Fr, 5. Dezember 2025
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Initiative gestartet:
Kann man den Lankower Spielplatz noch retten?

Der Streit um den Stadtteilpark Lankow geht in die nächste Runde: Mit einem Bürgerentscheid will eine Initiative den geplanten Verkauf an einen Investor verhindern.

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  • Veröffentlicht August 1, 2025
Die Ini­tia­tive plant ein Bürg­er­begehren, um den Verkauf des Stadt­teil­parks zu ver­hin­dern. Foto: Dario Rochow

Der Kon­flikt um den Stadt­teil­park Lankow geht in die näch­ste Runde. Nach ein­er Rede des frak­tion­slosen Stadtvertreters Stephan Mar­ti­ni (ASK), der sowohl rechtliche als auch gesellschaftliche Bedenken äußerte, soll nun ein Bürg­er­begehren die Entschei­dung, ob der Stadt­teil­park an der Kiel­er Straße verkauft wird, aus der Stadtvertre­tung hin­aus­tra­gen. Dann liegt die Entschei­dung bei den Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­inern, die die Karten neu mis­chen kön­nen.

Worum es der Initiative geht

Unter Auss­chluss der Öffentlichkeit stimmte die Stadtvertre­tung , die sich zuvor darauf ver­ständigt hat­te, in Zukun­ft Flächen zu ver­pacht­en, mehrheitlich dafür, den Spielplatz an der Kiel­er Straße an die Quar­ta GmbH &Co. KG zu veräußern. Vor Ort sollen Flächen für Einzel­han­del und Gesund­heits­di­en­stleis­tun­gen entste­hen. Für die Ver­wal­tung eine „sin­nvolle Maß­nahme.” 

Das sehen Astrid Kindel, Begard M.Ahmed und Susanne Haugg entsch­ieden anders. Die drei Vertre­tungs­berechtigten Per­so­n­en der Ini­tia­tive haben einige Kri­tikpunk­te an dem Verkauf und pla­nen durch ein Bürg­er­begehren, die Schw­er­iner Öffentlichkeit über die Stre­it­frage abstim­men zu lassen. Kurz gesagt geht es darum: Spielplatz erhal­ten, soziale Teil­habe sich­ern und Jugendliche beteili­gen.

„Wed­er der Jugen­drat noch der Jugend­hil­feauss­chuss wur­den ord­nungs­gemäß ein­be­zo­gen, eine Beteili­gung von Kindern und Jugendlichen gab es eben­falls nicht – das ver­stößt gegen gel­tendes Lan­desrecht“, äußerte sich Astrid Kindel. Gegen den Verkauf läuft die Aktion Stadt-und Kul­turschutz (ASK) schon länger Sturm. Stephan Mar­ti­ni richtete seine Bedenken, das bei dem Verkauf keine Jugend­beteili­gung stattge­fun­den hat , an die kom­mu­nale Recht­sauf­sicht, die ihm zus­timmte, aber den Verkauf nicht ver­hin­dern kann, weil der Ver­stoß keine rechtlichen Kon­se­quen­zen mit sich bringt. 

Neben der man­gel­nden Jugend­beteili­gung, die auch Ober­bürg­er­meis­ter Rico Baden­schi­er (SPD) ein­räumte, ste­ht auch die geplante Ersatzfläche in der Kri­tik, weil Fußwege und eine in Pri­vatbe­sitz befind­liche Fläche in die Berech­nung mit ein­be­zo­gen wor­den seien. Von 5000 auf 3.900 Quadrat­meter müssten sich die Lankow­er kün­ftig verklein­ern. Ob die Ersatzfläche in gle­ichem Maß ein Ort der Begeg­nung und des Aus­tausches sein kann, bezweifeln die Ini­tia­toren.

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Die Schweriner sind gefragt

Ein Bürg­er­entscheid soll jet­zt Klarheit brin­gen, doch dafür müssen noch einige Hür­den über­wun­den wer­den. In sechs Wochen muss die Ini­tia­tive 4.000 Unter­schriften zusam­men­bekom­men. Danach prüft die Stadtver­wal­tung, ob alle rechtlichen und for­malen Voraus­set­zun­gen erfüllt sind.

Gibt die Stadtver­wal­tung grünes Licht, wird der Antrag der Stadtvertre­tung vorgelegt. Diese hat dann zwei Möglichkeit­en: Entwed­er sie gibt dem Anliegen, für das sich 4.000 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner aus­ge­sprochen haben, statt oder es wird ein Bürg­er­entscheid ein­geleit­et. Wenn die Frage von min­destens 25% der Schw­er­iner Wahlberechtigten, wahlberechtigt sind Schw­er­iner ab 16 Jahren, mit „Ja” beant­wortet wird, ist das Ergeb­nis bindend. Dann heißt es: Der Spielplatz bleibt den Lankow­ern als Tre­ff­punkt und Ort der sozialen Teil­habe erhal­ten.

Noch braucht es Unterschriften

Vor drei Tagen haben sich bere­its 135 Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner für einen Bürg­er­entscheid aus­ge­sprochen. Der Weg ist noch weit, aber die Ini­tia­toren bleiben ziel­stre­big. Schon kom­menden Mon­tag zwis­chen 17 und 19 Uhr wirbt die Ini­tia­tive auf dem Platz selb­st um Unter­schriften. Eine weit­ere Sam­me­lak­tion, wie von der eigens erstell­ten Web­site ent­nom­men wer­den kann, ist bere­its für Dien­stag angekündigt: Am Rande der Musikver­anstal­tung auf dem Markt, kön­nen die Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner mit den Ini­tia­toren ins Gespräch kom­men.

Aber auch Sie kön­nen tätig wer­den. Es beste­ht die Möglichkeit, über die eigens erstellte Web­site Unter­schriften­lis­ten herun­terzu­laden und aus­ge­füllt an Lokale Agen­da West­meck­len­burg Schw­erin e.V. Post­fach 110644 19006 Schw­erin zu senden.

Es bleibt span­nend, ob genug Unter­schriften gesam­melt wer­den und ein Bürg­er­begehren den Verkauf des Stadt­teil­parks Lankow noch stop­pen kann. Bis zum 8. Sep­tem­ber bleibt noch Zeit, möglichst viele Schw­er­iner­in­nen und Schw­er­iner zum Mit­machen zu ani­mieren.