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Vom Weihnachtsmarkt zur „Welttournee“:
Axel Sterns unglaubliche Schlagerreise

Axel Roller vereint drei Leben in einer Person: Werbeagenturbesitzer, Schlagerfigur Axel Stern und Online-Unterhalter. Mit Humor, Musik und Selbstironie entertaint er Schwerin. Und das gleich auf drei Bühnen.

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  • Veröffentlicht Dezember 1, 2025
Axel Roller Schwerin
Axel Roller als Kun­st­fig­ur Axel Stern, eine Mis­chung aus Glitzer, Humor und Selb­stironie. Foto: pri­vat

 

Wenn man Axel Roller trifft, begeg­net man nicht nur einem einzi­gen Men­schen. Vielmehr ste­hen gle­ich drei Per­sön­lichkeit­en im Raum: der Inhab­er ein­er Schw­er­iner Wer­beagen­tur, der selb­stiro­nis­che Schlager­sänger Axel Stern und der dig­i­tale Unter­hal­ter mit großer Online-Fange­meinde. Diese drei Rollen kön­nten unter­schiedlich­er kaum sein, den­noch ver­schmelzen sie in ein­er Per­son, die sich ein­er Mis­sion ver­schrieben hat: Men­schen zu unter­hal­ten, egal auf welch­er Bühne.

Vom Songschreiber zur strahlenden Kunstfigur

Der musikalis­che Weg des Enter­tain­ers begann nicht im Ram­p­en­licht. Roller schrieb jahre­lang Songs für andere Kün­stler, vor allem für Schlager­sän­gerin­nen. Er war der kreative Kopf im Hin­ter­grund, nie die Per­son am Mikro­fon. Das änderte sich, als ihm eines Tages ein Lied ein­fiel, das er selb­st nur als „Män­ner­song“ beschreibt. Fre­unde drängten ihn: „Sing den doch ein­fach mal selb­st!“

Was als Scherz begann, wurde zum Beginn ein­er neuen Kar­riere. Roller entwick­elte die Kun­st­fig­ur Axel Stern, eine Mis­chung aus Glitzer, Humor und Selb­stironie. Gold­weste, Base­cap, dicke Kette und ein uner­schüt­ter­lich­er Wille, gute Laune zu ver­bre­it­en, gehören zu seinem Büh­ne­nauftritt.

Seine Geburtsstunde als Schlagerkün­stler schlug auf dem Schw­er­iner Wei­h­nachts­markt. Vor einem Jahr stand er dort zum ersten Mal auf der Bühne. „Hier begann meine Welt­tournee“, sagt er lachend. Und genau dort wird sie am 11. Dezem­ber um 18.30 Uhr enden, mit dem großen Finale „Axel Stern & Friends“. Diesen Auftritt beze­ich­net er selb­st humor­voll als den größt­möglichen musikalis­chen Höhep­unkt des Jahres.

 

 

Auf dem Schw­er­iner Wei­h­nachts­markt begann im ver­gan­genen Jahr die „Welt­tournee” von Axel Stern. Foto: pri­vat

 

Ein­er sein­er skur­ril­sten Auftritte fand bei 34 Grad Mit­tagshitze statt – da stand er vor recht wenig Zusachauern auf dem Stadt­fest in Lud­wigslust. Eine Woche später in Hagenow sah die Welt schon anders aus: Der Platz war voll, die Stim­mung aus­ge­lassen. „Man weiß nie, was passiert. Und genau das macht es span­nend“, sagt Roller.

20 Songs in einem Jahr

Im ersten Jahr als Axel Stern war er erstaunlich pro­duk­tiv. 20 Titel sind ent­standen. Darunter „Throm­boses­trümpfe“, „Weinköni­gin“, „Cham­pag­n­er im Dekol­leté“ oder „Cola mit Korn“. Hin­ter der schein­bar leicht­en Par­tysprache ver­birgt sich jedoch oft per­sön­liche Bedeu­tung.

„Cola mit Korn“ wid­mete er seinem Vater, der als Diplo­mat auf zahlre­ichen Empfän­gen unter­wegs war und dem Alko­hol stets nahe stand. „Ich erzäh­le solche Geschicht­en lieber mit einem Augen­zwinkern“, sagt Roller. Seine Musik bleibt dabei immer respek­tvoll, niemals derb. „Vul­gäre Begriffe kom­men in meinen Liedern nicht vor“, betont er.

