Corona in Schwerin: Verabschiedet sich MV von sinkenden Werten?

Weiterhin sieht es so aus, als ob sich in MV ein Trendumkehr beim Corona-Infektionsgeschehen abzeichnet. Im Vergleich zru Vorwoche ist der Anstieg noch im Rahmen aber doch erkennbar. In Westmecklenburg stieg der Inzidenzwert gestern zumindest gegenüber dem Vortag nicht weiter an. Schwerin blieb konstant - aber bei über 80.

Die Coronazahlen für Schwerin und ganz MV vom 22. Februar 2021. | Abbildung: LAGUS MV

„Die gute Entwicklung, die uns über längere Zeit täglich sinkende Infektionszahlen beschert hat, ist im Moment vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Der Anteil der gefährlicheren, weil deutlich ansteckenderen Virusmutationen wächst“, zitiert tagesschau.de Regierungssprecher Seibert. Dieser mahne zu Geduld. Punktuell zeichnen sich derweil kleinere Öffnungsschritte in Bayern und Baden-Württemberg wohl noch vor der nächsten Bund-Länder-Runde ab. Diese ist für den 3. März 2021 geplant.

 

Kleine Öffnungsschritte im Süden Deutschlands?

So könnten in den beiden südlichsten deutschen Bundesländern eventuell mit den Friseuren am kommenden Montag auch Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden wieder öffnen. Noch ist zwar nichts beschlossen, aber verschiedene Medien berichteten gestern am späten Nachmittag über entsprechende Pläne aus beiden Staatskanzleien. In Bayern könnten sogar neben den Friseuren auch weitere körpernahe Dienstleistungen wieder starten.

Nun mag man bei Baden-Württemberg zumindest zum Teil diesen plötzlichen und mit Sicherheit nicht grundlos vor die Bund-Länder-Runde gelegten kleinen zusätzlichen Öffnungsschritt durchaus auch als kleines Wahlkampfgeschenk des Ministerpräsidenten ansehen. Bereits am 14. März stehen dort Landtagswahlen an. Dass der Ministerpräsident aus Bayern, Markus Söder, sonst stets Verfechter dessen, dass niemand weitergehen solle, als in der Bund-Länder-Runde vereinbart, nun auch vom besprochenen Kurs abweicht, könnte da mehr Fragen aufwerfen. Zuletzt allerdings war er aufgrund seines recht strikten Kurses allerdings zunehmend in Kritik geraten. Nun möchte er aber Kanzlerkandidat der Union werden. Da wäre etwas weniger Kritik sicherlich hilfreich.

 

Werte in Bayern und Baden-Württemberg durchaus geringer als in MV

In beiden Fällen ist das aber natürlich nur Spekulation. Bestätigen dürfte so etwas keine der beiden Staatskanzleien. Ob und inwieweit diese Entwicklungen allerdings auch weitergehende Auswirkungen haben – speziell auch auf Mecklenburg-Vorpommern – das sei dahingestellt. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass beide Bundesländer noch vor einigen Wochen deutlich höhere Inzidenzwerte als MV hatten. Inzwischen sieht das anders aus. Stand Sonntag lag die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg bei 44,3 – der niedrigste in Deutschland. In Bayern lag sie allerdings bei noch 58,0. Für Mecklenburg-Vorpommern meldete das dortige LAGUS einen Wert von 67,6 – den sechsthöchsten in Deutschland und ein leichtes Plus gegenüber der Vorwoche.

 

Infektionsgeschehen im Land scheint wieder zuzunehmen

Gestern blieb der Wert beinahe konstant – bei 67,2.  Gegenüber dem Montag der Vorwoche (63,4) allerdings ist das Plus schon erkennbar. Damit scheint auch in MV der Trend sinkender Infektionszahlen zumindest unterbrochen. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass er sich in einen wieder leicht steigenden Trend wandelt. Die Zahl der Neuinfektionen (73) entsprach dabei ebenfalls einem – bei diesen Zahlen doch erkennbaren – Anstieg gegenüber dem Montag der Vorwoche, als das LAGUS 56 neue Fälle meldete. Montage sind derzeit in MV stets die Tage mit den geringsten Werten – bedingt durch vergleichsweise wenig Tests und vielfach geschlossene Labore sowie teilweise auch nicht erfolgende Testergebnis-Meldungen.

 

Westmecklenburg mit Schwerin ohne Anstieg am Montag

Für Westmecklenburg bedeutete der gestrige Tag zumindest einen nicht erneuten Anstieg der Inzidenzzahlen. In Nordwestmecklenburg (NWM) sowie Ludwigslust-Parchim (LUP) sanken sich leicht, in der Landeshauptstadt Schwerin stagnierte der Wert bei 82,6. Dort meldete das Gesundheitsamt zudem drei Neuinfektionen (wie am vergangenen Montag). In zwei Fällen handelte es sich dabei um Beschäftigte der Helios Kliniken Schwerin. Leider hat die Stadt im Rahmen der Corona-Pandemie auch drei weitere Todesopfer zu verzeichnen, die am oder mit dem Virus starben. An dieser Stelle sei aufgrund der teilweise schon inhumanen „Diskussionen“ nochmals darauf hingewiesen, dass gerade aktuell eine Studie des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf ergab, dass in den mit großem Abstand meisten Fällen das Coronavirus todesursächlich war. Unter anderem berichtete der NDR am vergangenen Donnerstag darüber.

 

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