Corona in Schwerin & MV: Landeswerte sinken – Schwerin nun aber mit Inzidenz über 100

Im Zeichen der bekanntgewordenen Abweichungen der Inzidenzwerte konkret in zwei Landkreisen, stehen die aktuellen Corona-Zahlen des Landes in einem etwas getrübten Licht. Dennoch deuten Sie erst einmal auf eine Pause der dritten Welle im Vorwochenvergleich hin. In Schwerin hingegen stiegen die Zahlen am Donnerstag und Freitag wieder, so dass der Inzidenzwert nun bei 105,6 liegt. Es muss nun also um so mehr gelten, viel zu impfen. Eine Online-Registrierung soll bisherige Probleme mildern.

Die Coronazahlen für Schwerin und ganz MV vom 2. April 2021. | Abbildung: LAGuS MV

Bevor mit dem gestrigen Karfreitag die Ostertage begannen, und somit durchaus feiertagstypische Auswirkungen auf die Corona-Zahlen des LAGuS MV und des RKI zu erwarten sind, unterstrichen die Meldungen des vergangenen Donnerstag nochmals eine Verschnaufpause  für MV in der dritten Welle. Nachdem Informationen über möglicherweise deutlich geschönte Inzidenzwerte im Landkreis Vorpommern-Greifswald und auch unsere heute veröffentlichten Darstellungen zu ebenfalls fragwürdig abweichenden Zahlen im Landkreis Ludwigslust-Parchim bekannt wurden, steht diese scheinbare Pause allerdings unter einem doch sehr getrübten Stern. Wie ehrlich sind die Regionen in MV, getrieben von Öffnungsdruck und längst eröffnetem Wahlkampfgetöse, und wie viel weiß davon auch die Landesregierung? Es bleibt zu hoffen, dass es in den kommenden Tagen und Wochen Antworten auf diese Fragen gibt. 

 

Im Vorwochenvergleich Rückgang der Zahlen 

Für den Moment bleibt nur, mit den vorliegenden Zahlen des LAGuS MV zu arbeiten. Und diese wiesen für Donnerstag eine nun doch recht deutlichen Rückgang der Neuinfektionszahlen im Vergleich zum Donnerstag der Vorwoche aus. Meldete die Behörde am 25. März noch 382 neue Fälle, waren es vorgestern 306. Ein Rückgang von 20 Prozent. Ein kleines Aber bleibt dabei: Am 25. März hatte die dritte Welle mit einem Anstieg der Neuinfektionszahlen im Vorwochenvergleich von knapp 104 Prozent auch eine ganz extreme Dynamik gezeigt. Setzt man also die 306 Fälle vom 1. April ins Verhältnis zum Donnerstag 14 Tage zuvor (18. März) – dem letzten Tag, bevor der täglich mindestens zweistellige Anstieg im Land einsetzte – so bleibt ein sattes Plus von 36 Prozent. Damit bleibt das Land deutlich in der dritten Welle.

Im 14-Tage-Vergleich deutlicher Anstieg

Diese hat allerdings ihre zwischenzeitlich extreme Dynamik offenbar eingebüßt. Immer im Blick bleiben dabei die Fragezeichen hinsichtlich der Zahlen aus Vorpommern-Greifswald und Ludwigslust-Parchim. Denn gerade dort waren zuletzt unerwartet große Rückgänge der Inzidenzzahlen zu beobachten. Aber es sollte stets das Prinzip Hoffnung bleiben – aber eben auch das Prinzip Vorsicht. Weiterhin deutlich über dem 100er-Wert – der eigentlich die Notbremse bedeutet, was das Land MV allerdings entgegen der Bund-Länder-Vereinbarungen nicht einhält – lagen am Donnerstag Nordwestmecklenburg (NWM) und Ludwigslust-Parchim (LUP). Auch wieder in diesem Kreis dabei ist der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte (MSE). Der Inzidenzwert für MV lag am Donnerstag nach LAGuS-Angaben bei 92,8.

Am Karfreitag sank er weiter auf 89,9. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim stieg die Inzidenz dabei auf vom Landkreis gemeldete 140,7.

