Welterbe und Wirtschaftskraft:
Ausstellung erinnert an Schwerins Hoflieferanten
Im Schleswig-Holstein-Haus ist eine Sonderausstellung zu den großherzoglichen Hoflieferanten eröffnet worden. Die Schau beleuchtet ein Stück Schweriner Wirtschafts- und Kulturgeschichte.

Im Kulturforum Schleswig-Holstein-Haus ist am Dienstag die Sonderausstellung „Bekrönte Händler. Großherzoglich Mecklenburgische Hoflieferanten und Hofhandwerker im 19. und 20. Jahrhundert“ eröffnet worden. Die Schau widmet sich einem bislang wenig beleuchteten Kapitel der Schweriner Stadtgeschichte.
Als ehemalige Haupt- und Residenzstadt war Schwerin das politische Zentrum des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. Zahlreiche Unternehmen trugen den Titel eines Hoflieferanten und durften das großherzogliche Wappen führen, ein Gütesiegel, das für besondere Qualität stand. Einige dieser Häuser sind heute Teil des UNESCO-Welterbes, nachdem das Schweriner Residenzensemble vor knapp zwei Jahren in die Welterbeliste aufgenommen wurde.

Zu den bekanntesten Betrieben zählt die Weinhandlung Uhle, deren Ursprünge bis ins Jahr 1751 zurückreichen. Auch die Familie Wöhler, die über Generationen den Titel des Hofkellermeisters führte, sowie die Hofkonditorei Krefft prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt. Ihre historischen Geschäftshäuser und Ausstattungen zeugen bis heute vom einstigen Ansehen der „bekrönten Händler“.
Die Ausstellung beleuchtet darüber hinaus weitere Hoflieferanten aus Schwerin und Mecklenburg. Exponate wie Silberarbeiten von Hofjuwelieren, Objekte der Hofoptikerfamilie Krille, Ausstattungsstücke der Familie Wöhler sowie ein erhaltenes Hoflieferanten-Wappen geben Einblick in die Vielfalt der ausgezeichneten Betriebe.
Ein besonderer Fokus liegt auch auf dem Alten Friedhof, auf dem zahlreiche ehemalige Hoftitelträger ihre letzte Ruhe fanden. Die Ausstellung entstand in Kooperation zwischen dem Förderverein Alter Friedhof Schwerin e. V. und der Landeshauptstadt Schwerin.
Die Sonderausstellung ist noch bis zum 12. April 2026 in der Kleinen Galerie des Kulturforums zu sehen. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt drei Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Zugang.




