Auch in MV steigt Anzahl der seelischen Erkrankungen in der Pandmiezeit

Wie das Nachrichtenportal t-online in diesen Tagen berichtet, hat eine Studie der KKH einen doch spürbaren Anstieg der seelischen Erkrankungen während der Pandemiezeit auch in MV festgestellt.

Ob Depressionen oder andere psychische Erkrankungen – Die Anzahl der Betroffenen wächst | Foto: Symbolbild

Die mit einer Corona-Erkrankung verbundenen Folgen dürften inzwischen den meisten bekannt sein. Natürlich, ein großer Teil der Erkrankten kann einen kaum spürbaren oder eventuell leichten Verlauf verzeichnen, und hat die Erkrankung dann hinter sich. Aber insgesamt viel zu viele – und eben nicht nur Ältere und Betagtere, sondern auch junge, sportliche und auch ansonsten gesunde Menschen – müssen den Kampf um ihr Leben aufnehmen. Sie landen in Corona-Stationen der Kliniken, in nicht wenigen Fällen gar auf der Intensivstation. Zu viele versterben auch mit und an Corona. Zudem gibt es noch eine weitere, häufig noch immer zu wenig betrachtete Gruppe. Nämlich diejenigen, die – auch nach sehr leichten Verläufen – mit Long-Covid – also mit Langzeitfolgen der Corona-Erkrankung – zu kämpfen haben. Gerade hier sind sehr viel häufiger auch jüngere Bevölkerungsgruppen betroffen. Aus diesen Gründen steht jetzt, vor Beginn einer vierten Welle, das Impfen an höchster Stelle. 

 

Kassenstudie berichtet von mehr psychisch bedingten Krankheitstagen

Die Corona-Pandemie hat aber auch aus sich selbst heraus eine Vielzahl an gesundheitlichen Folgen mit sich gebrachte, die vor allem die Psyche der Menschen betreffen. So berichtet das Nachrichtenportal t-online unter Berufung auf die KKH-Krankenkasse in diesen Tagen, dass auch trotz erfolgter Lockerungen auch in Mecklenburg-Vorpommern noch immer zahlreiche Menschen über seelische Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie klagen. Die Kasse ermittelte anhand ihrer Versichertendaten, dass Arbeitnehmer in diesem Jahr im Schnitt 36,8 Tage mit seelischen Erkrankungen wie Burnout, Angststörungen oder auch Depressionen der Arbeit fern blieben. Hier sei zwar im vergleich zu 2020 ein Minus von 2,8 Tagen zu verzeichnen. Im Vergleich zu 2019 ist es aber ein Plus von 1,2 Tagen, so das Nachrichtenportal unter Berufung auf die KKH.

 

Auch Lockerungen beenden Situation nicht sofort

Einerseits bestünden auch bei Arbeitnehmern deutliche Existenzängste, und auch die Sorge vor einer vierten Welle treibt einige in diese Erkrankungen. Darüber hinaus sei es nicht wenigen schwer gefallen, im Home-Office Privates und Berufliches zu trennen. Und das, anders als manch Arbeitgeber vielleicht denkt, häufig zu Lasen des Privatlebens. Auch spielten die fehlenden Kontakte bis hin zur Isolation und eine Art der Entfremdung vom Unternehmen eine Rolle. 

 

Ist Anstieg wirklich pandemiebedingt?

Was die Studiendarstellung allerdings nicht aussagt, ist die Frage, welcher Anteil der seelischen Erkrankungen letztlich tatsächlich pandemiebedingt ausfällt. Denn ein Plus von 1,2 Tagen gegenüber 2019 kann durchaus – zumindest in Teilen – auch auf einen ohnehin seit mehreren Jahren zu verzeichnenden Anstieg an psychischen Erkrankungen zurückzuführen sein. Erkrankungen übrigens, bei denen den Erkrankten eine deutlich größere gesamtgesellschaftliche Zuwendung und mehr Mitgefühl zustünde. Denn es sind eben keine Mimosen, die mit Depressionen, Angstzuständen oder ähnlichem zu kämpfen haben. Es sind Menschen wie wir alle – nur eben mit einer echten Erkrankung. Daran zu denken, und dies zumindest zu akzeptieren, täte manchen einem sicherlich ganz gut. 

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