Ausbauplanung Lübecker Straße vorgestellt

Viel Akzeptanz aber auch Fragen und sogar Existenzsorgen auf Anwohnerinformation zum im Mai beginnenden 1. Bauabschnitt. - von Stephan Haring

Einmündung Steinstraße | Stadtverwaltung Schwerin

 

Zwischen Steinstraße und Platz der Freiheit werden in den kommenden Monaten – bis weit in das Jahr 2019 hinein – zahlreiche Leitungen erneuert und ist ein Neuaufbau von Straße und Gehwegen geplant. Der zuständige Ortsbeirat wie auch die Stadtverwaltung haben der Gesamtmaßnahme bereits zugestimmt. Nun waren für den heutigen Dienstagabend die Anlieger des 1. Bauabschnitts zu einer Informationsveranstaltung in die Aula der Friedensschule eingeladen.

Etwa 30 Interessierte kamen, und erfuhren aus erster Hand von den beteiligten Unternehmen und Vertretern der Stadt die Details zum ersten Teil des baulich wie zeitlich umfangreichen Vorhabens. Die Notwendigkeit, so SAE-Werkleiter Lutz Nieke, ergäbe sich vor allem aus der dringend notwendigen Erneuerung und Vergrößerung des vorhandenen Abwasserkanals, der einen wichtigen Teil des innerstädtischen Kanalsystems darstelle. Im Zuge dieser Erneuerung würden dann auch zahlreiche weitere Leitungen und Hausanschlüsse erneuert. Sowohl im 1. Bauabschnitt, der voraussichtlich bis Mitte November andauern werde, als auch im sich voraussichtlich unmittelbar anschließenden 2. Bauabschnitt. Dieser werde dann von der Steinstraße bis zum Platz der Freiheit verlaufen und soll auch die Errichtung einer neuen Fahrbahn und neuer Gehwege beinhalten.

Für die Anwohner zwischen Steinstraße und Severinstraße bedeutet dies: Ab Mai geht gar nichts mehr –ganz sicher bis Mitte nächsten Jahres.

Bisher keine Lösung für Parkplatzproblematik

Die Konsequenzen dieser langen Bauzeit stellten sich in der anschließenden Diskussion auch als eines der Hauptprobleme heraus. Zwar wurde ein umfassendes Konzept zur Verkehrsführung vorgestellt und darauf hingewiesen, dass die Kreuzung Lübecker Straße/Severinstraße nur punktuell gesperrt würde, aber schnell war auch dem Letzten klar, dass Gewerbebetriebe und private Parkplätze nicht mehr erreichbar wären. Auf die Frage nach Alternativlösungen hieß es von Seiten der Verwaltungsmitarbeiter: „Gibt es nicht.“ Für den anwesenden Ortsbeiratsvorsitzenden, Stephan Haring, eine erstaunliche Aussage. Wurde bei der Projektvorstellung im Januar doch noch erklärt, man werde Lösungen für die Parkplatzproblematik finden. „Es kann doch nicht sein, dass Sie nun einfach sagen, es gäbe keine. Dass die Nutzer privater Stellplätze sich für die Dauer der Baumaßnahme einen Anwohnerpark­ausweis kaufen dürfen, kann doch nicht wirklich als Angebot bezeichnet werden.“

Als allerdings ein Gewerbetreibender darstellte: „Das bedeutet mein Aus“, erklärte SAE-Chef Nike, dies wolle man auf jeden Fall verhindern. Er bot das persönliche Gespräch zur Lösungsfindung an. Darüber hinaus stellte er die Möglichkeit der Errichtung eines Anwohner-Behelfsparkplatzes in den Raum. „Dafür muss mir aber bitte jemand ein Grundstück zeigen, auf dem das möglich ist“, so Nike. Trotz intensiver Suche habe sein Unternehmen bisher keine entsprechende Möglichkeit gefunden.

Alles in allem wurde deutlich, dass die Anwohner durchaus die Notwendigkeit der Maßnahme erkennen und auch zu entsprechenden Einschnitten in ihre Lebensqualität bereit sind. Allerdings haben die verschiedenen noch offenen Fragen und individuellen Sorgen auch gezeigt, dass eine enge Kommunikation mit allen Anliegern sowie die weitere Suche nach Lösungen für bereits dargestellte wie auch neu auftretende Probleme auch während der gesamten Maßnahme zwingend erforderlich sein wird.


Der 1. Bauabschnitt im Überblick:

  • Steinstraße bis Severinstraße
  • Vollsperrung bis an die Kreuzung Lübecker Str / Severinstraße ab ca. Mitte Mai; zeitweise Vollsperrung der Kreuzung
  • Wegfall aller Parkplätze im Straßenbereich sowie der individuellen Erreichbarkeit aller Grundstücke im Bereich der Maßnahme
  • Vorerst kein Ersatzparkplatz und Nutzer privater Parkflächen dürfen Anwohnerparkausweis kaufen
  • Erreichbarkeit für Rettungsfahrzeuge wird zu jeder Zeit gegeben sein
  • Einmal wöchentlich Bauberatung, zu der auch Anwohner mit Fragen und Problemen kommen können
  • Lieferungen, Umzüge u.ä. können in Absprache mit der Baufirma realisiert werden (jederzeit Ansprache möglich)
  • Baufirma organisiert auch Transport der Mülltonnen zur Entsorgung von den Häusern zu einem Sammelplatz und zurück – Wichtig: Bitte alle Tonnen so markieren, dass zugehöriges Haus erkennbar ist

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