Schwerin wächst:
Nachwuchs bei den Asiatischen Löwen im Zoo
Im Zoo Schwerin wurde ein seltenes Asiatisches Löwenjungtier geboren – Mutter „Rubi“ ist mit 16 Jahren eine der ältesten Löwinnen, die je erfolgreich Nachwuchs aufgezogen hat.

Im Zoo Schwerin ist ein seltenes Ereignis gelungen: Eine der ältesten bekannten Asiatischen Löwinnen, die 16-jährige „Rubi“, hat am 19. Juli ein gesundes Jungtier zur Welt gebracht. Für Rubi ist es der erste Nachwuchs. Die Geburt verlief komplikationslos, Mutter und Jungtier sind wohlauf.
„Wir freuen uns sehr über diesen seltenen Zuchterfolg“, sagte Zoodirektor Dr. Tim Schikora. „Gerade bei älteren Tieren ist eine erfolgreiche Aufzucht keine Selbstverständlichkeit.“ Der Zoo habe bewusst auf hormonelle Eingriffe verzichtet, um der Löwin eine möglichst natürliche Erfahrung zu ermöglichen. Das Jungtier ist das fünfte gesunde Löwenbaby im Zoo seit dem vergangenen Jahr.
Abgeschirmte Ruhe für Mutter und Jungtier
Bislang steht noch nicht fest, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Rubi und ihr Nachwuchs befinden sich derzeit abgeschirmt vom restlichen Rudel im sogenannten Wintergarten des Roten Liste Zentrums. Vater „Shapur“ und die übrigen vier Rudelmitglieder sind auf andere Bereiche der 4.000 Quadratmeter großen Anlage verteilt. Auch das Zoopersonal hält sich aus Rücksicht auf die Ruhe der Mutter möglichst fern.
Das Rote Liste Zentrum bleibt vorerst für Besucher geschlossen. Die übrigen Löwen sind weiterhin auf der Außenanlage zu sehen, wo auch wie gewohnt kommentierte Fütterungen stattfinden – allerdings verlegt in den Bereich beim Flamingohaus.
Langsame Gewöhnung an das Rudel geplant
In den kommenden Wochen sollen Rubi und ihr Jungtier langsam an das Rudel herangeführt werden. Erste visuelle Kontakte durch Glasscheiben bestehen bereits. Ein erster tierärztlicher Check ist nach etwa acht Wochen geplant.
Asiatische Löwen gelten laut Weltnaturschutzunion (IUCN) als stark gefährdet. In freier Wildbahn existieren nur noch etwa 350 bis 400 Tiere in einer einzigen Population im indischen Gir-Nationalpark. Der Zoo Schwerin beteiligt sich mit seiner Löwenhaltung am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP), das weltweit etwa 130 Tiere umfasst. Ziel ist der Aufbau genetisch stabiler Populationen außerhalb des natürlichen Lebensraums.




