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Diebstähle gehen weiter:
Metalldiebe schlagen erneut auf Altem Friedhof in Schwerin zu

Nach dem Diebstahl von 23 Messingplatten fehlen auf dem Alten Friedhof in Schwerin weitere fünf. Die Friedhofsverwaltung sichert nun 202 verbliebene Grabplatten.

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  • Veröffentlicht August 15, 2026
Die Kriegs­gräber­stätte auf dem Alten Fried­hof in Schw­erin ist erneut Ziel von Met­alldieben gewor­den. Weit­ere fünf Mess­ing­plat­ten wur­den gestohlen. Foto: SDS

 


In Kürze:

  • Erneuter Dieb­stahl: Auf dem Alten Fried­hof in Schw­erin wur­den weit­ere fünf Mess­ing­grab­plat­ten gestohlen – damit fehlen inner­halb weniger Tage ins­ge­samt 28.
  • Stadt reagiert: Die Fried­hofsver­wal­tung baut 202 noch vorhan­dene Met­allplat­ten vor­sor­glich ab und lagert sie ein.
  • Neue Tafeln geplant: Für das gesamte Gräber­feld wird ein Ersatz­ma­te­r­i­al geprüft, das für Met­alldiebe weniger attrak­tiv sein soll.

 

Auf dem Alten Fried­hof in Schw­erin haben Met­alldiebe erneut Grab­plat­ten ein­er Kriegs­gräber­stätte gestohlen. Am 10. August wurde fest­gestellt, dass weit­ere fünf Mess­ing­plat­ten mit den Namen von Krieg­sopfern von ihren Gran­it­sock­eln ent­fer­nt wor­den waren. Erst vier Tage zuvor waren 23 Plat­ten als gestohlen gemeldet wor­den.

Damit sind inner­halb weniger Tage ins­ge­samt 28 Mess­ing­plat­ten ver­schwun­den. Nach Angaben der Stadt liegt der materielle Wert ein­er Plat­te bei rund 3.000 Euro. Rech­ner­isch entspricht das einem Gesamtwert von etwa 84.000 Euro. Bei­de Dieb­stäh­le wur­den bei der Polizei angezeigt.

Ober­bürg­er­meis­ter Sebas­t­ian Ehlers verurteilte die Zer­störung der Gräber, die an zivile und mil­itärische Opfer des Zweit­en Weltkrieges erin­nern, als beschä­menden Akt des Van­dal­is­mus und der Respek­t­losigkeit: „Ich selb­st engagiere mich regelmäßig als Spenden­samm­ler für den Volks­bund. Kriegs­gräber erin­nern uns daran, die bru­tal­en Fol­gen von Krieg und Gewalt nicht zu vergessen. Sie sind nicht nur Orte der Trauer, son­dern auch ein Auf­trag, uns für Frieden und Völk­erver­ständi­gung einzuset­zen.“

Die Stadt reagiert nun auf die Serie von Dieb­stählen. In Abstim­mung mit dem Volks­bund Deutsche Kriegs­gräber­für­sorge lässt die Fried­hofsver­wal­tung die noch vorhan­de­nen 202 Met­allplat­ten abbauen und vor­erst ein­lagern. Damit soll ver­hin­dert wer­den, dass weit­ere Namen­stafeln gestohlen wer­den.

Ersatz für Metallplatten wird geprüft

Nach Angaben der Stadt wird erwogen, die Namen­stafeln auf dem gesamten betrof­fe­nen Gräber­feld durch Plat­ten aus einem anderen Mate­r­i­al zu erset­zen. Dieses soll für Met­alldiebe weniger attrak­tiv sein. Welch­es Mate­r­i­al infrage kommt und wann neue Tafeln ange­bracht wer­den kön­nten, ste­ht bis­lang nicht fest.

Der aktuelle Fall set­zt eine Serie fort, über die SNO bere­its berichtet hat­te. Am 6. August war fest­gestellt wor­den, dass 23 Mess­ing­plat­ten fehlten. Bere­its etwa einein­halb Wochen zuvor waren drei Plat­ten ent­fer­nt wor­den. Diese wur­den einen Tag später in einem Gebüsch in der Nähe wiederge­fun­den.

 

Die Grab­plat­ten wur­den erst ein­mal ein­ge­lagert. Foto: SDS

 

Ob zwis­chen den einzel­nen Vor­fällen ein Zusam­men­hang beste­ht, ist bis­lang nicht bekan­nt. Auch gibt es derzeit keine Angaben dazu, ob die 23 am 6. August als gestohlen gemelde­ten Plat­ten inzwis­chen wiederge­fun­den wur­den oder ob die Polizei Tatverdächtige ermit­telt hat.

Volksbund verurteilte Diebstahl

Nach Bekan­ntwer­den des Dieb­stahls der 23 Plat­ten hat­te bere­its der Lan­desver­band Meck­len­burg-Vor­pom­mern des Volks­bun­des Deutsche Kriegs­gräber­für­sorge reagiert. „Hier wur­den bewusst Erin­nerungsze­ichen von Kriegs­gräbern ent­fer­nt und damit Orte des Gedenkens und der Trauer geschän­det“, erk­lärte Lan­des­geschäfts­führer Philipp Schin­schke damals.

Es gehe um „die Würde der Toten, um die Erin­nerung an die Opfer und um die Ver­ant­wor­tung unser­er Gesellschaft, diese Orte des Gedenkens zu bewahren“, so Schin­schke weit­er. Der Volks­bund hat­te zugle­ich die Absicht der Schw­er­iner Fried­hofsver­wal­tung begrüßt, die betrof­fe­nen Kriegs­gräber wieder­herzustellen. Nach den neuer­lichen Dieb­stählen haben sich Fried­hofsver­wal­tung und Volks­bund nun dazu entschlossen, die verbliebe­nen 202 Met­allplat­ten zunächst zu sich­ern.

Mehr als 2.300 Gräber auf dem Grabfeld

Betrof­fen ist das Grabfeld XIV a/b auf dem Alten Fried­hof. Dort befind­en sich mehr als 2.300 Gräber von Sol­dat­en, Heimkehrern, Zivilper­so­n­en und Kindern, die zwis­chen Jan­u­ar 1945 und Ende 1946 bestat­tet wur­den.

1999 wurde die Fläche als Kriegs­gräber­feld wieder­hergestellt. Dabei wur­den Kissensteine aus Gran­it mit Namen­stafeln für die dort bestat­teten Men­schen aufgestellt. Mögliche Zeu­gen, die auf dem Alten Fried­hof verdächtige Beobach­tun­gen gemacht haben oder Hin­weise zu den gestohle­nen Plat­ten geben kön­nen, sollen sich direkt an die Polizei wen­den.

Wer nach ein­er auf dem Grabfeld bestat­teten Per­son sucht, kann sich unter 0385/64108–0 oder per E‑Mail an friedhof@sds-schwerin.de an die Fried­hofsver­wal­tung wen­den.


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