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Zwischen Heldenmythen und Kriegsleid:
Galerist Stephan Schrör eröffnet Ausstellung zu Krieg und Propaganda im Dom

Zahlreiche Gäste kamen zur Vernissage in den Schweriner Dom. Dort eröffnete Galerist Stephan Schrör eine Ausstellung, die historische Kriegsbilder und moderne Skulpturen zu einem eindringlichen Appell verbindet.

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  • Veröffentlicht Juni 15, 2026
Stephan Schrör (Mitte) mit den ausstel­len­den Kün­stlern Czesław Podleśny und Adri­ana Majdz­ińs­ka bei der Vernissage im Schw­er­iner Dom. Foto: Ste­fan Rochow

Mit ein­er gut besucht­en Vernissage ist am Son­ntag die Ausstel­lung „Sowas kommt von Sowas“ im Schw­er­iner Dom eröffnet wor­den. Bis zum 24. Juli zeigt die Schw­er­iner FreshEg­gs­Gallery des Galeris­ten Stephan Schrör dort Skulp­turen der pol­nis­chen Kün­stler Adri­ana Majdz­ińs­ka und Czesław Podleśny sowie his­torische Grafiken aus der Zeit des Ersten Weltkriegs und Arbeit­en von Otto Dix.

Die Ausstel­lung verbindet zeit­genös­sis­che Kun­st mit his­torischen Kriegs­darstel­lun­gen und will zum Nach­denken über Krieg, Pro­pa­gan­da und gesellschaftliche Entwick­lun­gen anre­gen. Ger­ade vor dem Hin­ter­grund aktueller Kon­flik­te in Europa sei das The­ma von beson­der­er Aktu­al­ität, sagte Galerist Stephan Schrör bei der Eröff­nung.

Kun­st spreche Men­schen unmit­tel­bar an und offen­bare „die guten wie die schlecht­en Seit­en der men­schlichen Natur“. Die aus­gestell­ten Werke seien inner­halb eines Gotte­shaus­es zu sehen, das seit Gen­er­a­tio­nen Hoff­nun­gen, Lei­den­schaften und Sehn­süchte der Schw­er­iner begleite. „Ich hoffe, der pos­i­tive Ein­druck bleibt Ihnen lange in Erin­nerung“, so Schrör.

„Die Kunst soll für sich selbst sprechen“

Galerist Stephan Schrör verzichtete bewusst auf eine aus­führliche kun­sthis­torische Einord­nung. Das The­ma der Ausstel­lung sei zu kom­plex, um es mit weni­gen Worten voll­ständig zu erfassen. „Ich würde sagen, hier soll die Kun­st für sich sel­ber sprechen“, erk­lärte er den Gästen.

Beson­ders stolz zeigte sich Schrör über die Zusam­me­nar­beit mit der Danziger Bild­hauerin Adri­ana Majdz­ińs­ka. Ihre Werkrei­he „Die sieben Tod­sün­den“ sei nicht selb­stver­ständlich für einen Ausstel­lung­sort wie den Dom. „Ich habe mich kaum getraut zu fra­gen, ob ich diese Tod­sün­den in die Kirche brin­gen darf“, sagte der Galerist mit einem Schmun­zeln. Ger­ade die Auseinan­der­set­zung mit men­schlichen Schwächen passe jedoch her­vor­ra­gend in den sakralen Raum.

Zeit­genös­sis­che Skulp­turen, his­torische Kriegs­grafiken und Werke von Otto Dix: Zur Vernissage der Ausstel­lung „Sowas kommt von Sowas“ füllte sich das südliche Seit­en­schiff des Schw­er­iner Doms. Foto: Ste­fan Rochow

 

 

Auch die Arbeit­en des pol­nis­chen Bild­hauers Czesław Podleśny stellte Schrör in den Mit­telpunkt sein­er Aus­führun­gen. Dessen Fig­uren aus alten Met­all­teilen und Maschinenele­menten seien für ihn Aus­druck ein­er ganz eige­nen kün­st­lerischen Sprache. „Mich hat diese eigene Sprache von Anfang an beein­druckt“, sagte Schrör.

Gegenüberstellung von Propaganda und Realität

Kern der Ausstel­lung ist die bewusste Gegenüber­stel­lung his­torisch­er Kriegspro­pa­gan­da mit den scho­nungslosen Darstel­lun­gen des Krieges durch Otto Dix. Gezeigt wer­den Orig­i­nal-Lith­o­grafien der Zeitschrift „Kriegszeit“, die während des Ersten Weltkriegs erschienen und patri­o­tis­che Begeis­terung ver­bre­it­eten.

 

Die Skulp­turen von Czesław Podleśny sind Teil der Ausstel­lung „Sowas kommt von Sowas“ im Schw­er­iner Dom. Foto: Ste­fan Rochow

 

Schrör erin­nerte daran, dass sich damals selb­st namhafte Kün­stler für den Krieg aussprachen. „In diesen Kriegszeit­en wurde zum Krieg aufgerufen“, sagte er bei der Vernissage.

Dem gegenüber ste­hen die Radierun­gen von Otto Dix, der die Schreck­en des Ersten Weltkriegs selb­st erlebt hat­te. „Otto Dix zeigt die Real­ität“, betonte Schrör. Seine Arbeit­en wür­den nicht den hero­is­chen Mythos des Krieges darstellen, son­dern Leid, Tod und Zer­störung sicht­bar machen.

Mahnung für die Gegenwart

Dabei gehe es ihm nicht darum, das Recht auf Vertei­di­gung infrage zu stellen, stellte der Schw­er­iner Galerist klar. Vielmehr wolle die Ausstel­lung dazu anre­gen, aktuelle Entwick­lun­gen kri­tisch zu reflek­tieren.


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„Wir soll­ten reflek­tieren, dass in der heuti­gen Zeit schon wieder eine Medi­en­mas­chine läuft, die das alles ein biss­chen ver­wässert“, sagte Schrör. Er ver­wies auf Kriegs­darstel­lun­gen in Medi­en und Fil­men, die Kon­flik­te oft vere­in­facht­en oder hero­isierten. „Daraus ver­suche ich ein biss­chen hinzuweisen und zum Nach­denken anzure­gen.“

Die Ausstel­lung „Sowas kommt von Sowas“ ist bis zum 24. Juli täglich von 10 bis 17 Uhr im Schw­er­iner Dom zu sehen. Neben den Werken von Adri­ana Majdz­ińs­ka und Czesław Podleśny wer­den his­torische Grafiken der Zeitschrift „Kriegszeit“ sowie Arbeit­en von Otto Dix gezeigt.