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Zurück im Boot:
Blues Brothers United feiern ihr Comeback auf dem Pfaffenteich

Einst kämpften sie bei Welt- und Europameisterschaften, dann zerfiel das Team. Jetzt sind die Blues Brothers United zurück auf dem Schweriner Pfaffenteich.

  • Veröffentlicht August 15, 2026
René Schilloks ste­ht vor den Blues Broth­ers Unit­ed, die mit früheren Team­mit­gliedern und neuen Pad­dlern beim Schw­er­iner Drachen­boot­fes­ti­val antreten. Foto: Dario Rochow

 

Die Blues Broth­ers Unit­ed sind wieder da. Beim 33. Drachen­boot­fes­ti­val auf dem Schw­er­iner Pfaf­fen­te­ich tritt eine Mannschaft an, die beina­he voll­ständig auseinan­derge­brochen war und sich Jahre später neu zusam­menge­fun­den hat.

Rund die Hälfte des heuti­gen Teams beste­ht nach Angaben von René Schilloks, der schon in der Hoch­phase des Teams dabei gewe­sen ist, aus Pad­dlern der früheren Beset­zung. Ergänzt wer­den sie durch neue Mit­glieder, denen die erfahre­nen Sportler wie Jan Fen­ner, Tech­nik, Rhyth­mus und Zusam­men­spiel im Boot ver­mit­teln.

Der Neustart begann bei einem Wieder­se­hen während des Schw­er­iner Drachen­boot­fes­ti­vals vor drei Jahren. Ein früheres Team­mit­glied habe damals kurz­er­hand angekündigt: Im näch­sten Jahr fahren wir wieder. „Wir holen den alten Mob zusam­men, rufen alle zusam­men“, erin­nert sich Schilloks an den dama­li­gen Startschuss des Come­backs.

Damit set­zt die Mannschaft eine Geschichte fort, die einst bis zu Welt- und Europameis­ter­schaften führte. Heute geht es den Blues Broth­ers Unit­ed jedoch nicht mehr auss­chließlich um Bestzeit­en und Platzierun­gen, son­dern eben­so um das gemein­same Train­ing und die Zeit als Team.

Blues Brothers United starten neu

Zweimal pro Woche tre­f­fen sich die Pad­dler zum Train­ing. Die Ein­heit­en sollen fordern und die Mannschaft schneller machen. Der Leis­tungs­druck früher­er Jahre spielt jedoch keine ver­gle­ich­bare Rolle mehr. „So ein Team­sport macht eben auch Gesel­ligkeit aus. Das danach ist daher  sehr wichtig“, beschreibt Schilloks die heutige Ein­stel­lung. Das gemein­same Erleb­nis soll nicht von ein­er Platzierung abhängig sein.

 


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Ganz ohne sportlichen Ehrgeiz geht das Team den­noch nicht auf das Wass­er. Die Mit­glieder haben über Monate trainiert und wollen beim Fes­ti­val sehen, ob sie sich verbessert haben. Nach dem ersten Vor­lauf fiel die Zwis­chen­bi­lanz pos­i­tiv aus. Die Mannschaft war schneller als zuvor. „Das Rou­tine­train­ing macht sich bezahlt“, sagt Schilloks.

Erfahrung trifft auf neue Paddler

Die Rück­kehr der früheren Mit­glieder vol­l­zog sich schrit­tweise. Viele hat­ten sich zunächst wegen ihrer Fam­i­lien, ihrer Kinder oder beru­flich­er Verpflich­tun­gen aus dem Sport zurück­ge­zo­gen. Inzwis­chen haben sich ihre Leben­sum­stände verän­dert und es bleibt wieder mehr Zeit für das Drachen­boot.

 

Auf dem Weg zum Ren­nen. Foto: Dario Rochow

 

Gle­ichzeit­ig beste­ht die Mannschaft nicht nur aus Rück­kehrern. Neue Pad­dler sind hinzugekom­men und wer­den von den erfahre­nen Mit­gliedern an den Sport herange­führt.

Ger­ade im Drachen­boot zählt nicht allein die Kraft. Die Besatzung muss gle­ichzeit­ig ein­set­zen, einen gemein­samen Rhyth­mus find­en und diesen bis ins Ziel hal­ten. Schon kleine Abwe­ichun­gen kön­nen das Boot brem­sen. Von den sportlichen Grund­la­gen, die sich die älteren Team­mit­glieder in den Leis­tungss­port­jahren erar­beit­et haben, prof­i­tiert die Mannschaft bis heute. Schilloks ver­mutet, dass das Team noch immer von den dama­li­gen Erfahrun­gen lebt.

Drachenbootfestival ist der Höhepunkt

Früher nah­men die Blues Broth­ers Unit­ed an sechs oder sieben Wet­tkämpfen im Jahr teil. Heute konzen­tri­ert sich die Mannschaft weit­ge­hend auf das Drachen­boot­fes­ti­val in Schw­erin. Das Woch­enende auf dem Pfaf­fen­te­ich ist damit der sportliche Höhep­unkt der Sai­son. Hier trifft das Team auf Mannschaften, die Schilloks noch aus sein­er früheren aktiv­en Zeit ken­nt.

