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Sicherheit statt Knall:
Debatte um Feuerwerksverbot in Schwerin

Die Linksfraktion in Schwerin fordert ab dem Jahreswechsel 2026/27 ein Verbot privater Böller. Ziel sind mehr Sicherheit, weniger Umweltbelastung und Entlastung der Einsatzkräfte.

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  • Veröffentlicht Januar 15, 2026
Die Feuerwehr gibt Sicherheits- und Verhaltenshinweise für den sicheren Umgang mit Feuerwerk an Silvester. | Foto: Privat
Die Feuer­wehr gibt Sicher­heits- und Ver­hal­tensh­in­weise für den sicheren Umgang mit Feuer­w­erk an Sil­vester. | Foto: Pri­vat

 

In der Stadtvertre­tung von Schw­erin wird in den kom­menden Wochen über ein möglich­es Ver­bot von pri­vat­en Böllern und Feuer­w­erk­skör­pern disku­tiert. Die Frak­tion Die Linke hat angekündigt, einen entsprechen­den Antrag einzubrin­gen, der ein stadtweites Ver­bot ab dem Jahreswech­sel 2026/2027 vor­sieht.

Nach Angaben der Frak­tion ver­fol­gt der Antrag mehrere Ziele: die Erhöhung der öffentlichen Sicher­heit, den besseren Schutz von Men­schen und Tieren sowie eine deut­liche Reduzierung von Umwelt- und Gesund­heits­be­las­tun­gen. Ins­beson­dere die Erfahrun­gen der ver­gan­genen Jahre hät­ten gezeigt, dass das pri­vate Abbren­nen von Feuer­w­erk­skör­pern mit erhe­blichen Risiken ver­bun­den sei.

 

Feinstaub, Müll und Lärm im Fokus der Kritik

Der stel­lvertre­tende Vor­sitzende der Links­frak­tion, Dr. Daniel Treps­dorf, ver­weist auf die wiederkehren­den Prob­leme in der Sil­vester­nacht. Jährlich komme es zu Ver­let­zun­gen, Brän­den an Gebäu­den, panis­chen Reak­tio­nen bei Haus- und Wildtieren sowie zu ein­er starken Beanspruchung von Feuer­wehr, Ret­tungs­di­en­sten und Polizei. Hinzu kämen erhe­bliche Fein­staubbe­las­tun­gen, die vor allem für Kinder, ältere Men­schen und chro­nisch Kranke gesund­heitliche Risiken darstellen.

Auch aus wis­senschaftlich­er Sicht gilt das Sil­vester­feuer­w­erk als prob­lema­tisch. Mes­sun­gen zeigen, dass inner­halb weniger Stun­den extrem hohe Fein­staub­w­erte auftreten kön­nen, die son­st im Jahresver­lauf kaum erre­icht wer­den. Zusät­zlich entste­hen große Men­gen an Abfall, die Straßen, Grü­nan­la­gen und teil­weise auch Gewäss­er ver­schmutzen und für die Stadt mit hohen Reini­gungskosten ver­bun­den sind.

Ein­satzkräfte weisen seit Jahren darauf hin, dass die Sil­vester­nacht zu den ein­satz­in­ten­sivsten und gefährlich­sten Nächt­en des Jahres zählt. Brände, Sach­schä­den und Ver­let­zun­gen häufen sich, häu­fig unter erschw­erten Bedin­gun­gen. Vertreter von Feuer­wehr und Ret­tungs­di­en­sten machen regelmäßig deut­lich, dass die Belas­tungs­gren­ze in dieser Nacht oft erre­icht oder über­schrit­ten wird.

 

Zentrales Feuerwerk als mögliche Alternative

Die Links­frak­tion argu­men­tiert, dass andere Regio­nen bere­its zeigen, dass Ein­schränkun­gen oder Ver­bote von pri­vatem Feuer­w­erk umset­zbar sind. Als Beispiele wer­den unter anderem Teile Öster­re­ichs, einzelne Regio­nen auf Rügen und Use­dom sowie die Nieder­lande genan­nt, wo ab 2026 ein lan­desweites Ver­bot für pri­vates Feuer­w­erk gel­ten soll.

Ein voll­ständi­ger Verzicht auf gemein­sames Feiern sei mit dem Antrag nicht ver­bun­den, betont die Frak­tion. Stattdessen schlägt sie als Alter­na­tive ein zen­trales, pro­fes­sionell organ­isiertes Feuer­w­erk oder mod­erne Licht- und Laser­shows vor. Auf diese Weise könne der Jahreswech­sel weit­er­hin fes­tlich began­gen wer­den, ohne die bekan­nten Risiken und Belas­tun­gen des pri­vat­en Feuer­w­erks in Kauf zu nehmen.

Mit dem Antrag wolle Die Linke eine sach­liche und bre­ite Debat­te anstoßen. Ziel sei es, Schw­erin langfristig sicher­er, sauber­er und lebenswert­er zu gestal­ten – auch im Hin­blick auf den Sta­tus der Stadt als UNESCO-Wel­terbestadt. Ob und in welch­er Form ein Ver­bot beschlossen wird, bleibt nun der poli­tis­chen Beratung in der Stadtvertre­tung vor­be­hal­ten.