 

In Schwerin Anstieg der Zahlen – Britische Mutation hat Oberhand

Während also einige Kreise einen eher unerwartet deutlichen Rückgang der Inzidenzzahlen vermeldeten, lief die Lage in Schwerin wieder in die andere Richtung. Mit 21 neuen Fällen, einem Plus von neun gegenüber dem Donnerstag der Vorwoche, betrug die 7-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt am Donnerstag 93,0. Auch hier nähert man sich der 100er-Marke an. Dass immerhin 11 der 21 neuen Fälle über Hausarztpraxen gemeldet wurden, sollte den Blick wieder auf eine eventuell leicht sich in Richtung eines diffusen Infektionsgeschehens drehende Situation richten. Für Klarheit dahingehend dürfte es aber noch zu früh sein. Als „besorgniserregend“ bezeichnet die Stadtverwaltung Schwerin dabei allerdings auch selbst einen ganz anderen Wert. „So wurde bei 17 von 20 Neuinfektionen des Vortags die britische Mutation nachgewiesen“. Immerhin 85 Prozent. Dies zeigt, dass auch hier eine weitere Dynamik im Gange ist. Denn insgesamt liegt der Anteil dieser Mutation in Schwerin derzeit bei etwa 75 Prozent. Tendenz ganz offensichtlich spürbar steigend. 

 

Deutlicher Anstieg der Zahlen in Schwerin am Karfreitag

Am gestrigen Karfreitag stieg die Zahl der Neuinfektionen in Schwerin im Vorwochenvergleich doch deutlich. Meldete das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt gestern vor einer Woche 7 neue Fälle, waren es gestern 19. Damit stieg die 7-Tage-Inzidenz auf 105,6. Sollte dieser Wert noch mindestens zwei Tage über 100 bleiben, dürfte Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier mit seinem Krisenstab spätestens am Dienstag über eventuelle Ausgangsbeschränkungen entscheiden müssen. Nachdem drei Landkreise in der vergangenen Woche diesen Weg nicht gingen, Badenschier, selbst Mediziner, aber vor dem MV-Gipfel noch deutlich zu Vorsicht und keinen weiteren Öffnungen aufrief, dürfte die Entscheidung im Fall der Fälle offen sein.

 

Erneut Kita betroffen

Beinahe in einem schon regelmäßigen Rhythmus kommen neue Fälle in Kindertagesstätten der Landeshauptstadt hinzu. Dieses Mal traf es mit der Kita „Anne Frank“ eine weitere Einrichtung. Dem Gesundheitsamt der Stadt konnte diese Ketten auf die Krippengruppen 1 und 2 sowie die Vorschulgruppe eingrenzen. Die Quarantäneanordnung betrifft daher alle Kinder dieser drei Gruppen, die am Montag und Dienstag in der Einrichtung betreut wurden.

 

Testzentrum auch über Ostern geöffnet

Mit Blick auf die aktuell zumindest wieder angespanntere Entwicklung weist die Stadt Schwerin nochmals auf die Öffnungszeiten des Testzentrums bei den Helios Kliniken in der Landeshauptstadt hin. Dieses ist in den Ostertagen täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Da inzwischen jedem bewusst sein sollte, dass mit jeder weiteren Impfung die tatsächlichen Öffnungen auch unter ehrlichen Szenarien wieder näher rücken, ist eine möglichst große Impfrate von großer Bedeutung. Diese ist letztlich natürlich vom Vorhandensein des Impfstoffes, aber eben auch der Impfbereitschaft der Menschen abhängig. Seit dem gestrigen Freitag besteht dabei für Impfwillige aus Schwerin zwischen 60 und 79 Jahren die Möglichkeit, sich für Impftermine im Impfzentrum der Stadt registrieren zu lassen. 

 

Online-Registrierung für Impfung möglich

Impfen – impfen – impfen. Die Devise auch für Schwerin. | Foto: Wilfried Pohnke

Die Registrierung für einen Impftermin ist dabei auf der Internetseite: www.corona-impftermin-mv.de möglich. Damit können sich bei der Online-Registrierung ab Freitag zusätzlich zur Priorität 1 und 2 für einen Impftermin mit dem Impfstoff der Firma AstraZeneca auch Personen über 60 Jahre eintragen. Im Rahmen der Registrierung sind Terminvorschläge für Impftermine möglich. Die finale Terminvergabe erfolgt dann über das Online-System. Es wird mit einem hohen Anfrageaufkommen gerechnet. Der Online-Registrierte wird automatisch einen Termin per E-Mail bekommen. Der genaue Zeitpunkt hängt von der Verfügbarkeit der Impfstoffe ab. In der Landeshauptstadt stehen in der kommenden Woche ca. 1800 AstraZeneca-Impfdosen zur Verfügung. Impfberechtigte werden per E-Mail regelmäßig über den Status ihrer Terminvergabe informiert.

Redaktion

der digitalen Tageszeitung Schwerin-Lokal.de. Tel: (0385) 480 739 77 | E-Mail: redaktion@schwerinlokal.de

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