MV reformiert Landesbauordnung
Bauen soll schneller und einfacher werden
In Mecklenburg-Vorpommern soll Bauen einfacher werden. Der Landtag beschloss eine Reform der Bauordnung mit gelockerten Vorgaben.

Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat eine umfassende Reform der Landesbauordnung beschlossen. Mit den Stimmen von SPD, Linke und Grünen wurde die Gesetzesänderung im Landtag in Schwerin verabschiedet. Ziel der Reform ist es, Bauvorhaben zu vereinfachen, Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Nach Angaben der Regierungsfraktionen sollen zahlreiche bisherige Vorgaben gelockert werden. Betroffen sind unter anderem Regelungen zu Raumhöhen, Brandschutz, Abstandsflächen, Barrierefreiheit und Aufzugspflichten. Insbesondere der Umbau und die Erweiterung bestehender Gebäude sollen künftig unkomplizierter möglich sein.
Der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Albrecht, erklärte vor der Abstimmung, dass sperrige Vorschriften angepasst und Genehmigungsverfahren vereinfacht würden. Dadurch solle Bauen insgesamt schneller und wirtschaftlicher werden.
Zu den wichtigsten Änderungen zählt die Absenkung der vorgeschriebenen Raumhöhe bei neu geschaffenem Wohnraum in Bestandsgebäuden. Künftig reichen 2,30 Meter statt bislang 2,40 Meter. Auch bei Aufstockungen bestehender Häuser sollen Brandschutzauflagen unter bestimmten Voraussetzungen nicht automatisch verschärft werden. Für kleinere Geschäfte im Erdgeschoss genügt künftig zudem ein Fluchtweg statt bisher zwei.
Streitpunkt Aufzugspflicht ab vier Geschossen
Neu geregelt wird auch die Aufzugspflicht. Ab vier Geschossen müssen künftig Aufzüge eingebaut werden. Diese Vorgabe wurde allerdings kritisch bewertet. Der CDU-Abgeordnete Marc Reinhardt erklärte, der Bedarf eines Fahrstuhls hänge stark von der Nutzung eines Gebäudes ab. Auch der Landesbauverband hatte im Vorfeld vor zusätzlichen Bau- und Betriebskosten durch starre Regelungen gewarnt.
Weitere Änderungen betreffen kleinere Bauvorhaben. Garagen und Schuppen bis zu 40 Quadratmetern Fläche können künftig ohne Baugenehmigung errichtet werden. Zudem werden Solaranlagen auf Grenzgaragen erleichtert. Neubauten dürfen außerdem näher an Grundstücksgrenzen heranrücken als bisher. Für Gebäude mittlerer Größe gelten künftig geringere Mindestabstände.
Die Reform wird von der Landesregierung als Beitrag zur Schaffung von Wohnraum und zur Modernisierung des Baurechts verstanden. Gleichzeitig gab es Forderungen nach stärkeren Regelungen zum Klimaschutz. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Constanze Oehlrich erklärte, modernes Bauen müsse stärker auf Nachhaltigkeit, Flächensparen und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden.
Auch der BUND Mecklenburg-Vorpommern bewertete die Reform grundsätzlich positiv, mahnte jedoch zusätzliche Maßnahmen zum Bodenschutz und zur Reduzierung von CO₂-Emissionen an. Nach Ansicht des Verbandes sollte stärker auf nachhaltige Baustoffe und die Nutzung bestehender Flächen gesetzt werden.




