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Welterbe und Wirtschaftskraft:
Ausstellung erinnert an Schwerins Hoflieferanten

Im Schleswig-Holstein-Haus ist eine Sonderausstellung zu den großherzoglichen Hoflieferanten eröffnet worden. Die Schau beleuchtet ein Stück Schweriner Wirtschafts- und Kulturgeschichte.

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  • Veröffentlicht Februar 26, 2026
Großherzoglicher Hoflieferant Göbel in Berlin, um 1910. Foto: Privatsammlung Schwerin
Großher­zoglich­er Hofliefer­ant Göbel in Berlin, um 1910. Foto: Pri­vat­samm­lung Schw­erin

 

Im Kul­tur­fo­rum Schleswig-Hol­stein-Haus ist am Dien­stag die Son­der­ausstel­lung „Bekrönte Händler. Großher­zoglich Meck­len­bur­gis­che Hofliefer­an­ten und Hofhandw­erk­er im 19. und 20. Jahrhun­dert“ eröffnet wor­den. Die Schau wid­met sich einem bis­lang wenig beleuchteten Kapi­tel der Schw­er­iner Stadt­geschichte.

Als ehe­ma­lige Haupt- und Res­i­den­zs­tadt war Schw­erin das poli­tis­che Zen­trum des Großher­zog­tums Meck­len­burg-Schw­erin. Zahlre­iche Unternehmen tru­gen den Titel eines Hofliefer­an­ten und durften das großher­zogliche Wap­pen führen, ein Güte­siegel, das für beson­dere Qual­ität stand. Einige dieser Häuser sind heute Teil des UNESCO-Wel­terbes, nach­dem das Schw­er­iner Res­i­den­zensem­ble vor knapp zwei Jahren in die Wel­ter­beliste aufgenom­men wurde.

 

Ausstellungsstand des Hofpianofortefabrikanten Perzina auf Landesgewerbeausstellung, 1911Foto: Stadtarchiv Schwerin
Ausstel­lungs­stand des Hof­pi­anoforte­fab­rikan­ten Perz­i­na auf Lan­des­gewer­beausstel­lung, 1911 Foto: Stadtarchiv Schw­erin

 

Zu den bekan­ntesten Betrieben zählt die Wein­hand­lung Uhle, deren Ursprünge bis ins Jahr 1751 zurück­re­ichen. Auch die Fam­i­lie Wöh­ler, die über Gen­er­a­tio­nen den Titel des Hofkeller­meis­ters führte, sowie die Hofkon­di­tor­ei Krefft prägten das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben der Stadt. Ihre his­torischen Geschäft­shäuser und Ausstat­tun­gen zeu­gen bis heute vom ein­sti­gen Anse­hen der „bekrön­ten Händler“.

Die Ausstel­lung beleuchtet darüber hin­aus weit­ere Hofliefer­an­ten aus Schw­erin und Meck­len­burg. Exponate wie Sil­ber­ar­beit­en von Hofjuwe­lieren, Objek­te der Hofop­tik­er­fam­i­lie Krille, Ausstat­tungsstücke der Fam­i­lie Wöh­ler sowie ein erhaltenes Hofliefer­an­ten-Wap­pen geben Ein­blick in die Vielfalt der aus­geze­ich­neten Betriebe.

Ein beson­der­er Fokus liegt auch auf dem Alten Fried­hof, auf dem zahlre­iche ehe­ma­lige Hoftitel­träger ihre let­zte Ruhe fan­den. Die Ausstel­lung ent­stand in Koop­er­a­tion zwis­chen dem Fördervere­in Alter Fried­hof Schw­erin e. V. und der Lan­deshaupt­stadt Schw­erin.

Die Son­der­ausstel­lung ist noch bis zum 12. April 2026 in der Kleinen Galerie des Kul­tur­fo­rums zu sehen. Geöffnet ist Dien­stag bis Son­ntag von 11 bis 18 Uhr. Der Ein­tritt beträgt drei Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Zugang.