Corona in Schwerin: Lage bleibt trotz 40 Neuinfektionen eher stabil

40 Corona-Neuinfektionen meldete die Landeshauptstadt Schwerin gestern. Ein doch deutlicher Anstieg gegenüber dem Vortag. Und doch macht die stabil geringe Anzahl an Hausarztmeldungen weiter Hoffnung, während das Geschehen in einem Seniorenheim viele beunruhigen dürfte.

40 Neuinfektionen an einem Tag in Schwerin. Aber weiterhin eine geringe Anzahl an Meldungen über Hausärzte. | Foto: Symbolbild

In unserem gestrigen Corona-Artikel zur aktuellen Situation in Schwerin und in MV konnte durchaus ein kleines Stück Entspannung mitschwingen. 24 Neuinfektionen am Dienstag bedeuteten die Rückkehr zu beherrschbaren Zahlen aus der Zeit deutlich vor Weihnachten. Vor allem aber – und das ließ die Behauptung einer stabileren Situation zu – machte die im Vergleich geringe Anzahl an Meldungen über Hausarztpraxen Mut. Nur acht waren es. Da es vor allem diese Einzelfälle aus diesen Praxen sind, die oftmals mit komplett neuen Infektionsketten verbunden sind, ist eine eher geringe Zahl in diesem Bereich ein vorsichtig positives Signal.

 

Virus-Mutationen bereiten weiter Sorge  in Deutschland

Und eben diese positiven Signale gilt es gerade in diesen Tagen und Wochen auch aufzugreifen und zu sehen. Denn blickt man auf das Infektionsgeschehen in ganz Deutschland, und vor allem in den neuen Bundesländern südlich von MV, dann kann von Entspannung zumindest keine Rede sein. Das Wort „Stabilität“ ist hier auch angebracht. Allerdings gerade in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt „stabil viel zu hoch“. Im Rest Deutschlands variierend „stabil deutlich zu hoch“.

Eine zusätzliche Variable bilden zudem aktuell die Mutationen des Coronavirus, die vor allem in Großbritannien und Irland sowie in Südafrika grassieren. Hier gilt es, da sind sich alle Experten einig, alles dafür zu tun, dass diese Varianten nicht oder wenn dann nur in geringem Maße nach Deutschland gelangen sollten. Zuletzt hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel eine düstere Prognose abgegeben, sollten diese, durch deutlich schnellere Ansteckung gekennzeichneten Varianten hier fest Fuß fassen. Sie sprach für diesen Fall von einer bis zu zehnfachen Inzidenz bis Ostern.

 

RKI sieht keine Trendwende – Zunehmend wieder Jüngere betroffen

Zusätzlich kam gestern vom Robert-Koch-Institut eine weniger erfreuliche Nachricht. Dort stelle man ein weiteres Sinken der 7-Tage-Inzidenzen nicht fest. Vielmehr sogar sähe es eher nach teilweise deutlichen Anstiegen quer durch alle Altersgruppen aus. Vor allem bei den Jüngeren zwischen 15 und 39 Jahren, wie unter anderem der FOCS unter Berufung auf das RKI berichtet. Zudem, und dies sollte wirklich jeden nachdenklich machen, pegelten sich die Zahlen der im Zusammenhang mit dem Corona-Virus in Deutschland Verstorbenen an den Wochentagen bei knapp über 1.000 täglich ein. Ein viel zu hoher und nicht akzeptabler Wert.

