„Brennpunkt Herd“ zeigt die Geschichte der Küche

Mueß: Neue Sonderausstellung im Freilichtmuseum

 

Foto: Freilichtmuseum Schwerin-Mueß | Fred-Ingo Pahl

 

In vielen Kulturen kursieren Sätze wie diese: „In der Küche spielt sich das Leben ab.“ „Am gemütlichsten ist es in der Küche.“ „Die Küche ist der Mittelpunkt des Hauses.“ Die Bedeutung des Raumes, worin sich Kochstelle und Tisch befinden, ist klar: In der Küche können die Bewohner riechen, schmecken, sich aufwärmen, unterhalten und gemütlich beisammen sein. Gemeinsames Kochen und Essen verbindet die Menschen.

Das Freilichtmuseum für Volkskunde Schwerin-Mueß stellt vom 30. Juni bis 31. Oktober 2018 mit der Ausstellung „Brennpunkt Herd – eine Sammlung zur Geschichte der Küche“ den Herd in den Mittelpunkt dieser Schau. Seine Funktion, sein exponierter Platz und seine Ausstrahlung prägten zu allen Zeiten das Alltagsleben und die Esskultur.

 

„Unter großem Aufwand und mit viel Liebe restaurierten sie Herde und Öfen“

 

Erstmals zeigt das Museum einen Teil der Sammlung von Carmen und Hans Hoffmeister aus Metelen im Münsterland. Fasziniert von der Entwicklung moderner Herde und Feuerstätten, sammelten die Hoffmeisters Heiz-, Koch- und Alltagsgegenstände aus unterschiedlichen Epochen des 19./20. Jahrhunderts. Im September 2016 überließ das Ehepaar ihr umfangreiches und hochwertiges Konvolut der Stadt Schwerin unter Verantwortung des Volkskundemuseums. Hoffmeisters trugen in mehr als 40 Jahren etwa 150 historische Herde, Brennstellen und gusseiserne Öfen und ca. 700 Gegenstände zu Themen wie Hauswirtschaft, Wohnen, Schulgeschichte, Not- und Kriegszeiten, Handwerk, Schifffahrt und Hygiene zusammen. Unter großem Aufwand und mit viel Liebe restaurierten sie Herde und Öfen.

 

In puncto Herd erwies sich gerade das 19. Jahrhundert als spannende Epoche mit erstaunlichen Innovationen. Kochte man zunächst noch traditionell auf offenem Feuer in der sogenannten „schwarzen Küche“, kamen nach 1860 bereits in Serien hergestellte geschlossene „Sparherde“ und „Kochmaschinen“ auf. Statt mit Holz und Torf heizte man nun häufiger mit Steinkohle. Rund 100 Jahre später verschwand das Anfeuern ganz aus den Küchen und man kochte auf Gas- und Elektroherden. Mit den technischen Neuerungen änderten sich nicht nur die Heizmaterialien, sondern meist auch Ernährung und Wohnweise.

Am Samstag, den 30. Juni eröffnet die Ausstellung feierlich ab 15 Uhr im Kunstkaten des Freilichtmuseums. Besucher dieser Sonderschau können sich dienstags bis sonntags und an allen Feiertagen jeweils von 10 bis 18 Uhr auf die Suche nach der Gemütlichkeit und den innovativen technischen Errungenschaften in der Küche begeben. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern unterstützt die Ausstellung finanziell.

 

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