Dank des Pferdes läuft es in Schwerin
Kaum ein Bundesland ist so eng mit dem Pferd verbunden wie Mecklenburg-Vorpommern. Mehr als 220 Mitgliedsvereine und über 50 pferdehaltende Reiterhöfe sind allein im Pferdesportverband MV organisiert.

Über 21.000 Warm- und Kaltblüter, Lewitzer und Ponys leben im Land, über 10.000 Menschen engagieren sich aktiv im Landesverband Reiten, Fahren und Voltigieren. Das weitverzweigte Netz aus rund 6.400 Kilometern Reit- und Fahrwegen macht Mecklenburg-Vorpommern zu einem der attraktivsten Ziele für Reittouristen in Deutschland. Aber auch in der Landeshauptstadt übernehmen die Vierbeiner eine tragende Rolle.
PS-starke Traditionen vor Ort
Denn rund um Schwerin ist die Pferdewelt überaus lebendig. Mehrere alteingesessene Reitvereine bringen Generationen von Pferdefreunden zusammen, und mit dem Mecklenburger Warmblut und dem Lewitzer haben nicht zuletzt zwei Rassen mit enger Verbindung zur Landesgeschichte hier ihre Heimat. Nicht zu vergessen, dass auch das 1812 gegründete Landgestüt Redefin bis heute für Pferdezucht, Ausbildung und Turniersport steht und selbst beim Schweriner Martensmarkt Pferde zur Tradition gehören. Schließlich ist das historische Gespann, das die Kutsche des Lübecker Martensmannes zieht, das traditionelle Highlight des Festes, welches jedes Jahr im November (und auch 2026 wieder) wohl tausende Besucher anzieht.
Doch wo Pferde zum regionalen Leben gehören, spielt auch ihre artgerechte Haltung eine wichtige Rolle. Neben Bewegung, Fütterung und Sozialkontakt kommt dabei der Unterbringung eine besondere Bedeutung zu. Deswegen lohnt sich ein genauerer Blick auf die Frage, worauf es bei einer gut geplanten Pferdebox ankommt.
Was genau versteht man unter Pferdeboxen – und welche Typen gibt es?
Bei Pferdeboxen handelt es sich um abgegrenzte Bereiche in einem Stall, die jedem einzelnen Pferd einen geschützten Platz zum Ruhen, Fressen und Schlafen bieten. Dadurch, dass sie die Tiere separat voneinander stehen, fällt die individuelle Fütterung und tägliche Kontrolle des Tieres einfacher aus – allerdings ersetzt die Box weder ausreichend Bewegung noch den Kontakt zu Artgenossen, die jeweils Bestandteil einer pferdegerechten Haltung sind. Dazu später aber auch noch mehr, denn zunächst soll es um die unterschiedlichen Boxentypen gehen, die je nach Stallanlage und Nutzung infragekommen.
- Innenboxen befinden sich innerhalb eines Stallgebäudes und bieten zuverlässigen Schutz vor Witterungseinflüssen. Trennwände und Frontgitter ermöglichen Sichtkontakt zu Nachbarpferden, was das Sozialverhalten der Tiere unterstützt.
- Außenboxen verfügen über einen direkten Zugang ins Freie und können mit einem Paddock kombiniert werden. Sie sorgen für mehr Tageslicht und Frischluft, was sich positiv auf die Gesundheit der Pferde auswirkt.
- Paddockboxen sind eine Kombination aus Innen- und Außenbox, bei der die Pferde Zugang zu einem kleinen Auslauf (Paddock) haben. Diese Haltung bietet den Tieren mehr Bewegungsfreiheit und ist besonders beliebt.
- System- und Modulboxen eignen sich besonders für Neubauten, Umbauten und Erweiterungen, weil sich ihre vorgefertigten Elemente flexibel kombinieren lassen.
- Mobile Pferdeboxen wiederum zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf- und abbaubar sind, was sie vorrangig für temporäre Stallungen oder Veranstaltungen prädestiniert.
Bleibt natürlich noch die Frage nach dem geeigneten Material: Hier stehen vor allem Holz und Metall zur Wahl. Holz wirkt natürlich, benötigt aber regelmäßige Pflege; feuerverzinkter Stahl ist robust, langlebig und wartungsarm. Aber Achtung: Da das norddeutsche Klima relativ feucht ist, sollte man unbedingt auf einen guten Korrosionsschutz achten. Und es gibt noch weitere Aspekte, die man unbedingt beachten sollte, wenn man Pferdeboxen kaufen möchte.
Pferdehaltung in MV: Diese Anforderungen sind für den Pferdebox-Kauf relevant
Auch in Mecklenburg-Vorpommern gelten für die Pferdehaltung tierschutzrechtliche Anforderungen. Diese umfassen ein Verbot der dauerhaften Anbindehaltung und verlangen, dass die Boxen- und Offenstallhaltungen jeweils ausreichend Platz bieten und Bewegung sowie artgerechte Bedingungen bezüglich des Soziallebens der Tiere zulassen.
Dabei gibt es laut den aktuellen tierschutzrechtlichen Leitlinien folgende Mindestflächen-Empfehlungen: Pferden bis 120 cm Stockmaß müssen 6 m² Fläche zur Verfügung stehen, Pferde bis 148 cm benötigen 8m² und Pferde bis 164 cm 9 m². Für Pferde ab 165 cm Stockmaß sollten es dann 12 m² oder mehr sein. Außerdem sollte die Deckenhöhe mindestens das 1,5‑fache der Widerristhöhe betragen, wobei sie nie unter 2,5 Meter liegen darf. Hinzu kommen eine geeignete Tränke und ein Futterplatz pro Box. Kontrolliert wird die Einhaltung dieser Vorgaben vom zuständigen Veterinäramt, wobei dieses darauf achtet, dass der Mindeststandard auch wirklich eingehalten wird.
Wer sich und seinem Pferd beim Kauf einer Pferdebox aber einen tatsächlichen Gefallen tun möchte, greift am besten in jedem Fall auf Komfortboxen ab 4 × 4 Meter Fläche zurück, da diese für deutlich mehr Bewegungsfreiheit und Wohlbefinden sorgen. Zudem lassen sie sich leichter putzen. Das gilt speziell dann, wenn sie mit einem rutschfesten, wasserdichten und leicht zu reinigenden Untergrund ausgestattet sind. In Kombination mit splitterfreien Materialien, abgerundeten Kanten, sicheren Türverschlüssen und Sichtkontakt zu anderen Pferden steht das eigene Pferd dann nicht nur sicher, sondern auch angenehm.
Der beste Weg also? Lokal denken, nachhaltig entscheiden
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Pferdehaltung und die liebevoll-artgerechte Beschäftigung mit den Tieren haben in der Region Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern insgesamt eine lange Tradition, die definitiv bewahrenswert ist. Wer hier Pferdeboxen kaufen möchte, sollte deshalb neben den Faktoren Platz und Ausstattung auch auf das regionale Klima achten. Schließlich stellt die Feuchtigkeit besondere Anforderungen an Materialqualität, Belüftung und Korrosionsschutz. Bei Neubauten oder größeren Umbauten empfiehlt sich überdies eine frühzeitige Abstimmung mit Veterinär- und Baubehörde, da je nach Vorhaben unterschiedliche Genehmigungspflichten gelten können.