 

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Ger­ade diese Hal­tung unter­schei­det ihn von vie­len Baller­mann-Sängern, obwohl manche ihn in diese Rich­tung einord­nen. „Meine Musik passt nicht in ein Festzelt, in dem alle stern­hagelvoll sind. Man muss bei meinen Songs noch ein wenig hin­hören.“

Sein näch­stes Lied trägt den Arbeit­sti­tel „Son­derver­mö­gen“. Wann es erscheint, lässt er offen. „Ich mache neue Songs, wenn mir im All­t­ag etwas Witziges begeg­net.“ So ent­stand auch der „Guc­ci-Song“, inspiri­ert von jeman­dem, der auss­chließlich Klei­dung dieser Marke trägt.

 

Millionen Klicks für Generationenkonflikte

Während Axel Stern live eher sel­ten auftritt, ist Rollers drittes Ich umso präsen­ter. Als online gefeiert­er Unter­hal­ter par­o­diert er in kurzen Videos alltägliche Büroszenen. Die Clips zeigen Gen­er­a­tio­nenkon­flik­te zwis­chen Boomer und Gen­er­a­tion Z, liebevoll über­spitzt, oft her­rlich chao­tisch und stets mit ein­er guten Por­tion Selb­stironie.

Mit seinem Team spielt er Szenen nach, die so real wirken, dass Zuschauer schreiben: „Habt ihr eine ver­steck­te Kam­era im Büro?“

Roller lacht: „Manche glauben tat­säch­lich, es wäre ein Doku­men­tarfilm.“ Seine Videos erre­ichen monatlich mehrere Mil­lio­nen Aufrufe und mehr als 230.000 Fol­low­er auf ver­schiede­nen Plat­tfor­men.

 


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Diese Pop­u­lar­ität ent­stand aus pur­er Freude am Erzählen. Dass daraus ein eigen­er Onlinecharak­ter wurde, ver­dankt Roller einem Zufall und einem Autoem­blem. Da seine Fig­ur in den Videos einen Mer­cedes-lieben­den Chef spielt, kam ihm die Idee, als Schlager­sänger den Namen „Stern“ zu ver­wen­den. Ein klein­er Gag, der sich inzwis­chen fest etabliert hat.

Musik mit Wiedererkennungswert

Neben eige­nen Liedern pro­duziert Roller auch Musik für andere Kün­stler. Beson­ders inten­siv arbeit­et er mit der Schw­er­iner Frauen­band „7deLux“ zusam­men. „Die Energie mit den Damen ist unfass­bar. Da wirbelt alles durcheinan­der, im besten Sinne“, sagt er. Die Zusam­me­nar­beit inspiri­ert ihn immer wieder zu neuen Pro­jek­ten.

Seine Songs haben eine klare Hand­schrift: witzige Texte, eingängige Melo­di­en und Musikvideos im Hochglanz­for­mat, die den­noch immer humor­volle Momente enthal­ten.

Zurück auf die Bühne

Der große Abschlus­sauftritt am 11. Dezem­ber bedeutet Roller viel. Die Wei­h­nachts­mark­t­bühne find­et er „richtig hüb­sch“, bedauert jedoch, dass dort in diesem Jahr aus Kosten­grün­den nur an vier Tagen pro Woche Pro­gramm stat­tfind­et.

 

Am 11. Dezem­ber zieht es Axel Stern wieder auf die Bühne des Wei­h­nachts­mark­tes. Foto: pri­vat

 

Doch umso mehr freut er sich auf seinen Abend und darauf, anschließend auch pri­vat über den Markt zu bum­meln. Eine Kind­heit­serin­nerung treibt ihn dabei beson­ders um: „Ich hoffe immer noch auf Bana­nen im Bierteig. Das habe ich früher geliebt.“

Schwerin erdet

Trotz aller Erfolge wirkt Roller boden­ständig. Auf den sozialen Medi­en fol­gen ihm Hun­dert­tausende Men­schen, auf Konz­ert­büh­nen wird er gefeiert, und den­noch sagt er: „Die Leute hier ken­nen mich. In Schw­erin wird einem sofort gesagt, wenn etwas nicht gut ist. Das erdet unge­mein.“

Ob als Musik­er, Pro­duzent, dig­i­taler Enter­tain­er oder Inhab­er sein­er Wer­beagen­tur: Roller bewegt sich sou­verän zwis­chen all diesen Wel­ten. Vielle­icht ist genau diese Mis­chung aus Kreativ­ität, Mut zum Humor und boden­ständi­ger Selb­stironie sein Erfol­gs­ge­heim­nis.

Das Pub­likum darf entschei­den, welche sein­er drei Rollen ger­ade die lieb­ste ist. Für Roller selb­st gibt es diese Entschei­dung nicht. Alle gehören zu ihm. Und solange er Men­schen unter­hal­ten kann, macht er genau das weit­er, ohne Pause, ohne Allüren und immer mit einem Lächeln hin­ter der gold­e­nen oder roten Base­cap.