Führerscheinprüfungen:
Betrug bei Prüfungen bleibt Thema
Bei Führerscheinprüfungen in MV bleibt die Zahl der Betrugsfälle niedrig. Bundesweit steigt die Zahl der Täuschungsversuche dagegen weiter an.

Die Zahl der Täuschungsversuche bei theoretischen Führerscheinprüfungen ist in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr leicht gesunken. Nach Angaben des Tüv-Verbands wurden 2025 insgesamt 23 Betrugsfälle bei 34.895 Prüfungen registriert. Das entspricht einer Quote von 0,07 Prozent. Im Jahr zuvor waren noch 30 Verstöße bei 34.570 Prüfungen festgestellt worden.
Damit bleibt die Entwicklung im Nordosten stabil und liegt entgegen dem Bundestrend. Bundesweit ist die Zahl der Täuschungsversuche leicht gestiegen. Laut Tüv wurden 2025 insgesamt 4.239 Betrugsfälle bei mehr als zwei Millionen Theorieprüfungen erfasst – ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Nach Einschätzung des Tüv-Verbands hat sich Prüfungsbetrug bundesweit auf einem hohen Niveau stabilisiert. Gleichzeitig gehen Experten von einer erheblichen Dunkelziffer aus, da nur ein Teil der Täuschungsversuche entdeckt wird. Dies könne Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit haben.
Auffällig ist der zunehmende Einsatz technischer Hilfsmittel. In mehr als jedem dritten Fall wurden Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer verwendet. Auch sogenannte Stellvertreter, die die Prüfung anstelle der eigentlichen Bewerber ablegen, kommen zum Einsatz. Insgesamt sei inzwischen mehr als jeder zweite Betrugsversuch professionell organisiert.
Neben technischen Methoden wird weiterhin häufig mit klassischen Spickzetteln gearbeitet. Diese kamen in rund 44 Prozent der Fälle zum Einsatz. Besonders betroffen ist bundesweit die theoretische Pkw-Prüfung.
Im Vergleich der Bundesländer wurden die meisten Betrugsfälle in Nordrhein-Westfalen registriert, gefolgt von Berlin und Bayern. In Mecklenburg-Vorpommern bleiben die Fallzahlen dagegen auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.




