Corona in Schwerin: Eine Schule, Sporthallen und Schwimmbäder dicht – Ampel auf ROT

Am Samstag sprang die Corona-Ampel in Schwerin auf ROT um. Die IGS Bertold-Brecht ist bis 13. November geschlossen. Für ca. 660 Personen gilt Quarantäne. Ferner schließt die Stadt Sporthallen und Schwimmbäder. Nach 23 Uhr ist Alkoholverkauf verboten.

Seit Freitag gilt in Schwerin auch Maskenpflicht auf Märkten und in Centern. | Foto: privat

Ein wenig war die Entwicklung absehbar, denn bereits am Freitag hatten Gerüchte aus der IGS Bertold Brecht auf mehrere Corona-Infektionen hingewiesen. Allerdings sprach die Statistik bis zum Abend von „nur“ einer Lehrerin und einer Schülerin. Ein größer angelegter Test der ermittelten Kontaktpersonen sollte mehr Klarheit bringen. Ebenso standen Tests an der Montessori Schule und am Abendgymnasium Schwerin an.

 

Brecht-Schule geschlossen – etwa 660 Personen in Quarantäne

Bis Samstagabend erwiesen sich die letztere Tests durchweg als negativ. An der Montessori-Schule standen noch die Ergebnisse von drei der 24 Tests aus. Die verbliebenen 21 aber waren ebenfalls negativ. Anders aber, wie erwartet, das Ergebnis an der Bertold-Brecht-Schule. Zehn neue Coronafälle kommen aus den Reihen der Integrativen Gesamtschule. Damit zeichnet sich eine doch intensivere Infektionsentwicklung an der Einrichtung ab. Der Corona-Krisenstab Schwerin entschied sich daher für den wohl einzigen wenn auch harten Schritt: Die Schule bleibt per Allgemeinverfügung bis zum 13. November 2020 geschlossen. Verbunden damit sind Quarantäneanordnungen für alle etwa 600 Schüler und 60 Lehrer. Allerdings findet nun keine weitere Reihentestung vor Ort mehr statt. Alle in Quarantäne befindlichen Personen müssen nun eine strenge Symptomüberwachung durchführen. Sollten Symptome auftreten, erfolgt umgehend ein Test. Die Verfügung wurde noch am Sonnabend als Bekanntmachung auf der Internetseite unter www.schwerin.de/bekanntmachungen veröffentlicht.

 

Weitere Lehrerin positiv getestet

Neben den zehn Personen der IGS verzeichnete die Statistik der Stadt Schwerin am Samstag noch sechs weitere Positiv-Fälle. In einem Fall handelt es sich um eine Lehrerin einer weiteren Schule. Die Erkrankte ist in den Integrationsklassen an der Grundschule Lankow aktiv. Das Gesundheitsamt ermittelt auch dort alle Kontaktpersonen und bespricht das weitere Vorgehen mit der Schulleitung. Es erfolgte zudem eine Quarantäneanordnung für die vier Integrationsklassen, zwei Integrationshelfer und fünf Lehrkräfte. Der Schulbetrieb an sich kann an der Grundschule weiterlaufen. Für die Integrationsklassen findet dort ein getrennter Unterricht von den übrigen Grundschulklassen statt.

 

Corona-Ampel auf ROT – Sporthallen und Schwimmbäder dicht, kein Alkoholverkauf ab 23 Uhr

Der erneut für Schwerin starke Anstieg innerhalb eines Tages ließ die Corona-Ampel in der Landeshauptstadt auf „ROT“ springen. Damit gelten nun nochmals verschärfte Regelungen für Schwerin. Diese entsprechen dabei aber im Wesentlichen denen des heute begonnen Lockdown und den damit verbundenen Maßnahmen, bzw. werden durch dieser nochmals verschärfend ersetzt. Allerdings ist nun auch ab 23 Uhr jede Außenabgabe von Alkohol generell in Schwerin untersagt.

Zudem beschloss der Krisenstab der Stadt am gestrigen Sonntag die Schließung aller kommunalen Sporthallen und Schwimmbäder. An sich hatte die Landesregierung den Mannschafts- bzw. Vereinssport für alle Kinder und Jugendlichen im Land entgegen der Bund-Länder-Vereinbarungen auch während des heute beginnenden Lockdowns weiter genehmigt. Allerdings verbunden mit der Möglichkeit für Landkreise und kreisfreie Städte, diese Ausnahme ganz oder teilweise auszusetzen, wenn dies die Entwicklungen erfordern. In Schwerin schränkt sich diese Regelung daher nun ein. Für den Freizeitsport von Kindern und Jugendlichen sollen demnach nur noch kommunale Sportplätze geöffnet bleiben, auf denen die Kinder in kleinen Gruppen und unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln Sport treiben können. „Schwerin gilt seit Samstag als Risikogebiet. Deshalb liegt es im unserem  Ermessen von der Landesverordnung abzuweichen. Davon werden wir nach eingehender Risikoabschätzung wegen des dynamischen Infektionsgeschehens an unseren Schulen Gebrauch machen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Rico Badenschier.

 

Verschärfte Regelungen am Freitag schnell umgesetzt

Schon am Morgen nach der Maskenpflicht stand das Schild am Markt in Schwerin. | Foto: privat

Erst am Donnerstag musste die Verwaltungsspitze die Umschaltung der Ampel von gelb auf orange verkünden. Seit Freitag gilt daher in Schwerin eine Maskenpflicht auf Wochenmärkten und in Einkaufcentern. Obwohl dies natürlich sehr kurzfristig eintrat, zeigte sich die Realität umgehend auf die neue Situation eingestellt. So stand am Wochenmarkt auf dem Marktplatz schon am frühen Morgen ein Schild mit einem entsprechenden Hinweis. Hier hatten die Marktorganisatoren umgehend reagiert. Und nahezu alle Marktbesucher trugen auch die Maske. Nur einige waren noch schutzfrei. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der „Marienplatz Galerie“. Centermanager Henner Schacht hatte noch über Nacht entsprechende Hinweise drucken und im Gesamten Center anbringen lassen. Der Sicherheitsdienst wies Gäste, die noch nicht informiert waren, freundlich auf die neue Regelung hin.

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Stephan Haring

Stephan Haring ist freier Mitarbeiter unserer digitalen Tageszeitung. Er hat ein Bachelor-Studium der Kommunikationswissenschaften an der Universität Erfurt mit den Nebenfächern Sozialwissenschaften & Politik absolviert. Im Nachhinein arbeitete er in leitenden Funktionen der Presse- & Öffentlichkeitsarbeit, im Leitungsbereich eines Unternehmens sowie als Rektor einer privat geführten Hochschule. Zudem entwickelte, organisierte und realisierte er mit der durch ihn entwickelten LOOK ein Fashionevent in Schwerin. Heute arbeitet er freiberuflich als Texter, Pressesprecher, Textkorrektor und Ghostwriter sowie als Berater in verschiedenen Projekten. Im größten Schweriner Ortsbeirat ist er als Vorsitzender kommunalpolitisch aktiv.

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