Der Hunde-Ratgeber: Darf der Hund im Bett schlafen?

Darf mein Hund mit mir im Bett schlafen? Bei der Beantwortung der Frage, gehen die Meinungen sicherlich auseinander. Der Hundetrainer Sven Kunkel gibt in seiner neuen Kolumne die Antwort des Fachmanns auf diese Frage.

Viele glauben, sobald ein Hund im Bett liegt, sei dies der Anfang vom Ende. Dabei ist das völliger Quatsch. Diese Diskussion wird extrem dramatisiert, das Thema total überbewertet. Wenn man einen Hund hat, der Futter- und Liegeplätze verteidigt, dann darf der natürlich nicht auf die Couch oder ins Bett. Aber wenn ein Hund unkompliziert ist und gerne in weichen Kissen liegt, bedeutet es in den meisten Fällen lediglich, dass er das einfach bequem findet. Ein Vierbeiner darf, wenn es für den Menschen okay ist, also durchaus auch ins Bett. Wichtig ist nur, dass er sein Herrchen auch noch mit drauflässt und der Mensch die Entscheidungshoheit besitzt, wann sein Hund es darf. „Nein“ sollte auch „Nein“ bedeuten – und nicht „vielleicht“ oder „morgen“. 

 

Hunde im Bett unhygienisch?

 

Insgesamt ist es eine große Diskussion unter Hundefreunden: Die einen finden es unhygienisch und gesundheitsgefährdend, die andere Seite sieht es als selbstverständlich an und wollen nie auf die allnächtlichen Kuscheleinheiten verzichten.
Generell kann man sagen, dass es KEIN hygienisches Problem ist, wenn ein Hund im Bett pennt, wenn er eine gute Pflege bekommt. Wenn weder eine Allergie, oder ein sehr leichter Schlaf des Menschen dagegen spricht, kann der Vierbeiner gerne mit in die Koje. Diese Nähe tut unserer Fellnasen und uns Menschen gleichermaßen gut.

Es gibt mehrere Studien, die belegen, dass das Zusammenliegen im Bett sogar gesundheitsförderlich für Menschen sein kann. Meist schlafen Menschen in der Nähe von ihrem Haustier schneller ein und besser durch. Ende des Jahres 2017 ist eine Studie veröffentlicht worden, die zeigt dass etwa ein Drittel aller Deutschen schlecht schläft. Vielleicht wäre da ja ein Hund eine gute Möglichkeit dies zu ändern?

Kinder, die mit Haustieren aufwachsen bekommen oft nicht so viele Allergien, da sie meist einen besseren Bakterienhaushalt haben und somit nicht so anfällig sind. Trotzdem sollte ein Hund nicht in einem Kinderbett übernachten. Kinder und Hunde sollten niemals unkontrolliert bleiben. Deshalb sollte das Kinderzimmer immer Tabuzone sein!

 

Hunde leben in engen Sozialgefügen 

 

Hunde sind soziale Rudeltiere, die in engen Sozialgefügen leben. Sie sind gerne in ihrer Lebensgruppe – auch nachts. Natürlich gibt es aber auch Hunde, die nachts ihre Individualdistanz wahren, die zu viel Nähe nicht mögen. Mögen wir ja auch nicht immer.

Ich werde öfter gefragt, ob denn meine Hunde in meinem Bett schlafen. Ehrlich? Emmy, meine ältere Hündin (10 Jahre), darf seit 2 Jahren in meinem Bett schlafen. Wir genießen diese gemeinsame Nähe. Jenta, meine junge Hundedame (8 Monate), schläft (noch) nicht bei mir im Bett. Sie ist mir noch zu fusselig. Ausserdem möchte ich meiner alten Dame noch das alleinige Privileg geben. Für Jenta ist das auch kein Thema, da sie es nicht anders kennt. Aber sie wird ganz sicher demnächst auch nachts in meinem Arm liegen dürfen…. Weil es einfach schön ist – für Hund & Mensch!

Macht was draus! Und achtet auf Eure Hunde

Wuffige Grüße

Sven Kunkel

 

Über den Autor: 

Sven Kunkel war selbst Besitzer eines „Problemhundes“ und mit seinem Verhalten völlig überfordert …. „Zugegeben war ich zuvor ziemlich blauäugig bei der Auswahl und ungenügend informiert.“, sagt er heute.

Damals hätte sich Kunkel einen guten Trainer gewünscht, der ihm und seinem Hund zeigt,  wie beide die kleinen und großen Alltagssorgen bewältigen können. Dann lernte Sven Kunkel den deutschen Hundetrainer und Buchautor Martin Rütter kennen, der  ihn begeisterte, wie aus „kleinen Bestien – anständige Hunde“ wurden.

Er absolvierte dann selber eine Ausbildung  bei Martin Rütters zum Hundetrainer und ist heute ein Teil des hilfreichen Netzwerkes von Martin Rütter DOGS . Gerne gibt er sein Wissen an Sie und Ihren Hund weiter.

Redaktion

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