Countdown für „ROCK AM SEE“ – Am 21. Mai ist es wieder soweit

Der Countdown läuft. Nur noch 14 Tage, dann heißt es am 21. Mai 2022 ab 18 Uhr (Einlassöffnung) zum fünften Mal: Bühne frei für "Rock am See". Eines der bewusst kleinsten und damit auch familiärsten Rockfestivals - direkt am Barniner See. Schwerin-lokal hat sich mit Marc Brendemühl, einem der Organisatoren und Sänger der Band "TOCCOA" getroffen, um mehr zu erfahren. Eines verraten wir schon jetzt: Mit dabei in diesem Jahr: ""The Wake Woods".

„ROCK AM SEE 2022“ am 21. Mai wieder wieder am See in Barnin. | Darstellung: Veranstalter

Aus der einstigen Suche nach einem interessanten Ort für den Auftritt der Band „TOCCOA“ wurde schnell mehr. Denn mit dem trauhaften Ort direkt am Barniner See, mit Naturbühne und viel Platz für Fans wie Bands, fanden TOCCOA-Sänger Marc Brendemühl und Kollegen eine Location, die nach „mehr“ rief. Ein kleines Rock-Festival, das wäre doch passend. Und so kam es dann auch. Viermal begeisterte Festivalbesucher waren ohne Frage der wohl beste Beweis dafür, dass es die richtige Entscheidung war.

Dann kam die Corona-Zwangspause. Aufgeben aber gab es für Marc und Band nicht. Sie nahmen neu Anlauf und begannen – in der Hoffnung, dass möglichst wenig oder besser keine Corona-Regeln mehr gelten würden – erneut mit den Planungen. Eine gute Entscheidung, wie sich nun zeigt. Denn am 21. Mai 2022 kann das familiäre aber an Qualität nicht zu unterschätzende Festival wieder über die Bühne gehen. Die Fans dürfen sich auf drei starke Bands freuen. Und die eine oder andere Veränderung steht auch ins Haus. Aber das soll Marc mal besser selbst erzählen:

 

schwerin-lokal: Am 21. Mai 2022 soll bereits zum fünften mal das kleine aber feine Festival „Rock am See“ stattfinden, das Du mit organisierst. Was ist das Besondere an diesem Festival?

Marc: „Rock am See“ ist eine Veranstaltung, die sehr vom lokalen Miteinander lebt. Als wir 2016 starteten, hatten wir keinerlei Ahnung, wie man so eine Veranstaltung organisiert. Was und wer so alles gebraucht wird. Und welche Anträge beispielsweise wo gestellt werden müssen. Anfangs unterliefen uns in der Vorbereitung dann auch echte Kardinalfehler, über die wir heute noch schmunzeln. So besaßen wir keine Genehmigung, Plakate in Crivitz zu hängen. Und Tags darauf waren die alle verschwunden, bis wir mitbekamen, dass wir mit dem Amt hätten sprechen müssen. Glücklicherweise waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort sehr hilfsbereit und so hingen die Plakate schon bald wieder an Ort und Stelle. Barnin als Gemeinde unterstützte uns von Beginn an.

Crew wie auch Partner waren Freunde oder Familie. Selbiges galt für die Bands im ersten Jahr. Und so kam es, dass dieses Festival bis heute besonders familiär ist. Das ist auch wichtig, denn es geht darum, den Menschen hier in unserer Region gute handgemachte Rockmusik zu einem sehr erschwinglichen Preis zu bieten. Die Show ist dabei ein Teil des Paketes – der direkte und enge Draht zwischen Publikum und Bands ein anderer. Jedes Crewmitglied und jeder Gast – alle sind wichtige Teile von „Rock am See“.

Viele kommen wegen der Bands von hier. Einige wegen der Bands, die von weiter weg kommen. Und manche kommen auch deshalb, weil wir beispielsweise die mit Abstand charmantesten Damen auf dem Bierwagen haben. Die Live-Musik nehmen die dann einfach mit. Das ist okay. Das ist „Rock am See“. Und wenn man am Samstag gegen 18 Uhr die Pilgermenge sieht, die von Crivitz nach Barnin zu Fuß wandert, bzw. nachts dann zurück, dann sieht man das Besondere an unserem Festival.

 

Schon traditionell Teil der Crew: Debora, Anne und Paul. | Foto: privat

 

schwerin-lokal: Worauf dürfen sich die Besucherinnen und Besucher in diesem Jahr freuen?

