Das Wunder blieb aus – Der SSC ist ausgeschieden

Früher als erhofft ist die Saison für die Volleyball-Damen des SSC Palmberg Schwerin vorbei. Erneut erwies sich das Team von MTV Stuttgart als für die Schwerinerinnen unbezwingbar. Nicht ein einziges der sechs Aufeinandertreffen gewannen die Schwerinerinnen in dieser Saison. Damit ist der Traum von der Deutschen Meisterschaft in Schwerin ausgeträumt. Stuttgart hingegen scheint klar auf Kurs. Nur Potsdam kann die Schwäbinnen nun noch stoppen.

Am Ende jubelte wieder das Team aus Stuttgart. | Foto: SSC

Am vergangenen Dienstagabend ging es für die Damen des SSC Palmberg Schwerin um alles oder nichts. Sollte es noch eine zumindest theoretische Chance geben, ins Playoff-Finale einzuziehen und dann um den deutschen Meistertitel zu kämpfen, musste ein Sieg gegen das bärenstarke Team aus Stuttgart her. Dass die Wahrscheinlichkeiten dafür eher niedrig waren, hatten die Schwäbinnen den Schwerinerinnen schon beim 3:1-Hinspielsiegt deutlich gemacht. Nicht ein Spiel konnte der SSC in dieser Saison gegen die starken Stuttgarterinnen für sich entscheiden. Es brauchte also mehr als nur ein kleines Wunder für den SSC.

Schon Satz 1 sah nicht nach einem SSC-Wunder aus

Der Auftakt in das Match verlief dabei zunächst durchaus gut für die Schwerinerinnen. Zwar gelang es nicht, sich in der vollen heimischen Palmberg-Arena direkt abzusetzen. Aber auch das Kopf-an-Kopf-Rennen, mit dem der erste Satz begann, machte zumindest Hoffnung. Beide Teams punkteten abwechselnd bis zum Stand von 4:4. Der SSC Palmberg Schwerin begann fokussiert und mit großem Kampfgeist. Zwar gelang es nicht, das Hin-und-her der Punkte zu halten. Aber die Gäste aus Stuttgart konnten zunächst auch nicht mehr als zwei Punkte Vorsprung aufbauen.

Doch nicht zuletzt auch aufgrund von Aufschlagfehlern gelang es umgekehrt auch den Schwerinerinnen nicht, in Führung gehen oder gar eine Serie starten. Ein starker Block von Indy Baijens sowie die Schmetterbälle von Samedy und Ruddins hielten die Norddeutschen dennoch nahe an ihren Gegnerinnen. Stuttgart bewies dennoch große Professionalität und Konzentration, so dass das Gästeteam stets vorn blieb. Beim Spielstand von 12:16 dann die erste SSC-Auszeit. Doch auch nach dieser Pause ließ sich Stuttgart nicht aus der Ruhe bringen. Der Vorsprung hielt und festigte sich sogar, sodass beim 15:20 die zweite Auszeit auf Seiten der Schwerinerinnen folgte. Zum Satzende dann die Einwechslung von Frauke Neuhaus und Lea Ambrosius. Auch sie konnten aber eine Wende nicht mehr herbeiführen. Satz 1 ging letztlich doch noch deutlich mit 18:25 an Allianz MTV Stuttgart.

 

Gekämpft wurde auf beiden Seiten. | Foto: SSC

Schwerin kam nun besser ins Spiel

Nach dem erforderlichen Wunder sah es in der Palmberg Arena Schwerin also eher nicht aus. Oder etwa doch? Denn im zweiten Satz gingen nun die Schwerinerinnen erstmalig in Führung. Zwei Netzfehler der Stuttgarterinnen und eine Finte von SSC-Zuspielerin Denise Imoudu bescherten ein 5:3. Lange aber hielt der kleine Vorsprung dann doch nicht. Erneut waren es Unsicherheiten im eigenen Aufschlag, die Schwerin einen Abstand zu den Stuttgarterinnen verwehrten. Und doch schien es auch auf Gästeseite nicht ganz rund zu laufen. Die bekannte Souveränität der Stuttgarterinnen schien verloren gegangen zu sein. Zur ersten taktischen Auszeit steht es dann auch 8:8. Keine der Mannschaften schaffte es nun, sich nachhaltig abzusetzen. Starke Schmetterbälle auf beiden Seiten bewahren das Unentschieden bis zum 11:11.

