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Frost legt Bauarbeiten lahm:
Bahn kann April-Termin zur Wiederöffnung der Strecke Hamburg–Berlin nicht halten

Der Winter verzögert die Sanierung der Bahnstrecke Hamburg–Berlin. Für Pendler aus Schwerin heißt das länger Umwege und Wartezeiten. Die Bahn arbeitet an einem neuen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme.

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  • Veröffentlicht Februar 17, 2026
Keine gute Nachricht für Schw­erin: Der Win­ter verzögert die Wieder­eröff­nung der Strecke Ham­burg-Berlin. Foto: Dmitriy auf Pix­abay

Wochen­langer Frost und anhal­tender Schneefall in Nord­deutsch­land verzögern die Sanierung des wichti­gen Bahnko­r­ri­dors Hamburg–Berlin. Die Deutsche Bahn wird die Strecke daher nicht wie ursprünglich vorge­se­hen am 30. April wieder in Betrieb nehmen kön­nen. Beson­ders für Pend­lerin­nen und Pendler sowie Reisende aus der Region Schw­erin hat die Entschei­dung spür­bare Auswirkun­gen.

Seit Ende Dezem­ber seien zahlre­iche Bauar­beit­en wit­terungs­be­d­ingt nicht möglich gewe­sen, teilte die Bahn in ein­er Pressemit­teilung mit. Dauer­haft niedrige Tem­per­a­turen hät­ten dazu geführt, dass Kabelka­näle vereist oder zuge­froren seien. Kabel für Sig­nal- und Stell­w­erk­stech­nik kon­nten daher nicht ver­legt wer­den. Auf eini­gen Streck­en­ab­schnit­ten reiche der Frost bis zu 70 Zen­time­ter tief in den Boden. Auch Arbeit­en an Ober­leitun­gen, Weichenantrieben und Sig­nalan­la­gen seien seit Wochen aus­ge­set­zt.

Stärkster Wintereinbruch seit 15 Jahren

Nach Angaben von Gerd-Diet­rich Bolte, Vor­stand für Infra­struk­tur­pla­nung und ‑pro­jek­te bei DB Infra­GO, han­delt es sich um den stärk­sten Win­tere­in­bruch in der Region seit mehr als 15 Jahren. Zwar habe man im Bauzeit­en­plan Puffer für die kalte Jahreszeit einge­plant, doch die Dauer von Frost und Schnee übertr­e­ffe die Erwartun­gen deut­lich. Beson­ders bei der Mon­tage der Leit- und Sicherung­stech­nik liege das Pro­jekt inzwis­chen hin­ter dem Zeit­plan.

Sobald der Boden voll­ständig aufge­taut ist, sollen die ver­schobe­nen Arbeit­en neu organ­isiert wer­den. Dann will die Bahn auch zusät­zlich­es Per­son­al auf den Baustellen ein­set­zen, um ver­lorene Zeit aufzu­holen. Bis zum 13. März soll ein neues Konzept für die Inbe­trieb­nahme der Strecke vor­liegen.

Neuer Zeitplan kommt erst im März

Ziel sei es, eine Lösung zu find­en, die sowohl für Reisende als auch für Güter­verkehrsun­ternehmen trag­bar ist. Dabei müssen auch die ab 1. Mai geplanten umfan­gre­ichen Sanierungsar­beit­en auf der Strecke Hamburg–Hannover berück­sichtigt wer­den. Diese ste­hen in engem Zusam­men­hang mit den Umleitun­gen im Fern- und Güter­verkehr zwis­chen den bei­den Metropolen.

Für viele Men­schen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bedeutet die Verzögerung weit­er­hin län­gere Fahrzeit­en, Umstiege und Ein­schränkun­gen im Bah­n­verkehr. Vor allem Pend­lerin­nen und Pendler aus Schw­erin und Umge­bung müssen sich darauf ein­stellen, dass sich die Sit­u­a­tion auf der wichti­gen Nord-Süd-Verbindung vor­erst nicht wie geplant entspan­nt. Wann die Strecke tat­säch­lich wieder voll­ständig in Betrieb gehen kann, wird voraus­sichtlich erst mit Vor­lage des neuen Zeit­plans Mitte März klar.