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Dank des Pferdes läuft es in Schwerin

Kaum ein Bundesland ist so eng mit dem Pferd verbunden wie Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 220 Mitgliedsvereine und über 50 pferdehaltende Reiterhöfe sind allein im Pferdesportverband MV organisiert.

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  • Veröffentlicht August 15, 2026
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Image by Alisa Dyson from Pix­abay

 

Über 21.000 Warm- und Kalt­blüter, Lewitzer und Ponys leben im Land, über 10.000 Men­schen engagieren sich aktiv im Lan­desver­band Reit­en, Fahren und Voltigieren. Das weitverzweigte Netz aus rund 6.400 Kilo­me­tern Reit- und Fahrwe­gen macht Meck­len­burg-Vor­pom­mern zu einem der attrak­tivsten Ziele für Reit­touris­ten in Deutsch­land. Aber auch in der Lan­deshaupt­stadt übernehmen die Vier­bein­er eine tra­gende Rolle.

PS-starke Traditionen vor Ort

Denn rund um Schw­erin ist die Pfer­dewelt über­aus lebendig. Mehrere alteinge­sessene Reitvere­ine brin­gen Gen­er­a­tio­nen von Pfer­de­fre­un­den zusam­men, und mit dem Meck­len­burg­er Warm­blut und dem Lewitzer haben nicht zulet­zt zwei Rassen mit enger Verbindung zur Lan­des­geschichte hier ihre Heimat. Nicht zu vergessen, dass auch das 1812 gegrün­dete Landgestüt Redefin bis heute für Pfer­dezucht, Aus­bil­dung und Turnier­sport ste­ht und selb­st beim Schw­er­iner Martens­markt Pferde zur Tra­di­tion gehören. Schließlich ist das his­torische Ges­pann, das die Kutsche des Lübeck­er Martens­man­nes zieht, das tra­di­tionelle High­light des Festes, welch­es jedes Jahr im Novem­ber (und auch 2026 wieder) wohl tausende Besuch­er anzieht.

Doch wo Pferde zum regionalen Leben gehören, spielt auch ihre art­gerechte Hal­tung eine wichtige Rolle. Neben Bewe­gung, Füt­terung und Sozialkon­takt kommt dabei der Unter­bringung eine beson­dere Bedeu­tung zu. Deswe­gen lohnt sich ein genauer­er Blick auf die Frage, worauf es bei ein­er gut geplanten Pfer­de­box ankommt.

Was genau versteht man unter Pferdeboxen – und welche Typen gibt es?

Bei Pfer­de­box­en han­delt es sich um abge­gren­zte Bere­iche in einem Stall, die jedem einzel­nen Pferd einen geschützten Platz zum Ruhen, Fressen und Schlafen bieten. Dadurch, dass sie die Tiere sep­a­rat voneinan­der ste­hen, fällt die indi­vidu­elle Füt­terung und tägliche Kon­trolle des Tieres ein­fach­er aus – allerd­ings erset­zt die Box wed­er aus­re­ichend Bewe­gung noch den Kon­takt zu Artgenossen, die jew­eils Bestandteil ein­er pfer­degerecht­en Hal­tung sind. Dazu später aber auch noch mehr, denn zunächst soll es um die unter­schiedlichen Box­en­typen gehen, die je nach Stal­lan­lage und Nutzung infragekom­men.

  • Innen­box­en befind­en sich inner­halb eines Stall­ge­bäudes und bieten zuver­läs­si­gen Schutz vor Wit­terung­se­in­flüssen. Tren­nwände und Front­git­ter ermöglichen Sichtkon­takt zu Nach­barpfer­den, was das Sozialver­hal­ten der Tiere unter­stützt.
  • Außen­box­en ver­fü­gen über einen direk­ten Zugang ins Freie und kön­nen mit einem Pad­dock kom­biniert wer­den. Sie sor­gen für mehr Tages­licht und Frischluft, was sich pos­i­tiv auf die Gesund­heit der Pferde auswirkt.
  • Pad­dock­box­en sind eine Kom­bi­na­tion aus Innen- und Außen­box, bei der die Pferde Zugang zu einem kleinen Aus­lauf (Pad­dock) haben. Diese Hal­tung bietet den Tieren mehr Bewe­gungs­frei­heit und ist beson­ders beliebt.
  • Sys­tem- und Mod­ul­box­en eignen sich beson­ders für Neubaut­en, Umbaut­en und Erweiterun­gen, weil  sich  ihre vorge­fer­tigten Ele­mente flex­i­bel kom­binieren lassen.
  • Mobile Pfer­de­box­en wiederum zeich­nen sich dadurch aus, dass sie auf- und abbaubar sind, was sie vor­rangig für tem­poräre Stal­lun­gen oder Ver­anstal­tun­gen prädes­tiniert.