Marc: In diesem Jahr haben wir wieder drei Bands am Start – plus eine tolle und sehr stimmgewaltige Sängerin. „LISA“, die noch nie vor einem vergleichbar großen Publikum aufgetreten ist. Das künstlerische Highlight sind aber natürlich „The Wake Woods“ aus Berlin. Eine Band, die mich persönlich schon eine ganze Weile fasziniert. Im vergangenen Jahr haben wir die Jungs in Plattenburg beim Aquamaria-Festival kennen gelernt. Weil wir mit „TOCCOA“ direkt vor ihnen spielten. Für mich gehört die Band zu dem Besten, was diese Republik im Bereich Rockmusik überhaupt zu bieten hat. Sie spielten schon im legendären WDR Rockpalast und den großen Festivals.

Jetzt ist ihr neues Album raus und schon bald nach „Rock am See“ touren sie mit keiner geringeren Band als  „Status Quo“ durch die großen deutschen Arenen. Außerdem spielt „Tracht Prügel“ wieder bei uns. Das ist ebenfalls ein echtes Highlight, weil sie einerseits die wahren Lokalmatadoren von Barnin sind, und weil sie andererseits ganz fantastische Musiker sind. Und wahre Freunde. Aber selbstverständlich wird auch „TOCCOA“ den eigenen Part übernehmen. Wir werden dabei auch ein paar neue eigene Songs spielen, die wir hoffentlich bald veröffentlichen. Es ist also wieder eine ganze Menge dabei für unsere Gäste.

Kartenvorverkauf für „ROCK AM SEE 2022“

Annas Laden, Große Straße 5-7, Crivitz
Ihr Landmarkt Crivitz, Parchimer Straße 64, Crivitz
Sandys Werkstatt, Zapeler Weg 10, Crivitz

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Vorverkaufspreis: 15 Euro | Abendkasse: 19 Euro

schwerin-lokal: Ganz ohne eine oder zwei Fragen zu Corona kommt man noch immer nicht aus. Was gilt es zu beachten, wenn man bei „Rock am See“ dabei sein möchte? Gelten irgendwelche Corona-Regeln? 

Marc: Der aktuelle Status sagt, dass es keine Auflagen geben wird. Wir hatten zwar zunächst sogar ein Testzentrum in Planung, für den Fall, dass dies erforderlich ist. Aber die Regelungen sind so, dass wir sehr wahrscheinlich ohne Auflagen die Veranstaltung durchführen können.

Wieder live on stage bei „ROCK AM SEE“: Die Band „TRACHT PRÜGEL“. | Foto: Band

schwerin-lokal: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist weiterhin hoch, die Dunkelziffer soll mindestens doppelt so hoch sein. Ist es vor diesem Hintergrund verantwortungsbewusst, ein solches Event durchzuführen?

Marc: Diese Frage haben wir uns von Anfang an gestellt. Wir waren uns bei, allen internen Diskussionen, immer darüber einig, dass eine Veranstaltung unter „2-G“ oder „2-G-Plus“ für uns nicht in Frage käme. Weil wir nicht einen Event durchführen wollten, der einerseits diejenigen unserer Fans benachteiligt, die in der Impf-Frage anders tendieren als manche von uns. Andererseits wäre aber eine solche Regelung ein klarer Hinweis darauf gewesen, dass ein Event wie unserer die Gäste einem erhöhten Risiko aussetzen würde. Richtig ist: Die Zahlen sind immer noch verdammt hoch. Und richtig ist auch, dass es zu viele gibt, die an Corona erkranken, und die dabei einen ernsten Verlauf haben.

Wir hoffen, dass unsere Gäste verantwortungsbewusst mit diesem Risiko umgehen werden. Auf dem riesigen Gelände am Barniner See ist es absolut möglich, auf Abstand zu achten und dennoch alles in bester Manier zu erleben. Niemand muss damit rechnen, angemacht zu werden, weil er sich mit einer Maske beispielsweise sicherer fühlt. Vorsicht und Rücksicht sind zwei wichtige Aspekte. Wir sind aber heilfroh endlich wieder den See zum Brodeln bringen zu können und freuen uns auf alle, die kommen, um mit uns zu feiern.

schwerin-lokal: Festival und Zelten, das gehört für viele zusammen. Wie sieht es damit bei Euch aus?

Marc: Das sieht in diesem Jahr tatsächlich anders aus als in den Jahren davor. Bislang haben die Leute auf dem Gelände campen können, und die Gemeinde kam kurz, um eine geringfügige Gebühr zu kassieren. In diesem Jahr bitten wir die Camper, den nur wenige Meter entfernten Camping-Platz „Am Wäldchen“ zu nutzen. Frank und Guido, die den seit ein paar Jahren betreiben, gehören schon länger zu unseren Unterstützern. Dort kann man prima unterkommen und idealerweise auch gleich ein paar frische Brötchen für den nächsten Morgen bestellen. Guido backt selbst und seine Brötchen sind ein echter Geheimtipp. Wenn ich darf, bin ich so frei und nenne mal die Telefonnummer zum Reservieren: (03863-) 222642.