 

Gestern 40 neue Fälle in Schwerin, aber weiterhin wenig Hausarzt-Meldungen

Vor diesem Hintergrund ist es eben wichtig, auch kleine positive Lichtblicke, wie eben die zuletzt geringen über Hausärzte gemeldeten neuen Fälle in Schwerin zu sehen. Sie sind ein Hoffnungsschimmer, und den braucht wohl jeder in diesen Tagen. Auch die natürlich noch zu hohe Zahl der Neuinfektionen von 24 am Dienstag bot dennoch Grund zur Hoffnung. Eine besonders kritische Dynamik scheint es nicht zu geben. Diese Zahl allerdings überbot Schwerin am gestrigen Mittwoch dann doch wieder. 40 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete das Gesundheitsamt der Stadt. Die 7- Tage-Inzidenz liegt damit wieder über 140. Konkret bei 141,1 Fällen je 100.000 Einwohnern. Und doch, daher bleiben wir in der Überschrift auch heute hoffnungsvoll positiver, gibt es erneut aufgrund der Hausarztzahlen den beschriebenen Hoffnungsschimmer. Gestern waren es 7 Fälle, die auf diesem Weg gemeldet wurden. In diesem, ggf. eine neue Dynamik anzeigenden, Wert ist somit keine Veränderung, sogar ein minimaler Rückgang zu erkennen.

 

Weiterhin Dynamik bei Infektionen im Pflegeheim „Im Casino“

Weniger gut allerdings klingen in den gestrigen Zahlen die Neuinfektionen, die aus dem Seniorenheim „Im Casino“ in der Schelfstadt gemeldet wurden. Denn dort erkrankten weitere 13 Bewohnerinnen und Bewohner sowie drei Beschäftigte. Hier bleibt nun zu hoffen, dass die Krankheitsverläufe nicht zu größeren Komplikationen führen. Weiterhin meldete das Testzentrum zwei positive Tests. Fünf Personen erkrankten, die sich bereits in Quarantäne befanden. Zudem kommen 7 Meldungen aus den Helios Kliniken in Schwerin und Leezen. Dabei handelte es sich um vier Patienten und drei Mitarbeiter. Zwei Meldungen übermittelten andere Gesundheitsämter.

 

Bundeswehr unterstützt Stadt weiter – Oberbürgermeister dankt für bisherige Hilfe

Oberbürgermeister Badenschier und Brigadegeneral Kurczyk | Foto: Landeshauptstadt Schwerin / M. Christen

Um auch weiterhin bzw. wieder die Kontaktketten bei Neuinfektionen schnell und effektiv nachverfolgen zu können, hat die Landeshauptstadt Schwerin eine Verlängerung der Unterstützung des Gesundheitsamts durch die Bundeswehr beantragt. 12 Soldatinnen und Soldaten bleiben dafür noch bis Mitte Februar abgestellt. Oberbürgermeister Rico Badenschier nutzte die Gelegenheit und bedankte sich bei Brigadegeneral Marcus Kurczyk für die bisherige Unterstützung. „Die Soldatinnen und Soldaten leisten bei der Nachverfolgung von Kontakten einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie. Leider sind wir wegen der weiterhin hohen Zahl der Neuinfektionen weiterhin auf diese Hilfe angewiesen“, so Badenschier. Noch bis Ende der Woche sind außerdem 38 Bundeswehrangehörige in Pflegeeinrichtungen der Stadt Schwerin unterstützend im Einsatz, ab 16. Januar sinkt die Zahl der Helfenden auf 25 Soldatinnen und Soldaten.

 

Neuinfektionswert in MV bleibt hoch

Zuletzt noch ein kurzer Blick auf das Infektionsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern. Mit 372 neuen Infektionen binnen 24 Stunden steht dabei erneut ein recht hoher Wert in den Meldungen des LAGUS. Mit deutlichem Abstand die geringste 7-Tage-Inidenz weist dabei aktuell die Hansestadt Rostock mit einem Wert von „nur“ 38,7 aus. Drei Landkreise liegen unter der 100-er Marke. Ludwigslust-Parchim weist aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 163,9 Fällen je 100.000 Einwohnern aus, Vorpommern-Greifswald von 132,9. Langsam nähert sich zudem die Mecklenburgische Seenplatte wieder der 200er-Marke. Gestern wies das LAGUS für das einzige Hochrisikogebiet in MV eine 7-Tage-Inzidenz von 206,5 aus. Der MV-Gesamtwert liegt bei 116,5.

Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

Hinterlasse einen Kommentar

Your email address will not be published.