Sa, 17. Januar 2026
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Wohnprojekt Kranweg/Hafenpromenade bleibt umstritten:
Bürger kritisieren angepasste Pläne

„Baurechtlich ist es nicht denkbar, die Bauvoranfrage für das Projekt abzulehnen“, stellte der amtierende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum klar.

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  • Veröffentlicht Januar 9, 2026
Das Interesse der Bürger zum Stand der Planungen des Bauprojektes Hafenpromenade/Kranweg war groß. Foto: maxpress
Das Inter­esse der Bürg­er zum Stand der Pla­nun­gen des Baupro­jek­tes Hafenpromenade/Kranweg war groß. Foto: max­press

Das Baupro­jekt Kranweg/Hafenpromenade sorgt auch weit­er­hin für leb­hafte Diskus­sio­nen in der Werder­vorstadt. Bei ein­er erneuten Bürg­erver­samm­lung am Mittwochabend stellte der Investor über­ar­beit­ete Pläne vor – doch die erhoffte Beruhi­gung der Gemüter blieb aus. Seit Monat­en regt sich Wider­stand gegen das geplante Wohn­pro­jekt am Ziegelsee. Anwohn­er haben eine Bürg­erini­tia­tive gegrün­det und befürcht­en vor allem zunehmenden Verkehr, Park­platz­man­gel sowie den Ver­lust wichtiger Sich­tach­sen in Rich­tung Spe­icher­ho­tel. Bere­its im ver­gan­genen Jahr war das Vorhaben öffentlich disku­tiert wor­den, nun fol­gte eine weit­ere Runde. „Es hat sich eine Menge getan“, betonte Investor Dr. Michael Cratz­ius, Geschäfts­führer der HTG – Hoch- und Tief­bau Gade­busch. Gemein­sam mit Architekt und Pro­jek­tleit­er Peter Focke präsen­tierte er die über­ar­beit­eten Entwürfe für die Hafenpromenade/Kranweg.

 

Investor Dr. Michael Cratzius erläutert den Bürgern den Stand des Projektes und die Änderungen, Foto: maxpress
Investor Dr. Michael Cratz­ius erläutert den Bürg­ern den Stand des Pro­jek­tes und die Änderun­gen, Foto: max­press

Weniger Geschosse, weniger Wohnungen

Kern­punkt der Anpas­sun­gen ist die reduzierte Geschos­sigkeit. Statt der ursprünglich geplanten Höhe sollen die Gebäude nun max­i­mal fün­fein­halb Geschosse umfassen. „Dadurch haben wir zehn Woh­nun­gen weniger“, erk­lärte Focke. Ins­ge­samt sinkt die Zahl der Wohnein­heit­en von ursprünglich 190 auf nun 166. Geplant sind 59 Eigen­tumswoh­nun­gen – vor allem mit größer­er Wohn­fläche und höher­er Deck­en­höhe direkt am Wass­er – sowie 107 Miet­woh­nun­gen in der winkelför­mi­gen Bebau­ung. Auch das Ver­hält­nis von Miet- und Eigen­tumswoh­nun­gen wurde damit zugun­sten des Miet­wohn­raums verän­dert. Der Innen­hof soll begrünt und mit Spielflächen aus­ges­tat­tet wer­den, große Teile des Are­als bleiben unbe­baut.

Der Blick auf die Veränderungen in der Art und Geschosshöhe des Projektes, Grafik LHS
Der Blick auf die Verän­derun­gen in der Art und Geschosshöhe des Pro­jek­tes, Grafik LHS

Kritik reißt nicht ab

Trotz dieser Änderun­gen blieb die Res­o­nanz im Saal ver­hal­ten. Vertreter der Bürg­erini­tia­tive kri­tisierten unter anderem zu geringe Abstände der Balkone zur Grund­stücks­gren­ze sowie Abwe­ichun­gen von Bau­gren­zen in Rich­tung Wass­er. Aus Sicht der Ini­tia­tive seien dem Investor zu viele Aus­nah­men vom Bebau­ungs­plan genehmigt wor­den – von „Geschenken“ war die Rede. Diese Vor­würfe wies der amtierende Ober­bürg­er­meis­ter und Baudez­er­nent Bernd Not­te­baum deut­lich zurück. Rechtlich sei eine Ablehnung der Bau­vo­ran­frage nicht möglich. Sowohl die untere als auch die Lan­des­denkmal­be­hörde hät­ten dem Vorhaben zuges­timmt. „Nur auf­grund von Bürg­er­protesten kann ich diese nicht ablehnen“, so Not­te­baum. Investor Cratz­ius rech­net indes damit, dass der Bau­vorentscheid bis Ende Jan­u­ar erteilt wird. Der Bauantrag soll anschließend fol­gen, eine Bau­genehmi­gung bis Ende Sep­tem­ber gilt als Ziel. Bei ein­er Bauzeit von rund 20 Monat­en kön­nte das Pro­jekt im Mai 2028 abgeschlossen sein. Ein Teil der Zuhör­er ver­ließ die Ver­samm­lung vorzeit­ig. Die verbliebe­nen Teil­nehmer dank­ten am Ende den­noch für den Dia­log – auch wenn viele Fra­gen aus ihrer Sicht offen­blieben.

 

Lange lag das Gelände brach, Foto: maxpress
Lange lag das Gelände brach, Foto: max­press