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35. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern:
Armin Mueller-Stahl erhält 2026 den „Goldenen Ochsen“

Mit 95 Jahren noch immer auf der Bühne und Leinwand: Armin Mueller-Stahl wird für sein außergewöhnliches Lebenswerk mit dem Goldenen Ochsen des Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern geehrt.

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  • Veröffentlicht Oktober 29, 2025
Armin Mueller-Stahl erhält 2026 den „Goldenen Ochsen“
Armin Mueller-Stahl erhält 2026 den „Gold­e­nen Ochsen“. Foto: Gui­do Wern­er

 

Mit 95 Jahren noch immer auf der Bühne und Lein­wand: Armin Mueller-Stahl wird für sein außergewöhn­lich­es Lebenswerk mit dem Gold­e­nen Ochsen des Filmkun­st­fests Meck­len­burg-Vor­pom­mern geehrt.

Am 9. Mai 2026 wird Armin Mueller-Stahl im Filmthe­ater CAPITOL in Schw­erin für seine her­aus­ra­gen­den Ver­di­en­ste um die gesamt­deutsche und inter­na­tionale Filmkul­tur aus­geze­ich­net.

Im Rah­men der ihm gewid­me­ten Hom­mage des Filmkun­st­fests vom 5. bis 10. Mai wer­den einige sein­er größten Filmer­folge gezeigt, begleit­et von Ausstel­lun­gen und Konz­erten zu seinen Ehren.

Ein Leben zwischen Bühne, Leinwand und Atelier

Armin Mueller-Stahl zählt zu den bedeu­tend­sten deutschen Kün­stlern des 20. Jahrhun­derts. Er wurde am 17. Dezem­ber 1930 in Tilsit, damals Ost­preußen und heute Sowet­sk in Rus­s­land, geboren. Nach dem Zweit­en Weltkrieg floh seine Fam­i­lie nach Berlin, wo er am Kon­ser­va­to­ri­um eine Aus­bil­dung zum Konz­ert­geiger und Musik­lehrer absolvierte. Er ent­deck­te jedoch schon bald seine Lei­den­schaft für die Schaus­piel­erei. Bere­its 1952 erhielt er sein erstes Engage­ment am The­ater und später spielte er an der Volks­bühne, wo er sich zu einem der gefragtesten Büh­nen­darsteller entwick­elte.

In den 1950er Jahren begann er seine Filmkar­riere bei der DEFA und wurde zu einem der führen­den Schaus­piel­er der DDR. Doch 1976 fiel er in poli­tis­che Ung­nade – ein Wen­depunkt, der ihn 1980 nach West­deutsch­land führte. Dort set­zte er seine Kar­riere fort und bekam eben­falls große Anerken­nung und unter anderem mit renom­mierten Regis­seuren wie Rain­er Wern­er Fass­binder zusam­me­nar­beit­ete.

Vom Theater zum Hollywood-Star

In den 1990er Jahren eroberte Mueller-Stahl die inter­na­tionale Filmwelt. Er drehte in Hol­ly­wood und Europa unter der Regie von renom­mierten Regis­seuren wie David Finch­er, Jim Jar­musch, David Cro­nen­berg, Bar­ry Levin­son, Cos­ta-Gavras und Tom Tyk­w­er. Für seine Rolle im Oscar-prämierten Film Shine erhielt er 1997 weltweite Anerken­nung und eine Oscar-Nominierung. Ins­ge­samt umfasst seine Fil­mo­grafie rund 140 Werke, die seine Viel­seit­igkeit und kün­st­lerische Bril­lanz ein­drucksvoll doku­men­tieren.

Neben der Schaus­piel­erei ist Mueller-Stahl auch als Musik­er, Schrift­steller und Maler aktiv. Für sein Lebenswerk wurde er nation­al und inter­na­tion­al vielfach aus­geze­ich­net: mit dem Europäis­chen Film­preis, dem Deutschen Film­preis, dem Gold­e­nen Ehren­bär der Berli­nale 2011 und dem Großen Bun­desver­di­en­stkreuz mit Stern.

Eine lange Reihe von Ehrungen

Zu den bish­eri­gen Ehren­preisträgern des Filmkun­st­fests Meck­len­burg-Vor­pom­mern zählen unter anderem Corin­na Har­fouch, Han­na Schygul­la, Sen­ta Berg­er, Katha­ri­na Thal­bach, Matthias Habich, Mario Adorf, Volk­er Schlön­dorff und Otto Sander. In diesem Jahr erhielt die Schaus­pielerin und Sän­gerin Bar­bara Sukowa den Ehren­preis.

Volk­er Kufahl, kün­st­lerisch­er Leit­er des Fes­ti­vals, begrün­det die Entschei­dung: „Im hohen Alter von 95 Jahren macht uns Armin Mueller-Stahl ein großes Geschenk: Er nimmt den Ehren­preis des 35. FILMKUN­ST­FESTs Meck­len­burg-Vor­pom­mern an und gibt uns damit die lang erhoffte Gele­gen­heit, sein langes und reich­es kün­st­lerisches Schaf­fen in Schw­erin würdi­gen zu dür­fen – mit seinen Fil­men, sein­er Musik und Malerei.

Sich selb­st nen­nt er einen Gauk­ler, einen Brück­en­bauer, einen Welt­bürg­er aus Überzeu­gung. Für mich ist Armin Mueller-Stahl ein Aus­nah­mekün­stler, der es gle­ich in mehreren kün­st­lerischen Diszi­plinen zur Meis­ter­schaft gebracht hat. Mich beein­druckt darüber hin­aus sein lebenslanges Streben nach Autonomie – als Kün­stler und als Men­sch.”