Nach drei Stuttgarter Punkten in Serie dann die zweite Auszeit des Satzes. SSC-Chefcoach Felix Koslowski redete nun motivierend auf sein Team ein. Doch die Stuttgarterinnen nutzen die kurze Schwächephase Schwerins gnadenlos aus. Schnell stand es 11:17. Vom Wunder war man wieder schmerzhaft weit entfernt. Anne Hölzig kam für Lindsey Ruddins ins Spiel und brauchte nicht lange für ihren ersten Punkt. Trainer Felix Koslowski brachte in der Folge mit Zuspielerin Femke Stoltenborg und Diagonalspielerin Stephanie Samedy noch zwei weitere Impulse. Doch Stuttgart baute dennoch einen komfortablen 14:21-Vorsprung auf. Der SSC Palmberg Schwerin gab sich dennoch nicht auf, und kämpfte sich noch einmal heran. MTV-Trainer Tore Aleksandersen nahm nun beim Spielstand von 17:23 und kurz darauf beim 20:24 zwei Auszeiten. Das Heimteam wehrt in der Folge sogar noch mehrere Satzbälle ab. Doch die Gäste verwerten letztlich den fehlenden Punkt zum 20:25 Satzgewinn.

 

Im dritten Satz hat der SSC die Nase vorn. Hoffnung bei den Fans. | Foto: SSC

SSC will in Satz 3 letzte Chance nutzen – Und tut es auch

Nun blieb dem SSC nur noch, alles auf eine Karte zu setzen. Entweder, die Norddeutschen würden den nun dritten Satz ebenso wie dann einen vierten und hoffentlich fünften gewinnen, oder der Traum vom Playoff-Finale wäre ausgeträumt. Das schien das Team im Hinterkopf zu haben. Denn in Satz drei kamen die Schwerinerinnen nun noch besser ins Spiel. Schnell stand es 3:0. Und bis zur ersten Stuttgarter Auszeit beim 11:7 gelang es sogar, durch starke Angriffe über Außen die Führung aufrecht zu erhalten. Allerdings blieb es nicht dabei, und einige Zeit später stand es dann doch 15:15. Stuttgart ging dann auch noch in Führung. Stoltenborg und Neuhaus kamen nun auf Schweriner Seite ins Spiel. Eine gute Entscheidung, sorgten sie doch für den Ausgleich und die erneute Führung. Beide Teams schenkten sich nun nichts. Beim Spielstand von 19:19 kamen Samedy und Imoudu wieder in die Partie. Mit zwei Assen sorgte Alsmeier nun für eine 22:19-Führung. Die Palmberg-Arena bebte. Sollte an diesem Abend doch noch etwas gehen? Beim 23:22 nahm Felix Koslowski noch einmal eine Auszeit und stimmte seine Schwerinerinnen auf das Satzfinale ein. Mit Erfolg: Lindsey Ruddins rettet den knappen Vorsprung und Schwerin erreicht nach einem 25:22 den Anschluss zum 1:2.

 

Auch die Auszeit brachte nicht das Wunder. | Foto: SSC

Am Ende dominiert doch wieder Stuttgart

Neben einem keimenden Hoffnungspflänzchen dürften sich einige Schweriner Fans allerdings auch an das Hinspiel erinnert haben. Auch da war es dem SSC gelungen, den dritten Satz für sich zu entscheiden. Dann allerdings folgte beinahe ein Lehrstück seitens der Stuttgarterinnen die in heimischer Halle Satz vier ungefährdet nach Hause brachten. Sollte sich dieser Ablauf nun auch in Schwerin wiederholen? Die Antwort zeigte sich schnell. Denn nach wenigen Minuten lag Stuttgart bereist mit 2:5 in Führung. SSC-Coach Koslowski griff nun mit seiner taktischen Auszeit früh in die Partie ein, um den Stuttgarter Rhythmus zu durchbrechen. Seine Schwerinerinnen blieben nun vor allem durch die erfolgreichen Außenangriffe von Ruddins nah am Ausgleich mit 9:10. Doch das Team von Tore Aleksandersen ließ nicht mehr wirklich etwas anbrennen. Stets gelang es den Stuttgarterinnen, den knappen Vorsprung zu bewahren und sogar noch auf 15:21 auszubauen. Symone Speech kam nun noch ins Spiel. Doch dem SSC schafft es nicht mehr, den Rückstand zu verkürzen. Stuttgart spielt Satz vier genau wie im Hinspiel mit 17:25 souverän zu Ende. Der SSC-Traum war ausgeträumt – Stuttgart zog  ins Finale der diesjährigen Play Offs ein. Dort spielen die Schwäbinnen gegen das Team des SC Potsdam, das durchaus überraschend klar Vorjahres-Meister Dresden mit 2:0 aus den Playoffs warf.

 

Schwerin bleibt „nur“ die Bronzemedaille

„Bis kurz vor Schluss habe ich noch an das Erreichen des Entscheidungsspiels geglaubt. Wir wollten unseren Fans unbedingt noch einen Heimsieg schenken“, sagte SSC-Coach Felix Koslowski nach dem Spiel. Doch auch im erneutenAufeinandertreffen der Saison erwiesen sich die Stuttgarterinnen als zu stark. Klar dürfte sein, es muss sich einiges tun beim SSC, will man in der kommenden Saison wirklich wieder nach der Meisterschale greifen.

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