Mo, 9. Februar 2026
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Schwerin startet neuen Ansatz:
Blaulichttag in Schwerin rückt Erstversorgung in den Fokus

Am 4. Februar lädt der 1. Schweriner Blaulichttag in die Marienplatz-Galerie ein. Besucher lernen Wiederbelebung, treffen Einsatzkräfte und informieren sich zum neuen AED-Netz.

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  • Veröffentlicht Februar 3, 2026
Ersthelferquote als strukturelle Herausforderung Foto: Symbolbild
Ers­thelfer­quote als struk­turelle Her­aus­forderung. Foto: Sym­bol­bild

 

Am Mittwoch, dem 4. Feb­ru­ar 2026, find­et in der Marien­platz-Galerie der 1. Schw­er­iner Blaulicht­tag statt. Von 10 bis 18 Uhr laden zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen aus dem Bere­ich der Gefahren­ab­wehr und Not­fal­lver­sorgung die Bevölkerung dazu ein, sich über Erste Hil­fe, Wieder­bele­bung und den Ein­satz mod­ern­er Ret­tung­stech­nik zu informieren und diese auch prak­tisch zu erproben. Ziel der Ver­anstal­tung ist es, die medi­zinis­che Erstver­sorgung zu stärken und die Bevölkerung stärk­er in leben­sret­tende Maß­nah­men einzu­binden.

Im Mit­telpunkt des Blaulicht­tages ste­ht die Ver­mit­tlung von Wis­sen zur Wieder­bele­bung. An ins­ge­samt rund 30 Übungssta­tio­nen kön­nen Besucherin­nen und Besuch­er unter fach­lich­er Anleitung die Herz­druck­mas­sage trainieren und den Umgang mit automa­tisierten exter­nen Defib­ril­la­toren (AED) ken­nen­ler­nen. Ergänzt wird das Ange­bot durch inter­ak­tive Lern­sta­tio­nen, unter anderem mit dig­i­tal­en Anwen­dun­gen wie Vir­tu­al-Real­i­ty-Brillen, die einen anschaulichen Ein­blick in die Funk­tion­sweise des Herzens geben.

Der Blaulicht­tag begleit­et zugle­ich den Startschuss für den Auf­bau eines öffentlichen AED-Flächen­net­zes in der Lan­deshaupt­stadt Schw­erin. Hin­ter­grund ist die ver­gle­ich­sweise niedrige Ers­thelfer­quote in Deutsch­land sowie die Tat­sache, dass in vie­len Regio­nen – ins­beson­dere im ländlichen Raum Meck­len­burg-Vor­pom­merns – län­gere Ein­tr­e­f­fzeit­en des Ret­tungs­di­en­stes beste­hen. Fach­leute weisen seit Jahren darauf hin, dass schnelle Hil­fe durch Laien in den ersten Minuten nach einem Herzstill­stand entschei­dend für das Über­leben sein kann.

 

Zusammenspiel von Bevölkerung und Rettungsdiensten

An der Ver­anstal­tung beteili­gen sich zahlre­iche Organ­i­sa­tio­nen, darunter die Berufs­feuer­wehr Schw­erin, das Deutsche Rote Kreuz, der Arbeit­er-Samarit­er-Bund, das Tech­nis­che Hil­f­swerk, die Polizei sowie weit­ere Akteure aus dem Bere­ich Bevölkerungss­chutz und Gesund­heitswe­sen. Neben Infor­ma­tion­sstän­den wer­den Ein­satz­fahrzeuge und Tech­nik präsen­tiert. Besucherin­nen und Besuch­er erhal­ten dabei Ein­blicke in die Arbeit der Ein­satzkräfte und kön­nen Fra­gen stellen.

Ein weit­er­er Schw­er­punkt liegt auf der Ansprache junger Men­schen. Schulk­lassen nehmen stündlich an kurzen, inter­ak­tiv­en Wieder­bele­bung­sein­heit­en teil, um frühzeit­ig Berührungsäng­ste abzubauen und Hand­lungssicher­heit zu ver­mit­teln. Auch Ange­bote für Kinder, etwa durch die Jugend­feuer­wehr, sind Teil des Pro­gramms.

Im Rah­men des Blaulicht­tages sind zudem mehrere Pro­gramm­punk­te vorge­se­hen, darunter ein ein­stündi­ger Wieder­bele­bungs­marathon sowie ein offizieller Ter­min mit Vertreterin­nen und Vertretern aus Poli­tik und Stadt­ge­sellschaft. Gesund­heitsmin­is­terin Ste­fanie Drese hebt in diesem Zusam­men­hang her­vor, dass Erste Hil­fe erlern­bar sei und frühe Aus­bil­dung dazu beitrage, im Ern­st­fall mutiger und entschlossen­er zu han­deln.

Die Ver­anstal­ter ver­ste­hen den Blaulicht­tag als Auf­takt für eine langfristige Entwick­lung hin zu ein­er neuen Wieder­bele­bungskul­tur. Neben dem Aus­bau der AED-Infra­struk­tur sollen kün­ftig auch organ­isierte Ers­thelfer­sys­teme und dig­i­tale Lösun­gen stärk­er genutzt wer­den, um die Zeit bis zum Ein­tr­e­f­fen des Ret­tungs­di­en­stes sin­nvoll zu über­brück­en. Der Ein­tritt zum 1. Schw­er­iner Blaulicht­tag ist frei. Die Ver­anstal­tung richtet sich an alle Inter­essierten und soll Infor­ma­tion, prak­tis­che Erfahrung und Aus­tausch gle­icher­maßen ermöglichen.