, der Spitzenkan­di­dat der AfD in Sach­sen-Anhalt.

Die let­zte Umfrage für Sach­sen-Anhalt aus dem März,  sieht Sieg­mund und seine Partei bei 38 Prozent, klar vor der regieren­den CDU (25 Prozent). Sollte die Partei weit­er zule­gen, kön­nte am Schluss die AfD als Allein­regierung in Sach­sen-Anhalt mit Ulrich Sieg­mund den ersten Min­is­ter­präsi­den stellen. In Schw­erin kamen alle Kan­di­dat­en das erste Mal zusam­men und präsen­tierten sich auf ein­er Bühne.

AfD beschwört „Blaue Welle”

Mehrfach fiel während der Kundge­bung der Begriff ein­er „blauen Welle“, mit der die AfD poli­tis­che Verän­derun­gen ein­leit­en wolle. Auch OB-Kan­di­datin Petra Fed­er­au griff dieses Bild in ihrer Rede auf. Mit Blick auf die Wahl sagte sie: „Viele Men­schen set­zen jet­zt ihre Hoff­nung auf diese blaue Welle, die 2026 hier in Schw­erin begin­nt.“ Fed­er­au stellte die Wahl zugle­ich als Chance für einen poli­tis­chen Wech­sel dar. „Schw­erin hat diese ein­ma­lige Chance“, sagte sie vor den Teil­nehmern auf dem Mark­t­platz.

Fed­er­au begann ihre Rede mit einem per­sön­lichen Bezug zur Lan­deshaupt­stadt. „Ich wurde 1969 hier in Schw­erin geboren“, sagte sie und erin­nerte an ihre Schulzeit und beru­flichen Sta­tio­nen in der Stadt. Schw­erin sei ihre „Geburts- und Heimat­stadt“, für die sie Ver­ant­wor­tung übernehmen wolle. „Ich möchte für Sie, ich möchte für euch Ober­bürg­er­meis­terin wer­den“, so die AfD-Poli­tik­erin.

 

AfD-Kan­di­datin sieht die OB-Wahl als Chance für einen poli­tis­chen Wech­sel.
Foto: Christoph Loose

 

Inhaltlich set­zte sie mehrere Schw­er­punk­te: Sicher­heit, Ord­nung und wirtschaftliche Entwick­lung. „Sicher­heit in Schw­erin muss endlich wieder kon­se­quent in allen Stadt­teilen hergestellt wer­den“, sagte Fed­er­au. Gewalt- und Dro­genkrim­i­nal­ität seien gewach­sen, weil Prob­leme nicht offen ange­sprochen wor­den seien.

Auch migra­tionspoli­tis­che Forderun­gen gehörten zu ihrer Rede. Eine ihrer ersten Maß­nah­men als Ober­bürg­er­meis­terin wäre aus ihrer Sicht, „eine offizielle Über­las­tungsanzeige an das Land Meck­len­burg-Vor­pom­mern zu stellen, um hier für Schw­erin einen Auf­nahmestopp zu erwirken“.

Darüber hin­aus sprach sie über Stad­ten­twick­lung und Wirtschaft­spoli­tik. Schw­erin müsse stärk­er als Wirtschafts­stan­dort auftreten: „Schw­erin soll endlich ein richtig toller Wirtschafts­stan­dort wer­den. Wirtschaft und Handw­erk will ich kraftvoll voran­brin­gen“, sagte Fed­er­au.

Kri­tik äußerte sie auch an früheren Beschlüssen der Stadtvertre­tung, etwa am aus­gerufe­nen Kli­man­ot­stand. „Dieser unsin­nige Not­stands­beschluss gehört endlich einkassiert. Schluss mit der ide­ol­o­gis­chen Bevor­mundung“, erk­lärte sie.

Unterstützung aus Berlin: „Schwerin braucht Petra Federau“

Zu Beginn der Kundge­bung hat­te die Berlin­er AfD-Poli­tik­erin Chris­tine Brinker gesprochen. Sie stellte Fed­er­au als geeignete Kan­di­datin für das Amt dar „Schw­erin braucht eine Bürg­er­meis­terin, die mit Herz und Ver­stand Poli­tik macht. Sie braucht Petra Fed­er­au“, sagte Brinker unter Applaus der Anwe­senden.

