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Bürgerentscheid Schwerin:
Klares Ja zum Stadtteilpark – Politik, Initiative und Investor äußern sich

Nach dem klaren Votum für den Erhalt des Stadtteilparks Lankow gab es heute Reaktionen aus der Stadtpolitik. Auch der Investor äußert sich zum gestrigen Bürgerentscheid.

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  • Veröffentlicht Januar 26, 2026
Bürgerentscheid Stadtteilpark Lankow
Die Bürg­erin­nen und Bürg­er haben gestern entsch­ieden. Der Stadt­teil­park in Lankow bleibt und wird nicht verkauft.
Foto: Dario Rochow

 

Für die Bürg­erini­tia­tive zur Ret­tung des Stadt­teil­parks Lankow war es gestern Abend ein deut­lich­er Sieg: 92,9 Prozent der abgegebe­nen Stim­men sprachen sich gegen den Verkauf des Grund­stücks an einen Investor aus. Für die Bürg­erini­tia­tive ein beachtlich­er Erfolg und dur­chaus auch ein klares Votum an die Stadt­poli­tik, die zuvor in der Stadtvertre­tung mehrheitlich für den Verkauf des Grund­stücks ges­timmt hat­te.

 

Quelle: Lan­deshaupt­stadt Schw­erin

 

 


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Im Stadthaus waren gestern Abend fast 280 Mitar­beit­er der Stadtver­wal­tung im Ein­satz, um an 30 Auszählsta­tio­nen im Stadthaus verteilt, die Stim­men schnell­st­möglich auszuzählen. Nach Angaben der Press­es­telle hat­te sich die Helferin­nen und Helfer zuvor frei­willig zu einem Son­ntag­sein­satz gemeldet.

Kritik an finanzielle Belastung der Stadt

Die SPD-Stadt­frak­tion begrüßt den erfol­gre­ichen Bürg­er­entscheid zum Erhalt des Stadt­teil­parks Lankow als starkes Sig­nal für gelebte Demokratie und gesellschaftlichen Zusam­men­halt in Schw­erin. Frak­tionsvor­sitzende Mandy Pfeifer, die auch für die SPD und die Linke als Ober­bürg­er­meis­terin kan­di­diert, betont: „Demokratie lebt vom Mit­machen – und Schw­erin hat Herz gezeigt.“

Aus Sicht der SPD unter­stre­icht das trotz win­ter­lich­er Bedin­gun­gen erre­ichte Quo­rum von 25 Prozent das große Engage­ment der Bürg­er­schaft und die Bedeu­tung des Parks „für Jung und Alt – als grüne Lunge, als Ort der Begeg­nung und als Hitzeschutz“.

Die Frak­tion ver­weist darauf, sich frühzeit­ig klar für den Erhalt des Parks aus­ge­sprochen und sich für eine möglichst bre­ite Beteili­gung, unter anderem durch die Briefwahl, einge­set­zt zu haben: „Wir woll­ten, dass möglichst viele Men­schen mitentschei­den.“ Zugle­ich kri­tisiert die SPD den von der Mehrheit in der Stadtvertre­tung getren­nten Wahlter­min als finanziell belas­tend für die Stadt, da die zusät­zliche Abstim­mung rund 100.000 Euro gekostet habe. Ins­ge­samt sieht die SPD-Stadt­frak­tion im Bürg­er­entscheid „Demokratie zum Anfassen“ und ein ermuti­gen­des Zeichen für eine wache, engagierte Stadt­ge­sellschaft.

Bürger haben deutlich entschieden

Der Vor­sitzende der Frak­tion Unab­hängige Bürg­er / FDP. Man­fred Strauß betont, dass die Bürg­er nun deut­lich entsch­ieden hät­ten. „Das ist direk­te Demokratie, die wir nur unter­stützen kön­nen”, so Strauß. Weit­er betont der Frak­tion­schef, dass er sel­ber für den Erhalt des Stadt­parks gewe­sen sei und sich deshalb über das Ergeb­nis freue.

Schw­erins Stadt­präsi­dent Sebas­t­ian Ehlers (CDU), der eben­falls für seine Partei als OB-Kan­di­dat antritt, spricht in einem Post im sozialen Net­zw­erk „Insta­gram” von einem „ein­deuti­gen Ergeb­nis”. Die hohe Wahlbeteili­gung habe gezeigt, dass die „Men­schen auch zwis­chen den Wahlen stärk­er in kom­mu­nalpoli­tis­che Entschei­dun­gen ein­be­zo­gen” wer­den woll­ten.

Ehlers betont weit­er, dass es ihm wichtig sei, dass weit­er­hin „Investi­tio­nen in eine bessere medi­zinis­che Ver­sorgung, in bezahlbaren Wohn­raum, gute Einkauf­s­möglichkeit­en und mod­erne Spielplätze” stat­tfän­den. Er werde daher nun das Gespräch mit dem Investor suchen und erörtern, ob die geplante Investi­tion an ein­er anderen Stelle möglich ist.

 

 

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Sachliche Auseinandersetzung „kaum stattgefunden”

Der Investor, die Quar­ta GmbH & Co. KG, zeigen sich einen Tag nach dem Entschei­dung ent­täuscht über den Aus­gang. Gle­ichzeit­ig beto­nen die Geschäfts­führer Hans Wern­er Stein und Till­mann Stein, dass man das Ergeb­nis zu respek­tieren habe.

Kri­tisch sehen sie vor allem, dass „eine sach­liche und fak­ten­basierte Beschäf­ti­gung mit dem Pro­jekt kaum stattge­fun­den hat“ und das The­ma aus ihrer Sicht „völ­lig aus dem sach­lichen und inhaltlichen Kon­text geris­sen“ wor­den sei. Statt ein­er kon­struk­tiv­en Debat­te über Chan­cen und Entwick­lungsper­spek­tiv­en sei der Bürg­er­entscheid zunehmend poli­tisiert wor­den.

In der öffentlichen Diskus­sion habe sich nach Ansicht der Inve­storen der Ein­druck ver­fes­tigt, es gehe auss­chließlich um den Erhalt eines Spielplatzes oder des soge­nan­nten Stadt­teil­parks, während das Vorhaben tat­säch­lich darauf gezielt habe, „die medi­zinis­che Ver­sorgung durch neue Arzt­prax­en zu stärken, Wohn­raum zu schaf­fen und die Nahver­sorgung im Stadt­teil Lankow deut­lich aufzuw­erten“, ver­bun­den mit der Bere­it­stel­lung von drei Ersatzflächen für Spiel- und Grün­funk­tio­nen in direk­ter Umge­bung.

Kritik an Stadtverwaltung

Zudem äußern sie Kri­tik an der Stadtver­wal­tung, der es „nicht gelun­gen“ sei, frühere Beschlüsse der Stadtvertre­tung sowie die Bedeu­tung des Bürg­er­entschei­ds „nachvol­lziehbar und trans­par­ent“ zu ver­mit­teln. Die Inve­storen ver­weisen darauf, dass sie „auf das Kau­fange­bot der Stadt Schw­erin sowie die Beschlüsse der Stadtvertre­tung ver­traut“ und bere­its erhe­blich in das Pro­jekt investiert hät­ten.

Für Schw­erin ins­ge­samt und für Lankow im Beson­deren bedeute der Bürg­er­entscheid nun, dass „wichtige Entwick­lungspoten­ziale ungenutzt bleiben“, ger­ade vor dem Hin­ter­grund des demografis­chen Wan­dels und des steigen­den Bedarfs an bar­ri­ere­freiem Wohn­raum, wie er bere­its im ISEK-Gutacht­en von 2017 benan­nt wor­den sei. Bedauer­lich sei zudem „die zunehmende Poli­tisierung des The­mas“, ins­beson­dere durch die SPD-Stadt­frak­tion, wodurch eine „nüchterne Abwä­gung zwis­chen Erhalt, Aus­gle­ich und Weit­er­en­twick­lung“ in den Hin­ter­grund getreten sei.

Unab­hängig davon bedanken sich die Inve­storen aus­drück­lich bei den Mitar­bei­t­erin­nen und Mitar­beit­ern der Stadt Schw­erin für die „sach­liche, kon­struk­tive und jed­erzeit pro­fes­sionelle Zusam­me­nar­beit“. Abschließend war­nen sie, der Umgang mit dem Vorhaben sende „ein abschreck­endes Sig­nal für poten­zielle Inve­storen“ und könne die Attrak­tiv­ität Schw­erins als Investi­tion­s­stan­dort „nach­haltig beein­trächti­gen“.

Starkes Signal aus Lankow an die ganze Stadt

Die Bürg­erini­tia­tive Stadt­teil­park Lankow wertet das vor­läu­fige Ergeb­nis des Bürg­er­entschei­ds „Spielplatz Kiel­er Straße“ als deut­lich­es Votum für den Erhalt des Parks und als starkes Sig­nal für mehr Bürg­er­beteili­gung in Schw­erin.

Eine Mehrheit der Abstim­menden hät­ten sich dafür aus­ge­sprochen, dass das Grund­stück im Eigen­tum der Stadt bleibt und der Park am bish­eri­gen Stan­dort erhal­ten wird. „Das ist ein starkes Sig­nal – aus Lankow in die ganze Stadt“, so die Ini­taitive. Diese sieht darin den Beleg, dass viele Men­schen bere­it seien, sich aktiv an kom­mu­nalen Entschei­dun­gen zu beteili­gen.

 

Die Freude auf der Feier der Bürg­erini­tia­tive war im Anschluss groß. Foto: Ste­fan Rochow

 

Die Ini­tia­toren der Bürg­er­entschei­ds bedanken sich aus­drück­lich bei den zahlre­ichen ehre­namtlichen Unter­stützerin­nen und Unter­stützern, die Unter­schriften gesam­melt, informiert und für den Bürg­er­entscheid gewor­ben haben, eben­so wie bei den Bürg­erin­nen und Bürg­ern, die ihre Stimme abgegeben haben.

Zugle­ich betont die Ini­tia­tive ihren Respekt gegenüber den­jeni­gen, die anders abges­timmt haben, und ver­weist darauf, dass mit dem Neubau auch Hoff­nun­gen auf eine bessere medi­zinis­che Ver­sorgung, neuen Wohn­raum und städte­bauliche Entwick­lung ver­bun­den gewe­sen seien. Das Ergeb­nis zeige jedoch aus ihrer Sicht, dass Entwick­lung „nicht auf Kosten von Kindern, Jugendlichen und der Leben­squal­ität im Quarti­er gehen“ dürfe.

Investor einen Alternative anbieten

Die Bürg­erini­tia­tive fordert die Stadt­poli­tik auf, dem Investor einen alter­na­tiv­en, kon­flik­t­freien Stan­dort anzu­bi­eten, und erwartet von Ver­wal­tung und Stadtvertre­tung, das Votum nach Fest­stel­lung des amtlichen Endergeb­niss­es zügig umzuset­zen – ins­beson­dere durch die Aufhe­bung des Verkaufs­beschlusses und die dauer­hafte Sicherung des Stadt­teil­parks.

Gle­ichzeit­ig sig­nal­isiert sie Bere­itschaft zur kon­struk­tiv­en Zusam­me­nar­beit bei der Weit­er­en­twick­lung, Pflege und Sicher­heit der Fläche und ver­ste­ht das Ergeb­nis als Auf­trag an Poli­tik und Ver­wal­tung, Bürg­er­beteili­gung ernst zu nehmen, trans­par­ent zu entschei­den und die Bedürfnisse der Men­schen vor Ort stärk­er einzubeziehen.

Am Abend hat­te der ehe­ma­lige ASK-Stadtvertreter Stephan Mar­ti­ni, der den Bürg­er­entscheid früh unter­stützt hat­te, auf der Wahlpar­ty der Bürg­erini­tia­tive schon betont, dass das Engage­ment gegen den Neubau auf dem Gelände des Stadt­teil­parks sich „nie gegen den Investor, son­dern gegen eine falsche Entschei­dung der Stadt” gerichtet hätte.

Der Aus­gang des Bürg­er­entschei­ds von gestern ist nun für die Lan­deshaupt­stadt Schw­erin verbindlich und hat den gle­ichen Rang wie ein Beschluss der Stadtvertre­tung. Der vorherige Beschluss der Stadtvertre­tung, das Grund­stück zu verkaufen, ist durch das gestrige Votum aufge­hoben wor­den.

Das endgültige Wahlergeb­nis wird am Fre­itag, 30. Jan­u­ar, um 16 Uhr im Stadthaus, in ein­er öffentlichen Sitzung des Abstim­mungsauss­chuss­es zur Fest­stel­lung des Endergeb­niss­es für den Bürg­er­entscheid bekan­nt gegeben.