 

Foto: Dario Rochow

 

Viele Namen seien über die Jahre gle­ich geblieben. Einige Teams, die heute um die vorderen Plätze fahren, standen bere­its damals mit den Blues Broth­ers in Konkur­renz. Schilloks traut sich deshalb zu, einen Teil der späteren Final­is­ten vorherzusagen. Sich­er sei im Drachen­boot­sport jedoch nichts. „Jedes Ren­nen ist anders“, sagt er.

Kün­ftig würde die Mannschaft gern wieder an zwei oder drei Wet­tbe­wer­ben im Jahr teil­nehmen. Noch lässt sich das für viele Mit­glieder nicht mit Fam­i­lie und All­t­ag vere­in­baren.

Platz elf bis dreizehn wäre ein Erfolg

Die Blues Broth­ers Unit­ed schätzen ihre heuti­gen Möglichkeit­en real­is­tisch ein. Mit Mannschaften, die fünf­mal pro Woche trainieren, wollen sie sich nicht mehr messen. Schilloks beschreibt die neue Rolle mit einem Ver­gle­ich aus dem Fußball. Früher habe das Team in der „ersten Bun­desli­ga“ mit­ge­spielt, heute sehe es sich eher in der zweit­en. Man könne noch ordentlich mithal­ten, nehme den Sport aber weniger ver­bis­sen.

 

Foto: Dario Rochow

 

Bei ein­er früheren Teil­nahme am Schw­er­iner Drachen­boot­fes­ti­val erre­ichte die Mannschaft Rang elf. Mit einem Platz zwis­chen elf und dreizehn wäre Schilloks auch dies­mal zufrieden. Für einige Pad­dler ist der Wet­tkampf trotz ihrer Vor­bere­itung mit Ner­vosität ver­bun­den. Sie haben das ganze Jahr trainiert und wollen nun in den weni­gen Ren­nen zeigen, was sie kön­nen.

Schilloks selb­st geht auf­grund sein­er jahrzehn­te­lan­gen Erfahrung gelassen­er an den Start. Für andere Team­mit­glieder sei die Anspan­nung deut­lich größer: „Die wollen natür­lich auch alles zeigen, was sie so kön­nen.“

Vom Leistungssport zum Neuanfang

Die Geschichte der Blues Broth­ers begann als eher lock­er­er Zusam­men­schluss von Wasser­sportlern. Mit den Erfol­gen stiegen jedoch die Ansprüche und aus dem Freizeit­team wurde eine leis­tung­sori­en­tierte Mannschaft. Zeitweise gehörten 30 bis 35 Mit­glieder zum Team. Die Schw­er­iner starteten regelmäßig bei Deutschen Meis­ter­schaften und qual­i­fizierten sich für inter­na­tionale Wet­tbe­werbe.

Bei der Club-Welt­meis­ter­schaft 2014 im ital­ienis­chen Raven­na erre­icht­en sie einen Platz unter den besten zehn Mannschaften ihrer Gruppe. Ein Jahr später bere­it­eten sie sich auf die Europameis­ter­schaft im franzö­sis­chen Divonne vor. Damals ging das Team dreimal pro Woche aufs Wass­er. Ath­letik- und Wassertests entsch­ieden darüber, welche Pad­dler bei den inter­na­tionalen Ren­nen im Boot sitzen durften.

 

Foto: Dario Rochow

 

Die Schw­er­iner konkur­ri­erten mit Mannschaften, die unter annäh­ernd pro­fes­sionellen Bedin­gun­gen trainierten. Weit­er nach vorn zu kom­men, hätte deshalb einen erhe­blich höheren Aufwand und andere Rah­menbe­din­gun­gen ver­langt. Nach dem sportlichen Höhep­unkt fiel das Team auseinan­der. Von den zeitweise mehr als 30 Mit­gliedern blieben nur etwa zehn übrig. Ein regelmäßiger Wet­tkampf­be­trieb war damit kaum noch möglich.

Der Name wurde wieder zum Programm

Der Mannschaft­sname ent­stand während eines gemein­samen Abends in ein­er Schw­er­iner Alt­bau­woh­nung. Die späteren Team­mit­glieder sucht­en nach ein­er Beze­ich­nung, während im Fernse­hen der Film „Blues Broth­ers“ lief. Die Geschichte ein­er Band, die zusam­men­find­et und gemein­sam auftritt, passte zur Gruppe. Jahre später erhielt der Name durch die Rück­kehr der ehe­ma­li­gen Mit­glieder eine neue Bedeu­tung.

Anders als in den Leis­tungss­port­jahren entschei­det heute nicht mehr allein das Ergeb­nis über ein gelun­ge­nes Ren­nen. Der sportliche Anspruch ist geblieben, doch die Gemein­schaft nimmt einen größeren Raum ein. So ist das Come­back für die Blues Broth­ers Unit­ed unab­hängig von der Platzierung bere­its ein Erfolg: Die Mannschaft tritt wieder gemein­sam auf dem Schw­er­iner Pfaf­fen­te­ich an.