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Corona in Schwerin & MV: Landeswerte sinken – Schwerin nun aber mit Inzidenz über 100

Bevor mit dem gestri­gen Kar­fre­itag die Ostertage began­nen, und somit dur­chaus feiertagstyp­is­che Auswirkun­gen auf die Coro­na-Zahlen des LAGuS MV und des RKI zu erwarten sind, unter­strichen die Mel­dun­gen des ver­gan­genen

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  • Veröffentlicht April 3, 2021
Die Coro­n­azahlen für Schw­erin und ganz MV vom 2. April 2021. | Abbil­dung: LAGuS MV

Bevor mit dem gestri­gen Kar­fre­itag die Ostertage began­nen, und somit dur­chaus feiertagstyp­is­che Auswirkun­gen auf die Coro­na-Zahlen des LAGuS MV und des RKI zu erwarten sind, unter­strichen die Mel­dun­gen des ver­gan­genen Don­ner­stag nochmals eine Ver­schnauf­pause  für MV in der drit­ten Welle. Nach­dem Infor­ma­tio­nen über möglicher­weise deut­lich geschönte Inzi­den­zw­erte im Land­kreis Vor­pom­mern-Greif­swald und auch unsere heute veröf­fentlicht­en Darstel­lun­gen zu eben­falls frag­würdig abwe­ichen­den Zahlen im Land­kreis Lud­wigslust-Parchim bekan­nt wur­den, ste­ht diese schein­bare Pause allerd­ings unter einem doch sehr getrübten Stern. Wie ehrlich sind die Regio­nen in MV, getrieben von Öff­nungs­druck und längst eröffnetem Wahlkampfgetöse, und wie viel weiß davon auch die Lan­desregierung? Es bleibt zu hof­fen, dass es in den kom­menden Tagen und Wochen Antworten auf diese Fra­gen gibt. 

 

Im Vorwochenvergleich Rückgang der Zahlen 

Für den Moment bleibt nur, mit den vor­liegen­den Zahlen des LAGuS MV zu arbeit­en. Und diese wiesen für Don­ner­stag eine nun doch recht deut­lichen Rück­gang der Neuin­fek­tion­szahlen im Ver­gle­ich zum Don­ner­stag der Vor­woche aus. Meldete die Behörde am 25. März noch 382 neue Fälle, waren es vorgestern 306. Ein Rück­gang von 20 Prozent. Ein kleines Aber bleibt dabei: Am 25. März hat­te die dritte Welle mit einem Anstieg der Neuin­fek­tion­szahlen im Vor­wochen­ver­gle­ich von knapp 104 Prozent auch eine ganz extreme Dynamik gezeigt. Set­zt man also die 306 Fälle vom 1. April ins Ver­hält­nis zum Don­ner­stag 14 Tage zuvor (18. März) – dem let­zten Tag, bevor der täglich min­destens zweis­tel­lige Anstieg im Land ein­set­zte – so bleibt ein sattes Plus von 36 Prozent. Damit bleibt das Land deut­lich in der drit­ten Welle.

Im 14-Tage-Vergleich deutlicher Anstieg

Diese hat allerd­ings ihre zwis­chen­zeitlich extreme Dynamik offen­bar einge­büßt. Immer im Blick bleiben dabei die Frageze­ichen hin­sichtlich der Zahlen aus Vor­pom­mern-Greif­swald und Lud­wigslust-Parchim. Denn ger­ade dort waren zulet­zt uner­wartet große Rück­gänge der Inzi­denz­zahlen zu beobacht­en. Aber es sollte stets das Prinzip Hoff­nung bleiben – aber eben auch das Prinzip Vor­sicht. Weit­er­hin deut­lich über dem 100er-Wert – der eigentlich die Not­bremse bedeutet, was das Land MV allerd­ings ent­ge­gen der Bund-Län­der-Vere­in­barun­gen nicht ein­hält – lagen am Don­ner­stag Nord­west­meck­len­burg (NWM) und Lud­wigslust-Parchim (LUP). Auch wieder in diesem Kreis dabei ist der Land­kreis Meck­len­bur­gis­che Seen­plat­te (MSE). Der Inzi­den­zw­ert für MV lag am Don­ner­stag nach LAGuS-Angaben bei 92,8.

Am Kar­fre­itag sank er weit­er auf 89,9. Im Land­kreis Lud­wigslust-Parchim stieg die Inzi­denz dabei auf vom Land­kreis gemeldete 140,7.

