Arbeitsmarkt im August:
Arbeitslosigkeit in Schwerin – Deutlich weniger Betroffene als 2025
5.147 Menschen sind in Schwerin arbeitslos. Im August steigt die Quote zwar auf 10,2 Prozent. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren hat sich die Lage jedoch verbessert.

In Kürze:
- 5.147 Menschen sind im August in Schwerin arbeitslos. Die Quote steigt gegenüber Juli auf 10,2 Prozent.
- Gegenüber August 2025 gibt es 375 Arbeitslose weniger; auch der August-Wert von 2024 wird unterschritten.
- In Westmecklenburg sind noch 745 Ausbildungsplätze und mehrere Tausend Arbeitsstellen unbesetzt.
Die Arbeitslosigkeit in Schwerin ist im August 2026 gegenüber dem Vormonat gestiegen. 5.147 Menschen waren in der Landeshauptstadt arbeitslos gemeldet, 119 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 9,9 auf 10,2 Prozent.
Der Vergleich mit dem vergangenen Jahr fällt dagegen deutlich günstiger aus. Im August 2025 waren noch 5.522 Schweriner arbeitslos. Innerhalb eines Jahres sank ihre Zahl damit um 375 beziehungsweise 6,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote ging von 11,0 auf 10,2 Prozent zurück.
Der Anstieg von Juli auf August ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit für diese Jahreszeit nicht ungewöhnlich. Viele Betriebe stellen während der Sommerpause weniger neues Personal ein. Thomas Letixerant, Vize-Chef der Regionaldirektion Nord, spricht von einem „für diese Jahreszeit typischen Anstieg der Arbeitslosigkeit“.
Trotz der Verbesserung gegenüber dem Vorjahr bleibt Schwerins Arbeitslosenquote hoch. Der Landesdurchschnitt beträgt 7,8 Prozent. Rostock kommt ebenfalls auf 7,8 Prozent. Die niedrigsten Quoten in Mecklenburg-Vorpommern weisen die Landkreise Rostock und Ludwigslust-Parchim mit jeweils 6,0 Prozent auf.
Arbeitslosigkeit unter den Werten von 2024 und 2025
Der Blick über einen längeren Zeitraum zeigt, dass sich der Schweriner Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren zunächst verschlechtert hatte. Im August 2023 waren 4.931 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 9,9 Prozent. Im August 2024 waren es 5.334 Arbeitslose bei einer Quote von 10,7 Prozent. Ein Jahr später stieg die Zahl auf 5.522 und die Quote auf 11,0 Prozent.
2026 ist diese Entwicklung zunächst gestoppt. Mit 5.147 Arbeitslosen liegt Schwerin wieder deutlich unter den August-Werten von 2024 und 2025. Das Niveau von 2023 ist allerdings noch nicht erreicht: Gegenüber damals sind aktuell 216 Menschen mehr arbeitslos.
| August | Arbeitslose in Schwerin | Arbeitslosenquote |
|---|---|---|
| 2023 | 4.931 | 9,9 % |
| 2024 | 5.334 | 10,7 % |
| 2025 | 5.522 | 11,0 % |
| 2026 | 5.147 | 10,2 % |
Von einer dauerhaften Trendwende lässt sich daraus noch nicht sprechen. Der Vergleich zeigt aber, dass sich die Arbeitslosigkeit nach den Anstiegen der Jahre 2024 und 2025 erstmals wieder deutlich unter dem Vorjahresniveau bewegt.
Drei Viertel in der Grundsicherung
Auch die Zusammensetzung der Arbeitslosigkeit ist auffällig. Von den 5.147 Arbeitslosen in Schwerin werden 1.365 von der Arbeitsagentur betreut. Weitere 3.782 Menschen gehören zur Grundsicherung für Arbeitsuchende. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen beträgt 73,5 Prozent. Vereinfacht gesagt: Die erste Gruppe umfasst vor allem Menschen, die nach dem Verlust ihrer Beschäftigung Arbeitslosengeld erhalten. In der zweiten Gruppe werden Menschen betreut, die Leistungen der Grundsicherung beziehen.
Gerade dort zeigt sich gegenüber dem vergangenen Jahr eine Verbesserung. Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung sank um 366 beziehungsweise 8,8 Prozent. Bei den von der Arbeitsagentur betreuten Arbeitslosen waren es neun Menschen weniger als im August 2025.
Mehr junge Arbeitslose im Sommer
Bei jungen Menschen zeigt sich im August eine andere Entwicklung. Für die Stadt Schwerin selbst weist das vorliegende August-Material keine gesonderte Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren aus. Für den gesamten Agenturbezirk Schwerin – also Schwerin sowie die Landkreise Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg – liegen dagegen aktuelle Angaben vor.