Bleibt natür­lich noch die Frage nach dem geeigneten Mate­r­i­al: Hier ste­hen vor allem Holz und Met­all zur Wahl. Holz wirkt natür­lich, benötigt aber regelmäßige Pflege; feuerverzink­ter Stahl ist robust, lan­glebig und wartungsarm. Aber Achtung: Da das nord­deutsche Kli­ma rel­a­tiv feucht ist, sollte man unbe­d­ingt auf einen guten Kor­ro­sion­ss­chutz acht­en. Und es gibt noch weit­ere Aspek­te, die man unbe­d­ingt beacht­en sollte, wenn man Pfer­de­box­en kaufen möchte.

Pferdehaltung in MV: Diese Anforderungen sind für den Pferdebox-Kauf relevant

Auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern gel­ten für die Pfer­de­hal­tung tier­schutzrechtliche Anforderun­gen. Diese umfassen ein Ver­bot der dauer­haften Anbinde­hal­tung und ver­lan­gen, dass die Box­en- und Offen­stall­hal­tun­gen jew­eils aus­re­ichend Platz bieten und Bewe­gung sowie art­gerechte Bedin­gun­gen bezüglich des Soziallebens der Tiere zulassen.

Dabei gibt es laut den aktuellen tier­schutzrechtlichen Leitlin­ien fol­gende Min­dest­flächen-Empfehlun­gen: Pfer­den bis 120 cm Stock­maß müssen 6 m² Fläche zur Ver­fü­gung ste­hen, Pferde bis 148 cm benöti­gen 8m² und Pferde bis 164 cm 9 m². Für Pferde ab 165 cm Stock­maß soll­ten es dann 12 m² oder mehr sein. Außer­dem sollte die Deck­en­höhe min­destens das 1,5‑fache der Wider­risthöhe betra­gen, wobei sie nie unter 2,5 Meter liegen darf. Hinzu kom­men eine geeignete Tränke und ein Fut­ter­platz pro Box. Kon­trol­liert wird die Ein­hal­tung dieser Vor­gaben vom zuständi­gen Vet­er­inäramt, wobei dieses darauf achtet, dass der Min­dest­stan­dard auch wirk­lich einge­hal­ten wird.

Wer sich und seinem Pferd beim Kauf ein­er Pfer­de­box aber einen tat­säch­lichen Gefall­en tun möchte, greift am besten in jedem Fall auf Kom­fort­box­en ab 4 × 4 Meter Fläche zurück, da diese für deut­lich mehr Bewe­gungs­frei­heit und Wohlbefind­en sor­gen. Zudem lassen sie sich leichter putzen. Das gilt speziell dann, wenn sie mit einem rutschfesten, wasserdicht­en und leicht zu reini­gen­den Unter­grund aus­ges­tat­tet sind. In Kom­bi­na­tion mit split­ter­freien Mate­ri­alien, abgerun­de­ten Kan­ten, sicheren Türver­schlüssen und Sichtkon­takt zu anderen Pfer­den ste­ht das eigene Pferd dann nicht nur sich­er, son­dern auch angenehm.

Der beste Weg also? Lokal denken, nachhaltig entscheiden

Lange Rede, kurz­er Sinn: Die Pfer­de­hal­tung und die liebevoll-art­gerechte Beschäf­ti­gung mit den Tieren haben in der Region Schw­erin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern ins­ge­samt eine lange Tra­di­tion, die defin­i­tiv bewahrenswert ist. Wer hier Pfer­de­box­en kaufen möchte, sollte deshalb neben den Fak­toren Platz und Ausstat­tung auch auf das regionale Kli­ma acht­en. Schließlich stellt die Feuchtigkeit beson­dere Anforderun­gen an Mate­ri­alqual­ität, Belüf­tung und Kor­ro­sion­ss­chutz. Bei Neubaut­en oder größeren Umbaut­en emp­fiehlt sich überdies eine frühzeit­ige Abstim­mung mit Vet­er­inär- und Baube­hörde, da je nach Vorhaben unter­schiedliche Genehmi­gungspflicht­en gel­ten kön­nen.