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Kunst gegen Krieg und Propaganda:
Galerist Stephan Schrör zeigt polnische Künstler und Werke von Otto Dix im Dom

Wie aktuell sind die Lehren aus den Weltkriegen? Eine neue Ausstellung im Schweriner Dom verbindet Kunst aus Polen mit historischen Kriegsdarstellungen und Werken von Otto Dix.

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  • Veröffentlicht Juni 9, 2026
Ausstellung Schweriner Dom
Galerist Stephan Schrör hat die Skulp­turen der pol­nis­chen Kün­stler per­sön­lich aus Danzig nach Schw­erin gebracht. Sie sind ab Mitte Juni im Dom zu sehen. Foto: Ste­fan Rochow

 

Während in Europa wieder über Aufrüs­tung, Vertei­di­gungs­fähigkeit und mil­itärische Abschreck­ung disku­tiert wird und der Krieg in der Ukraine den Kon­ti­nent seit mehr als drei Jahren prägt, set­zt die Schw­er­iner FreshEg­gs­Gallery mit ein­er ungewöhn­lichen Ausstel­lung ein Zeichen. Unter dem Titel „Sowas kommt von Sowas“ sind vom 15. Juni bis 24. Juli im Schw­er­iner Dom Skulp­turen zeit­genös­sis­ch­er pol­nis­ch­er Kün­stler sowie his­torische Grafiken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs zu sehen.

Für Galerist Stephan Schrör ist die Ausstel­lung weit mehr als eine klas­sis­che Kun­stschau. Sie ver­ste­ht sich als Kom­men­tar zu ein­er Zeit, in der Krieg und seine Fol­gen wieder Teil des europäis­chen All­t­ags gewor­den sind. Viele Bilder aus aktuellen Kon­flik­ten erin­nern an Darstel­lun­gen, die Kün­stler bere­its vor mehr als 100 Jahren geschaf­fen haben. Genau diesen Zusam­men­hang möchte die Ausstel­lung sicht­bar machen.

„100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg bes­tim­men Vertei­di­gung und Kriegstüchtigkeit die Medi­en sowie die öffentliche Mei­n­ung“, heißt es im Ausstel­lung­s­text. Die Schau soll einen Blick in die Ver­gan­gen­heit ermöglichen und zugle­ich Raum für Reflex­ion über die Gegen­wart schaf­fen.

Kunst als Spiegel aktueller Konflikte

Die bei­den ausstel­len­den Kün­stler gehören zu den pro­fil­ierten Vertretern der zeit­genös­sis­chen pol­nis­chen Kun­st. Die Bild­hauerin Adri­ana Majdz­ińs­ka aus Danzig arbeit­et mit klaren, sym­bol­haften For­men und set­zt sich in ihren Werken mit men­schlichen Eigen­schaften und gesellschaftlichen Fra­gen auseinan­der. Ihr Lands­mann Czesław Podleśny beschäftigt sich kri­tisch mit Helden­bildern, Macht und Erin­nerungskul­tur. Bei­de kön­nen auf zahlre­iche inter­na­tionale Ausstel­lun­gen zurück­blick­en und arbeit­en seit vie­len Jahren mit dem Schw­er­iner Galeris­ten Stephan Schrör zusam­men.

Aus alten Met­all­teilen und Maschinenele­menten schafft Czesław Podleśny Fig­uren, die sich kri­tisch mit Helden­bildern und gesellschaftlichen Mythen auseinan­der­set­zen. Foto: Ste­fan Rochow

Für die aktuelle Ausstel­lung holte Schrör die Werke per­sön­lich aus Danzig nach Schw­erin. Im Mit­telpunkt ste­hen die Werk­grup­pen „Die sieben Tod­sün­den“ von Adri­ana Majdz­ińs­ka und „Alte Helden mit Gefährten“ von Czesław Podleśny. Ihre Arbeit­en beschäfti­gen sich mit Macht, men­schlichen Schwächen, Helden­mythen und gesellschaftlichen Entwick­lun­gen.

Von Kriegsbegeisterung bis Kriegsleid

Den zeit­genös­sis­chen Skulp­turen stellt Kura­tor Stephan Schrör bewusst his­torische Grafiken gegenüber. Gezeigt wer­den Orig­i­nal-Lith­o­grafien der Zeitschrift „Kriegszeit“, die während des Ersten Weltkriegs erschienen. Die Blät­ter doku­men­tieren die patri­o­tis­che Euphorie und Kriegs­begeis­terung jen­er Jahre und zeigen, wie Medi­en und Kun­st zur Ver­her­rlichung des Krieges beitra­gen kon­nten.

Demge­genüber ste­hen Arbeit­en von Otto Dix. Der Kün­stler erlebte den Ersten Weltkrieg selb­st als Sol­dat an der Front. Seine Radierungs­folge „Der Krieg“ gilt bis heute als eine der ein­dringlich­sten kün­st­lerischen Auseinan­der­set­zun­gen mit den Schreck­en bewaffneter Kon­flik­te. Während die „Kriegszeit“-Blätter den Krieg als hero­is­ches Ereig­nis insze­nieren, zeigen die Werke von Dix Tod, Leid und Zer­störung.

Galerist Stephan Schrör und die pol­nis­che Bild­hauerin Adri­ana Majdz­ińs­ka verbindet eine langjährige Zusam­me­nar­beit. Ihre Werke sind in der Ausstel­lung „Sowas kommt von Sowas“ im Schw­er­iner Dom zu sehen. Foto: pri­vat

Für Stephan Schrör schließt sich damit ein Kreis. Der Schw­er­iner Galerist beschäftigt sich seit Jahren mit Kun­st, die gesellschaftliche Entwick­lun­gen spiegelt und kom­men­tiert. Seine FreshEg­gs­Gallery hat ihren Sitz in Schw­erin und organ­isiert regelmäßig viel beachtete Ausstel­lun­gen in der Hyper­schale. Darüber hin­aus pflegt die Galerie inter­na­tionale Kon­tak­te zu Kun­stschaf­fend­en und Part­ner­ga­le­rien.

 


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Die aktuelle Ausstel­lung knüpft zugle­ich an frühere Pro­jek­te an. Die bis­lang let­zte große Präsen­ta­tion der FreshEg­gs­Gallery in Schw­erin fand 2016 im Marstall statt. Damals zeigte Schrör rund 70 Orig­i­nale bedeu­ten­der Kün­stler des 20. Jahrhun­derts, darunter Otto Dix, Käthe Koll­witz, Karl Schmidt-Rot­tluff, Oskar Kokosch­ka, Ernst Bar­lach und Ger­hard Mar­cks. Zehn Jahre später kehrt Dix nun in eine Ausstel­lung der Galerie zurück – einge­bet­tet in eine Schau, deren The­men kaum aktueller sein kön­nten.

Die Vernissage find­et am Son­ntag, 14. Juni, um 11.30 Uhr im Schw­er­iner Dom, direkt nach dem Gottes­di­enst, statt. Die Kün­stler wer­den anwe­send sein. Die Ausstel­lung ist anschließend bis zum 24. Juli täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet.