Christoph Penske im Gespräch: „Man müsste mal…“ das KOMPLEX kaufen

"Man müsste mal..." ein Haus kaufen. Den Gedanken haben so manche. Aber das Gebäude zu kaufen, in dem sich das KOMPLEX in Schwerin befindet, ist schon etwas besonderes. Die Nutzerinnen und Nutzer haben sich entschieden, diesen Schritt zu gehen. Christoph Penske erzählt im Podcast aus und für Schwerin mehr über die Idee und die Pläne.

Christoph Penske im Podcast „Man müsste mal…“ | Foto: privat

Das große Gebäude in der Pfaffenstraße 4 hat eine wechselvolle Geschichte und wie so viele Gemäuer eine Reihe politischer Systeme überdauert. Seit gut 20 Jahren ist DAS KOMPLEX in Schwerin die Adresse für eine andere Kultur. Und genau so soll es auch bleiben. Damit dies gelingt, braucht es aber auch einer entsprechenden Planbarkeit und Sicherheit. „Man müsste mal…“ darüber nachdenken, das Gebäude zu kaufen, dachten sich einige der Nutzerinnen und Nutzer. „Wir kaufen das Haus!“, sagt Christoph Penske. Das ist eine klare Ansage. „Aber eigentlich ändert sich nichts.“, ergänzt er und lächelt vielsagend.

 

KOMPLEX – ein ganz besonderer Ort mitten in Schwerin

Bisher ist das Haus mit einer Grundfläche von 2.000 qm gemietet. Rund 20 Bewohner und Bewohnerinnen leben dort in Wohngemeinschaften. Verschiedene Initiative und Vereine nutzen die Büros. DAS KOMPLEX bietet Platz und Raum für Bands zum Proben, Werkstätten für Textiles und Fahrräder. Das Café „Rosa“ wird, wie eigentlich alles im KOMPLEX, in Eigenregie und ehrenamtlich geführt. Der kleine Biergarten lädt bei gutem Wetter zum Verweilen ein und der große Saal – Dreh- und Angelpunkt des Hauses – soll auch in den kommenden Jahren für Konzerte, Theatervorführungen, Partys und Tischtennisabende zur Verfügung stehen. Nicht zuletzt sieht sich DAS KOMPLEX auch als eine sichere Rückzugsstätte, in der man sich respektvoll begegnet und austauscht. Im KOMPLEX bemühen sich Menschen darum, alternative Lebensentwürfe zu realisieren.

 

Entscheidung steht: Nutzer wollen Haus kaufen

Die Eigentümergemeinschaft hat den Mietern des KOMPLEX bereits vor ein paar Jahren vorgeschlagen, das Haus zu kaufen. „So eine Idee muss reifen.“, meint Christoph Penske, „Es geht um eine Menge Geld und die Art und Weise des Immobilienkaufs muss auch zu uns passen.“ Ein passender Weg scheint gefunden. Die „Mietshäuser Syndikat GmbH“ aus Freiburg und der „Knackpunkt e.V., Schwerin“, alle nennen ihn den „Hausverein“, da all diejenigen, die Räume im KOMPLEX mieten, hier Mitglied sind, tun sich zusammen und wollen das Gebäude kaufen. Doch zunächst muss der Kaufpreis zusammenkommen.

 

Die Finanzierung wird durch Mieteinnahmen gesichert. Jede Menge Eigenleistung ist, wie auch schon in den vergangenen Jahren, für den Erhalt und die Verbesserungen im Gebäude vorgesehen. Die GLS Bank – Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken – wird einen Kredit zur Verfügung stellen. Die Bank gilt als Vorreiterin im sozial-ökologischen Bankgeschäft. Sie gehört dem Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und dessen Sicherungseinrichtung an.

Und dann sind da noch die Freunde und Sympathisanten des KOMPLEX. Sie können mit einem Direktkredit den Hauskauf unterstützen. Mit einem Betrag ab 500 € geht es los. „Natürlich zahlen wir auch Zinsen an unsere privaten Kreditgeber und treffen mit ihnen Rückzahlungsvereinbarungen“, so Penske, der sich wie alle Beteiligten am KOMPLEX über viele Mitwirkende aus der Landeshauptstadt freuen würde. Über den Weg zum Kauf des KOMPLEX und die Ziele erzählt Christoph Penske im Podcast „Man müsste mal …“

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