 

Die Frak­tionsvor­sitzende der AfD im Berlin­er Abge­ord­neten­haus Chris­tine Brinker konzen­tri­erte sich auf bun­de­spolit­siche The­men. Foto: Christoph Loose

In ihrer Rede ging sie vor allem auf bun­de­spoli­tis­che The­men ein und kri­tisierte die Poli­tik der Bun­desregierung sowie steigende Energie- und Sprit­preise. Deutsch­land brauche „eine echte poli­tis­che Wende“, erk­lärte sie und fügte hinzu: „Die gibt es nur mit der AfD.“

Enrico Schult: „Diesmal wollen wir den Chefposten im Rathaus“

Auch Enri­co Schult, AfD-Land­tagsab­ge­ord­neter und Spitzenkan­di­dat sein­er Partei für die Land­tagswahl in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, sprach auf dem Mark­t­platz. Er beze­ich­nete Fed­er­au als „eine gute Kol­le­gin“ und sagte: „Dies­mal reicht uns die Stich­wahl nicht mehr. Dies­mal wollen wir den Chef­posten im Rathaus.“

 

Foto: Christoph Loose

 

Schult stellte die Ober­bürg­er­meis­ter­wahl zudem in einen größeren poli­tis­chen Zusam­men­hang. Der mögliche Wahlsieg Fed­er­aus wäre aus sein­er Sicht „der Auf­schlag für eine blaue Wende“.

Leif-Erik Holm: Wahl als „wichtiger Baustein“

Der Schw­er­iner Bun­destagsab­ge­ord­nete Leif-Erik Holm, Kan­di­dat für das Amt des Min­is­ter­präsi­dente  der AfD  in Meck­len­burg-Vor­pom­mern, sprach eben­falls vor den Teil­nehmern. Er lobte Fed­er­au als „von ganzem Herzen Schw­er­iner­in“ und sagte: „Wir kön­nten keine bessere Ober­bürg­er­meis­terin find­en für diese Stadt als Petra Fed­er­au.“

 

Foto: Christoph Loose

Holm beze­ich­nete die Wahl als wichti­gen poli­tis­chen Schritt: „Wenn Petra Fed­er­au Ober­bürg­er­meis­terin von Schw­erin wird, dann wird Leif-Erik Holm Min­is­ter­präsi­dent von Meck­len­burg-Vor­pom­mern“, sagte er und ver­wies damit auf die Land­tagswahl im Herb­st.

Ulrich Siegmund: „Deutschland ist in keinem Winkel aufzugeben“

Als weit­er­er Red­ner trat der AfD-Poli­tik­er Ulrich Sieg­mund aus Sach­sen-Anhalt auf. Er sprach über bun­de­spoli­tis­che Entwick­lun­gen und rief die Zuhör­er dazu auf, poli­tisch aktiv zu bleiben. „Meck­len­burg-Vor­pom­mern ist ein wun­der­schönes Bun­des­land mit her­zlichen Men­schen. Ver­liert diesen Mut zur Wahrheit nicht“, sagte Sieg­mund.

 

Foto: Christoph Loose

 

Er betonte die Bedeu­tung der Kom­mu­nalpoli­tik: „Jed­er Bürg­er­meis­ter und jed­er Lan­drat hat die Möglichkeit, Wider­stand zu leis­ten“, erk­lärte er und warb für Unter­stützung der AfD-Kan­di­dat­en.

Gegenkundgebung in der Puschkinstraße

Während die AfD ihre Abschlusskundge­bung auf dem Mark­t­platz abhielt, ver­sam­melten sich in der nahegele­ge­nen Puschkin­straße rund 30 Men­schen zu ein­er Gegenkundge­bung.

 

Foto: Christoph Loose

Mit Sprechchören posi­tion­ierten sie sich gegen die AfD. Die Polizei tren­nte bei­de Ver­samm­lun­gen räum­lich voneinan­der. Zwis­chen­fälle wur­den nicht gemeldet.

Die Ober­bürg­er­meis­ter­wahl in Schw­erin find­et am Son­ntag statt.