 

Marc Brendemühl | Foto: Philipp Eisermann

schwerin-lokal: Du bist Teil der Band TOCCOA, und bist damit nicht nur Organisator sondern auch Teil eines zentralen Festivals-Acts. Wie geht das zusammen?

Marc: Manchmal frage ich mich das auch. Ehrlich! Wenn ich nicht jedes Mal so geil darauf wäre, genau an dem Abend auf genau dieser Bühne zu stehen, dann empfände ich es wohl als ausreichend, „Rock am See“ zu organisieren. Aber wir haben das Festival eigentlich mal erfunden, weil wir selbst dort auf dieser Bühne in jenem fantastischen Ambiente spielen wollten. Und weil wir überzeugt waren, dass mehr Gäste kommen, wenn auch mehr Bands spielen, wurde daraus eben von Anfang an ein Festival und nicht bloß ein Konzert. Aber wenn ich überlege, wie viel Zeit man in die gesamte Planung, das Marketing und die Orga steckt, dann geht dafür schon so manches Wochenende drauf. Ganz zu schweigen von den drei Tagen, die man mit Aufbau, Durchführung und Abbau verbringt. Da geht dann immer ein Freitag, ein Samstag und ein Sonntag drauf.

In den ersten Jahren konnte ich den Samstag auch nie so richtig genießen. Immer gab es irgendetwas, das fehlte. Einmal musste ich am Samstag kurz vor Einlass ganz Crivitz nach einem Stempelkissen absuchen. Ein anderes Mal gab der Kühlschrank im Backstage-Bereich den Geist auf, und ich fuhr nochmal los, um Eiswürfel zu besorgen. Oder es galt noch Freunde abzuholen, die plötzlich anriefen, weil sie in Crivitz am Bahnhof standen und nicht weiterkamen. Beziehungsweise schnell noch die Shirts für den Merch abzuholen, weil die erst auf den letzten Drücker fertig waren. So ein Interview mit Dir, das ist entspannt und macht Spaß. So etwas mache ich gern. Auch wenn es natürlich irgendwie „Arbeit“ ist.

 

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schwerin-lokal: Wie soll es mit „Rock am See“ zukünftig weitergehen? Gibt es da Ideen oder gar Visionen?

Marc: Ich will da nicht vorgreifen. Aber natürlich sind wir schon seit Jahren in der Diskussion, ob man nicht auch auf zwei Tage gehen könnte. Und wie man so etwas dann organisiert. Bislang konnten wir uns dazu nicht durchringen. Aber: Der Gedanke lebt. Und ansonsten haben wir schon ein paar Sachen in Planung für das kommende Jahr. Aber dazu dann später mehr. Lass uns doch im Herbst mal darüber sprechen. Dann ist das eine oder andere wahrscheinlich spruchreif.

 

schwerin-lokal: Zuletzt noch eine Frage zu TOCCOA. Was dürfen die Fans in diesem Jahr von Euch erwarten?

Marc: So wie bereits angedeutet: Wir werden ins Studio gehen und wollen aufnehmen. Für dieses Jahr stehen zwei Singles an, die wir im Spätherbst veröffentlichen wollen. Dazu gehören dann auch Dreharbeiten für Videos. Das ganze kostet Zeit und ehrlich gesagt auch ein wenig Geld. Jeden Cent, den wir mit „Rock am See“ hoffentlich einnehmen können, werden wir in die Aufnahmen stecken. Und am Ende steht dann ein neues Album auf dem Plan. Wir sind zwar schon weit im Songwriting. Aber ein oder zwei Songs wollen noch geschrieben werden.

Außerdem wird es nach „Rock am See“ einen Wechsel bei uns am Schlagzeug geben. Hubi Wolf steigt leider nach zwei Jahren bei uns berufsbedingt aus und wird durch Florian Sörnsen ersetzt. Das war leider unausweichlich. Aber Hubi hat uns das glücklicherweise rechtzeitig signalisiert, sodass wir eine wirklich gute Lösung finden konnten. Schon in der Woche nach „Rock am See“ starten die ersten Proben mit Flo, und dann stehen ein paar Konzerte an. Ganz besonders freue ich mich auf ein Gastspiel in meiner Heimatstadt Ahrensburg am 25. Juni 2022, wo ich wahrscheinlich viele alte Freunde im Publikum treffen werde. Das wird dann quasi zumindest für mich ein Heimspiel in der Ferne.

schwerin-lokal: Vielen Dank, dass Du Dir in dieser heißen Phase der Vorbereitung die Zeit für das Gespräch genommen hast. Und natürlich viel Erfolg für den 21. Mai 2022.

 

 

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