Corona in Schwerin: Genauerer Blick auf Westmecklenburg erforderlich!?

Blickt man auf die Woche seit dem Beschluss zur Verlängerung des Lockdowns, zeigt die Infektionsentwicklung für ganz MV leicht nach unten. Allerdings gibt es im Westen des Landes eine leichte Tendenz in die andere Richtung. In Schwerin bleibt dabei auch die Zahl der über Hausarztpraxen gemeldeten Fälle erhöht.

Die Coronazahlen für Schwerin und ganz MV vom 17. Februar 2021. | Abbildung: LAGUS MV

Eine Woche nach den Beschlüssen zur neuerlichen Verlängerung des Lockdowns und ersten vorsichtigen Öffnungen stellt sich die Corona-Situation in Mecklenburg-Vorpommern zumindest nicht durchweg positiv dar. Die guten Nachrichten: Kein Gebiet im Land liegt mehr oberhalb der 200er-Inzidenz. Aber gerade im westlichen Teil des Landes ist eine genauere Beobachtung der aktuellen Entwicklung zumindest ratsam. 

 

Im Wochenvergleich verschiedene positive Entwicklungen im Land

Aber zuerst die positiven Entwicklungen. Denn die gibt es ohne Frage. So ist die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Greifswald seit dem „Gipfeltag“ von 210,9 auf nun 171,9 gefallen. Keine Frage, auch dieser Wert ist viel zu hoch. Und viele hätten sich wohl ein schnelleres Sinken erhofft. Aber zumindest die Richtung stimmt, denn der Wert sank durchgängig an jedem der sieben Tage. Auch eine gute Nachricht: Mit der Hansestadt Rostock und dem Landkreis Vorpommern Rügen sind zwei Gebiete auch weiterhin unter einer 7-Tage-Inzidenz von 30. Erstmals lag dabei der Wert des Landkreises (21,4) gestern sogar unter dem der Stadt Rostock (26,3). Dies ist nicht zuletzt auf einen gestern doch recht deutlichen Anstieg der Inzidenzzahl in Rostock von 20,1 am Dienstag auf gestern 26,3 zurückzuführen.

Ebenfalls ein positives Signal: Der einstmals infektionsintensivste Landkreis, die Mecklenburgische Seenplatte, liegt Stand gestern bei einer 7-Tage-Inzidenz von 48,0, und damit auch deutlich unter dem Wert von vor einer Woche (67). Durchaus gut steht auch der Landkreis Rostock dar. Allerdings konnte dort der zwischenzeitlich für einige Tage erreichte Inzidenzwert von unter 35 doch nicht gehalten werden (gestern: 36,1). Letztlich zeigen auch die Zahlen für das Land MV an sich weiter in die richtige Richtung. Wenngleich sich das Sinken etwas verlangsamt. Mit 198 Neuinfektionen gestern lag das Land knapp unter dem Vorwochenwert (205). Die 7-Tage-Inzidenz sank in dieser Zeit von 70,7 auf 64.

 

Leicht steigende Tendenz in Westmecklenburg

Das sind insgesamt gute Nachrichten. Und doch lässt diese Woche auch ein wenig aufhorchen. Denn in Westmecklenburg hat sich der Trend in die ungewollte Richtung gedreht. Bislang allerdings noch eher leicht, aber doch nicht übersehbar. Zuletzt waren die Landkreise Nordwestmecklenburg (NWM) und Ludwigslust-Parchim (LWL/PCH) bereits mit Inzidenzen von unter 50 auf einem an sich recht guten Weg. Die Landeshauptstadt Schwerin allerdings zeigte dabei eine zumindest nicht so ganz klare Entwicklung. Hier ging es mal etwas rauf, mal etwas runter. Durchgängig aber lagen die Inzidenzwerte stets oberhalb der beiden die Stadt einschließenden Landkreise. Nun dreht die Situation auch in den Landkreise. In beiden stiegen die 7-Tages-Inzidenzen zuletzt doch an. So lag sie gestern in NWM bei 59,8 und in LWL/PCH bei 67,1. Damit scheint sich der Westen Mecklenburgs nun in der Fläche zumindest von einem steten Sinken der Werte zu entfernen. 

 

15 Neuinfektionen gestern in Schwerin

Wieder verstarb ein Mensch in Schwerin im Zusammenhang mit dem Coronavirus. | Foto: Symbolbild

Ob und inwieweit dies in Zusammenhang mit den durchweg höheren Inzidenzzahlen der Landeshauptstadt Schwerin steht, kann zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich niemand mit Gewissheit sagen. Klar ist nur, dass auch in Schwerin seit der vergangenen Woche die Situation einer genaueren Betrachtung bedarf. Zwar ist die 7-Tage-Inzidenz mit 87,8 im Wochenvergleich identisch, dennoch aber gibt es mit den über Hausarztpraxen gemeldeten Neuinfektionen einen durchaus erwähnenswerten Wert. Denn seit Ende vergangenen Woche liegen diese wieder knapp unter 10. Damit scheint es ein doch etwas diffuseres Infektionsgeschehen in der Stadt zu geben. Mit 15 Neuinfektionen gestern lag die Stadt knapp über dem Wert des Mittwochs der Vorwoche (13). Damit bleibt die Situation in Schwerin und ganz Westmecklenburg zwar in einem beherrschbaren Bereich. Dennoch aber sollten die Entwicklungen dort doch im Blick bleiben. 

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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