Der Anstieg bei jungen Arbeitslosen ist auch landesweit zu beobachten. In Mecklenburg-Vorpommern waren im August 7.616 Menschen zwischen 15 und unter 25 Jahren arbeitslos. Das waren 360 beziehungsweise fünf Prozent mehr als im Juli. Gegenüber August 2025 ging ihre Zahl allerdings um 327 beziehungsweise 4,1 Prozent zurück. Die Bundesagentur hält die Entwicklung für vorübergehend. Letixerant sagt mit Blick auf die unter 25-Jährigen: „Diese Zahlen werden im Herbst schon wieder ganz anders aussehen.“
Hinter dem sommerlichen Anstieg stehen unter anderem Übergänge zwischen Schule, Ausbildung und Beruf. Junge Menschen können beispielsweise für kurze Zeit in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, wenn eine Ausbildung beendet ist und die anschließende Beschäftigung noch nicht begonnen hat.
Tausende freie Stellen in Westmecklenburg
Gleichzeitig suchen Unternehmen weiterhin Beschäftigte. Im Agenturbezirk Schwerin waren im August insgesamt 17.390 Menschen arbeitslos. Das waren 248 mehr als im Juli, aber 718 beziehungsweise vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,2 Prozent.
Nach den regionalen Angaben der Arbeitsagentur waren in Westmecklenburg Ende August 4.659 Arbeitsstellen zu besetzen. Im Laufe des Monats kamen 1.139 neu gemeldete Stellen hinzu. Besonders gesucht werden Beschäftigte unter anderem im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Bau, im Handel, in der öffentlichen Verwaltung und im Gastgewerbe.
Die Zahl der offenen Stellen bewegt sich dabei seit mehreren Jahren auf einem ähnlichen Niveau. Im August 2024 waren im Agenturbezirk rund 4.730 Stellen zu besetzen, im August 2025 waren es 4.667 und aktuell 4.659. Das ist für die Einordnung wichtig: Von einem stark wachsenden Stellenangebot lässt sich anhand des Gesamtbestands nicht sprechen. Gleichzeitig bleiben mehrere Tausend Arbeitsplätze unbesetzt. Arbeitslosigkeit und offene Stellen können nebeneinander bestehen, wenn beispielsweise Ausbildung, Berufserfahrung oder Arbeitsort nicht zu den Anforderungen einer Stelle passen.
745 Ausbildungsplätze noch frei
Besonders sichtbar wird dieses Problem auf dem Ausbildungsmarkt. Von Oktober 2025 bis August 2026 wurden der Arbeitsagentur in Westmecklenburg 2.695 betriebliche Ausbildungsplätze gemeldet. Dem standen 2.145 gemeldete Bewerberinnen und Bewerber gegenüber. Ende August waren noch 745 Ausbildungsplätze unbesetzt, während 638 Bewerber noch keine Stelle gefunden hatten. Damit gibt es rechnerisch mehr freie Ausbildungsplätze als noch unversorgte Bewerber. Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Jugendliche ohne Ausbildungsplatz auf jede freie Stelle passt. Berufswunsch, Schulabschluss, Anforderungen des Betriebes und Ausbildungsort können auseinanderliegen.
Besonders viele Nachwuchskräfte werden im Einzelhandel gesucht. Dort waren noch 83 Ausbildungsplätze für angehende Kaufleute frei. Hinzu kamen 41 Stellen für Fachkräfte für Lagerlogistik, 37 für Verkäufer, 29 für Berufskraftfahrer und 26 für Fachlageristen. Die Bundesagentur geht davon aus, dass nicht alle Ausbildungsplätze vergeben werden können. Bereits landesweit waren Ende August noch 2.190 Stellen unbesetzt. Besonders betroffen sind Einzelhandel, Gastronomie und Hotelgewerbe.
Beschäftigung geht landesweit leicht zurück
Die Arbeitslosenzahlen bilden nur einen Teil des Arbeitsmarktes ab. Ein weiterer wichtiger Wert ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Gemeint sind Arbeitnehmer, für die Beiträge etwa zur Kranken‑, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt werden. Die aktuellsten Daten liegen allerdings erst für Juni und in der vorliegenden Veröffentlichung auf Landesebene vor. Danach waren in Mecklenburg-Vorpommern rund 573.500 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 3.300 beziehungsweise 0,6 Prozent weniger als im Juni 2025.
Besonders deutlich sank die Beschäftigung im Handel mit 1.400 Stellen weniger, im verarbeitenden Gewerbe mit einem Minus von 1.200 und im Bau mit 1.000 weniger Beschäftigten. Einen Zuwachs gab es dagegen vor allem im Gesundheits- und Sozialwesen mit 1.600 zusätzlichen Beschäftigten.
Für Schwerin ergibt sich damit ein differenziertes Bild. Im Vergleich zum Juli ist die Arbeitslosigkeit im August gestiegen. Gegenüber 2025 hat sich die Situation jedoch deutlich verbessert. Auch die Entwicklung der vergangenen vier August-Monate zeigt: Nach zwei Jahren mit steigenden Zahlen liegt die Arbeitslosigkeit wieder niedriger – das günstigere Niveau von 2023 ist aber noch nicht erreicht.




