Schwerin:
Bäckerei Junge verkauft Mehrheitsanteile an Beteiligungsgesellschaft Egeria
Die Lübecker Bäckerei Junge verkauft 74,9 % der Anteile an einen Investor – bleibt aber als Marke, Arbeitgeber und Familienbetrieb teilweise erhalten.

Die traditionsreiche Bäckerei Junge mit Hauptsitz in Lübeck stellt die Weichen für die Zukunft: 74,9 Prozent der Unternehmensanteile wurden an die niederländische Beteiligungsgesellschaft Egeria verkauft. Der Vertrag wurde diese Woche unterzeichnet, der Abschluss der Transaktion ist für September geplant. Damit wandelt sich das 128 Jahre alte Familienunternehmen zur Beteiligungsgesellschaft – bleibt aber mit einem Minderheitsanteil weiterhin familiengeführt.
Geschäftsführer Axel Junge betont, dass die Entscheidung das Ergebnis einer langen, sorgfältigen Partnersuche sei: „Wir haben mit Egeria unseren Wunschpartner gefunden.“ So die Familie gegenüber den Lübecker Nachrichten. Die Familie und das Managementteam halten künftig gemeinsam 25,1 Prozent der Anteile – und somit eine Sperrminorität bei grundlegenden Entscheidungen.
Laut geschäftsführendem Mitgesellschafter Tobias Schulz steht das Unternehmen wirtschaftlich stabil da: Bei einem Jahresumsatz von 271 Millionen Euro beschäftigt Junge rund 5600 Mitarbeitende in 212 Filialen in sechs Bundesländern. Die Geschäftsführung bleibt unverändert, ebenso wie die beiden Produktionsstandorte in Lübeck-Roggenhorst und Rostock-Elmenhorst.
Der Schritt zur Beteiligung wurde notwendig, um weiteres Wachstum zu finanzieren. Ziel ist es, jährlich bis zu 15 neue Filialen zu eröffnen, unter anderem mit Fokus auf Drive-In-Konzepte. Auch Digitalisierung spielt eine zunehmende Rolle: Gemeinsam mit den Universitäten in Kiel und Lübeck entwickelt Junge ein KI-gestütztes Prognosesystem zur bedarfsgerechten Warenverteilung.
Für Mitarbeitende und Kundschaft soll sich durch den Gesellschafterwechsel nichts ändern. Lübeck bleibt weiterhin Hauptsitz des Unternehmens.



