ALASKA von Max Gleschinski für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert

Am 14. Juni wird Kulturstaatsministerin Monika Grütters im Rahmen des "Summer Specials" der Berlinale den Deutsche Drehbuchpreis vergeben. Hoffnungen auf eine Lola für das beste Drehbuch darf sich auch der Rostocker Max Gleschinski machen.

Max Gleschinski für den Deutschen Drehbuchpreis nominiert | Foto: Filmbüro

 Er ist einer der Autor*innen der drei nominierten Bücher und hat mit ALASKA die Chance, diese wichtigste und höchstdortierte nationale Auszeichnung des Bundes zu gewinnen. Die Nominierungen sind mit einer Prämie in Höhe von jeweils 5.000€ verbunden, die goldene Lola mit einer Prämie in Höhe von 10.000€. Über diese Prämie hinaus gibt es Förderungshilfen von bis zu 20.000€ für die Fortentwicklung des ausgezeichneten Drehbuchs.

 

„Ohne gute Drehbücher gibt es keine guten Filme“ sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Bekanntgabe der Nominierungen. „Gerade in dieser schwierigen Zeit ist die Fantasie ideenreicher Drehbuchautor*innen von großer Bedeutung. Ihre kreative Arbeit bildet die unverzichtbare Grundlage für mitreißende und anspruchsvolle Kinofilme. Sie sind der Garant dafür, dass wir uns auch nach der Pandemie wieder auf bewegende Leinwanderlebnisse freuen können, die wir derzeit so schmerzlich vermissen. Durch die Vergabe des Deutschen Drehbuchpreises sollen Autorinnen und Autoren angemessen gewürdigt und in ihrer Arbeit weiterhin stark unterstützt werden.“

 

ALASKA Nominierung Deutscher Drehbuchpreis | Foto: Max Gleschinski

 

Die Kulturelle Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern ist stolz auf Max Gleschinski und diese Nominierung. „Wir alle freuen uns mit Max und drücken schon heute die Daumen. Wir gratulieren ganz herzlich und danken der Auswahlkommission der Kulturellen Filmförderung für diese gute Entscheidung“, freut sich Sabine Matthiesen, Geschäftsführerin Mecklenburg-Vorpommern Film e.V. und bei der Entscheidung für die Drehbuchförderung die Leiterin der Kulturellen Filmförderung Mecklenburg-Vorpommern. Das Votum der Auswahlkommission war einstimmig, diese Geschichte überzeugte und wurde mit 7.500 € gefördert. Max Gleschinski konnte mit der Unterstützung das hervorragende Drehbuch entwickeln.

Gemeinsam mit dem Kameramann Jean-Pierre Meyer-Gehrke führt Max Gleschinski die Rostocker Produktionsfirma „Von Anfang Anders Filmproduktion“, KAHLSCHLAG war der erfolgreiche Debüt-Spielfilm der jungen Firma und die erste Filmförderung für das junge Team überhaupt. Im Filmbüro MV wurde das Rostocker Talent beraten und auf die Einreichung vorbereitet. KAHLSCHLAG gewann nach seiner Fertigstellung im Jahr 2018 einen der renommiertesten Preise für den deutschen Nachwuchs – den Förderpreis „Neues Deutsches Kino“ bei den 52. Internationalen Hofer Filmtagen. ALASKA wird unter der Regie von Max Gleschinski und mit Kameramann Jean-Pierre Meyer-Gehrke mit der Berliner Produktionsfirma Wood Water Films als Kinospielfilm produziert. „Unsere Empfehlung aus MV hat die Jury überzeugt“, freut sich Sabine Matthiesen. 

 

ALASKA Nominierung Deutscher Drehbuchpreis | Foto: Max Gleschinski

Die Jury begründete ihre Entscheidung für die drei Nominierungen wie folgt:
ALASKA

Autor: Max Gleschinski

Kerstin hat ihren Vater gepflegt, 20 Jahre lang, und wurde zur Nebenfigur in ihrem eigenen Leben. Nun ist er tot, und Kerstin paddelt sich frei. Mit einem alten DDR-Kajak will sie die Mecklenburger Seenplatte umrunden, doch die erhoffte Einsamkeit bleibt aus. Kerstins Bruder tritt auf den Plan und mit ihm ein Erbstreit. Kerstin lernt obendrein Alima kennen – impulsiv, humorvoll und unfreiwillig auf Paddeltour. Die Frauen kommen sich näher, aber Kerstin ist hin- und hergerissen zwischen der unerwarteten Anziehung und ihrer Rundreise, die zunehmend einer Flucht gleicht. Dieses Drehbuch ist unentwegt in Bewegung und zieht uns sogartig in Kerstins Welt hinein, selbst wenn die wortkarge Protagonistin ihre Geheimnisse nur widerspenstig preisgibt. Aus alltäglichen und vertrauten Themen schöpft der Autor Mitreißendes und konfrontiert in einer geradezu greifbaren Landschaft seine Figuren mit zentralen Fragen des Lebens.

MISTER

Autor*innen: Emily Atef und Lars Hubrich

Die 33jährige Hélène lässt nach der Diagnose einer unheilbaren Lungenkrankheit ihren Mann Mathieu in Paris zurück, um in Norwegen Kontakt zu einem Leidensgefährten aufzunehmen, der fast ihr Großvater sein könnte. In der ungewohnten Umgebung findet sie die Muße, zu einer selbstbestimmten Entscheidung über ihr Leben und ihren Tod zu gelangen. Wie sehr solche Entscheidungen zur Zerreißprobe für die Beziehung zu unseren Liebsten werden können – auch und gerade dann, wenn wir ihnen inniglichst verbunden sind – davon erzählt diese Geschichte auf meisterliche Weise. Ihr feiner Humor, ihre Lebensklugheit und Zärtlichkeit und nicht zuletzt ihr bemerkenswert unsentimentaler Grundton versprechen einen tief berührenden Film.

LEERE NETZE

Autor: Behrooz Karamizade

Erzählt wird die Geschichte des jungen Iraners Amir, der als Fischer am Kaspischen Meer zu arbeiten beginnt, um das Brautgeld für seine große Liebe Narges aufbringen zu können. Als die Fischbeute ausbleibt, schließt er sich illegalen Stör-Wilderern an. Trotzdem rückt sein Traum von der Hochzeit in immer weitere Ferne. Das Drehbuch von Behrooz Karamizade wirft mit teils poetischen, teils sehr realistischen Szenen aus dem Iran der Gegenwart die Frage auf, wie hoch der Preis für die Liebe sein kann. Eindringlich und emotional erzählt, weitet das Drama im Verlauf den Blick von dem persönlichen Schicksal hin zu den Auswirkungen globaler Probleme und politischer Konflikte. Der Autor nimmt sich Zeit für seine Figuren und erzählt ruhig und atmosphärisch dicht eine zugleich emotionale wie gesellschaftlich brisante Geschichte, die den weltweiten Flucht- und Migrationsbewegungen ein menschliches Gesicht verleiht.

Die Mitglieder der Jury waren Esther Bernstorff, Elke Brand, Elisabeth Burghardt, Florian Eichinger, Roman Klink und Sven Poser.

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