 

In Schwerin Anstieg der Zahlen – Britische Mutation hat Oberhand

Während also einige Kreise einen eher uner­wartet deut­lichen Rück­gang der Inzi­denz­zahlen ver­melde­ten, lief die Lage in Schw­erin wieder in die andere Rich­tung. Mit 21 neuen Fällen, einem Plus von neun gegenüber dem Don­ner­stag der Vor­woche, betrug die 7‑Tage-Inzi­denz in der Lan­deshaupt­stadt am Don­ner­stag 93,0. Auch hier nähert man sich der 100er-Marke an. Dass immer­hin 11 der 21 neuen Fälle über Hausarzt­prax­en gemeldet wur­den, sollte den Blick wieder auf eine eventuell leicht sich in Rich­tung eines dif­fusen Infek­tion­s­geschehens drehende Sit­u­a­tion richt­en. Für Klarheit dahinge­hend dürfte es aber noch zu früh sein. Als „besorgnis­er­re­gend” beze­ich­net die Stadtver­wal­tung Schw­erin dabei allerd­ings auch selb­st einen ganz anderen Wert. „So wurde bei 17 von 20 Neuin­fek­tio­nen des Vortags die britis­che Muta­tion nachgewiesen”. Immer­hin 85 Prozent. Dies zeigt, dass auch hier eine weit­ere Dynamik im Gange ist. Denn ins­ge­samt liegt der Anteil dieser Muta­tion in Schw­erin derzeit bei etwa 75 Prozent. Ten­denz ganz offen­sichtlich spür­bar steigend. 

 

Deutlicher Anstieg der Zahlen in Schwerin am Karfreitag

Am gestri­gen Kar­fre­itag stieg die Zahl der Neuin­fek­tio­nen in Schw­erin im Vor­wochen­ver­gle­ich doch deut­lich. Meldete das Gesund­heit­samt der Lan­deshaupt­stadt gestern vor ein­er Woche 7 neue Fälle, waren es gestern 19. Damit stieg die 7‑Tage-Inzi­denz auf 105,6. Sollte dieser Wert noch min­destens zwei Tage über 100 bleiben, dürfte Ober­bürg­er­meis­ter Dr. Rico Baden­schi­er mit seinem Krisen­stab spätestens am Dien­stag über eventuelle Aus­gangs­beschränkun­gen entschei­den müssen. Nach­dem drei Land­kreise in der ver­gan­genen Woche diesen Weg nicht gin­gen, Baden­schi­er, selb­st Medi­zin­er, aber vor dem MV-Gipfel noch deut­lich zu Vor­sicht und keinen weit­eren Öff­nun­gen aufrief, dürfte die Entschei­dung im Fall der Fälle offen sein.

 

Erneut Kita betroffen

Beina­he in einem schon regelmäßi­gen Rhyth­mus kom­men neue Fälle in Kindertagesstät­ten der Lan­deshaupt­stadt hinzu. Dieses Mal traf es mit der Kita „Anne Frank” eine weit­ere Ein­rich­tung. Dem Gesund­heit­samt der Stadt kon­nte diese Ket­ten auf die Krip­pen­grup­pen 1 und 2 sowie die Vorschul­gruppe ein­gren­zen. Die Quar­an­täneanord­nung bet­rifft daher alle Kinder dieser drei Grup­pen, die am Mon­tag und Dien­stag in der Ein­rich­tung betreut wur­den.

 

Testzentrum auch über Ostern geöffnet

Mit Blick auf die aktuell zumin­d­est wieder anges­pan­ntere Entwick­lung weist die Stadt Schw­erin nochmals auf die Öff­nungszeit­en des Testzen­trums bei den Helios Kliniken in der Lan­deshaupt­stadt hin. Dieses ist in den Osterta­gen täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Da inzwis­chen jedem bewusst sein sollte, dass mit jed­er weit­eren Imp­fung die tat­säch­lichen Öff­nun­gen auch unter ehrlichen Szenar­ien wieder näher rück­en, ist eine möglichst große Impfrate von großer Bedeu­tung. Diese ist let­ztlich natür­lich vom Vorhan­den­sein des Impf­stoffes, aber eben auch der Impf­bere­itschaft der Men­schen abhängig. Seit dem gestri­gen Fre­itag beste­ht dabei für Impfwillige aus Schw­erin zwis­chen 60 und 79 Jahren die Möglichkeit, sich für Impfter­mine im Impfzen­trum der Stadt reg­istri­eren zu lassen. 

 

Online-Registrierung für Impfung möglich

Impfen – impfen – impfen. Die Devise auch für Schw­erin. | Foto: Wil­fried Pohnke

Die Reg­istrierung für einen Impfter­min ist dabei auf der Inter­net­seite: www.corona-impftermin-mv.de möglich. Damit kön­nen sich bei der Online-Reg­istrierung ab Fre­itag zusät­zlich zur Pri­or­ität 1 und 2 für einen Impfter­min mit dem Impf­stoff der Fir­ma AstraZeneca auch Per­so­n­en über 60 Jahre ein­tra­gen. Im Rah­men der Reg­istrierung sind Ter­min­vorschläge für Impfter­mine möglich. Die finale Ter­min­ver­gabe erfol­gt dann über das Online-Sys­tem. Es wird mit einem hohen Anfrageaufkom­men gerech­net. Der Online-Reg­istri­erte wird automa­tisch einen Ter­min per E‑Mail bekom­men. Der genaue Zeit­punkt hängt von der Ver­füg­barkeit der Impf­stoffe ab. In der Lan­deshaupt­stadt ste­hen in der kom­menden Woche ca. 1800 AstraZeneca-Impf­dosen zur Ver­fü­gung. Impf­berechtigte wer­den per E‑Mail regelmäßig über den Sta­tus ihrer Ter­min­ver­gabe informiert.