Land reformiert Bauordnung:
Bau-Turbo und Rekordförderung für mehr Wohnraum in MV
Bauminister Christian Pegel stellte auf der VNW-Mitgliederversammlung Maßnahmen für schnelleren und bezahlbaren Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern vor.

Mit dem zum 30. Oktober 2025 in Kraft getretenen „Bau-Turbo“ hat die Bundesregierung laut Pegel ein „starkes Signal für schnelleren und unbürokratischeren Wohnungsbau“ gesetzt. Der neue § 246e Baugesetzbuch ermögliche bis Ende 2030 Abweichungen von bauplanungsrechtlichen Vorgaben, wodurch Neubauten, Aufstockungen oder Umnutzungen – etwa die Umwandlung leerstehender Bürogebäude in Wohnungen – deutlich einfacher genehmigt werden können.
Ein Bebauungsplan sei bei vielen Projekten künftig nicht mehr notwendig. Erforderlich bleibe lediglich ein Baugenehmigungsverfahren sowie die Zustimmung der Gemeinde, die innerhalb von drei Monaten erfolgen muss.
„Gerade dort, wo Wohnraum knapp ist, eröffnet der Bau-Turbo neue Chancen. Wir geben Städten, Gemeinden und Wohnungsunternehmen bewusst ein Experimentierfeld, um schneller Wohnraum zu schaffen“, betonte Pegel.
Das Bauministerium informierte bereits alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister über das neue Instrument. Zudem begleitet das Bundesbauministerium die Startphase mit einem Umsetzungslabor und Informationsangeboten. Pegel ermutigte die Branche:
„Gehen Sie frühzeitig auf Ihre Städte und Gemeinden zu. Wenn alle an einem Strang ziehen, wird der Bau-Turbo einen spürbaren Beitrag zur Entspannung des Wohnungsmarktes leisten.“
Modernisierung der Landesbauordnung: Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität
Parallel arbeitet die Landesregierung an einer umfassenden Reform der Landesbauordnung. Ziel sei es, Verfahren zu vereinfachen und Baukosten zu senken „Wir vereinfachen das Abstandsflächenrecht, reduzieren Anforderungen an Wohnungen und erweitern die verfahrensfreien sowie vereinfachten Verfahren“, erklärte der Minister. Zudem sollen Sollvorschriften mehr Spielraum bei der Nachnutzung bestehender Gebäude schaffen. Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden, Kammern und der Bauwirtschaft seien aktiv in die Modernisierung eingebunden.
Städtebau- und Wohnraumförderung auf Rekordniveau
Mit insgesamt 55 Millionen Euro Städtebauförderung und über 120 Millionen Euro Wohnungsbauförderung bleibt Mecklenburg-Vorpommern bundesweit eines der engagiertesten Länder beim Thema sozialer Wohnungsbau. Diese Mittel sollen laut Pegel nicht nur neuen Wohnraum schaffen, sondern auch die Bauwirtschaft im Hoch- und Tiefbau stützen.
Rückbauprogramm und Altschuldenentlastung stärken Kommunen
Für den Rückbau nicht mehr benötigter Wohnungen stellte das Land 2025 1,035 Millionen Euro zur Verfügung. Für 2026 sind 676.000 Euro eingeplant. Zudem plant der Bund eine Erhöhung der Rückbauförderung von 55 auf 70 Euro pro Quadratmeter, was die Gesamtförderung auf 140 Euro pro Quadratmeter anheben würde.
„Der Rückbau bleibt ein wichtiger Baustein, um unsere Wohnungsbestände an demografische Entwicklungen anzupassen – ohne kommunale Eigenanteile“, sagte Pegel. Ein bundesweit einmaliger Schritt sei zudem die vollständige Altschuldenentlastung kommunaler Wohnungsunternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Man lösen 2025 rund 24,8 Millionen Euro an Altverbindlichkeiten ab. Damit schaffe man die dringend benötigten Spielräume für Investitionen in modernen, sozialen und energieeffizienten Wohnraum.
Pegel betonte, das Programm sei „ein echtes Aufatmen für die Gemeinden“ und ein wichtiges Signal für die kommunale Handlungsfähigkeit.
Ausblick: Gemeinsames Handeln für bezahlbaren Wohnraum
Zum Abschluss bekräftigte der Minister: „Wir mobilisieren im Land alle Kräfte für mehr, schnelleren und bezahlbaren Wohnraum. Mit dem Bau-Turbo, einer modernen Landesbauordnung, stabilen Förderprogrammen und der Entlastung der Kommunen schaffen wir die Voraussetzungen – und gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft wollen wir diese Chancen jetzt nutzen.“



