Demonstration zur Erhalt der Paulshöhe

Schwerin, 19.06.2017 (red/sr). 300 Menschen fanden sich gestern in Schwerin zusammen, um gegen den Abriss der Paulshöhe zu demonstrieren. 

Von Stefan Rochow

300 Menschen zeigten gestern Flagge für den Erhalt der Paulshöhe Foto: Stephan Martini

„Wer einen fast 100 Jahre alten Sportplatz abreißen will, hat den Status eines Weltkulturerbes nicht verdient!“ Unter diesem Motto demonstrierten gestern 300 Schwerinerinnen und Schweriner für den Erhalt der Paulshöhe als Sportplatz. Für die Organisatoren der Demonstration ist die Paulshöhe mehr als ein Sportplatz, eine e Traditionsstätte. Das diese nun nach einem Beschluss der Stadtvertretung abgerissen werden soll, das macht viele Menschen wütend.

Die Paulshöhe ist zur Zeit noch die Heimatstätte von mehr als zehn Vereinen aus dem Fußball- sowie Wassersport, aber auch anderen Sportarten. Darüber hinaus wird der Platz aber auch von Freizeitsportlern benutzt. Für die Demonstranten ist es ein Unding, dass die Stadt immer noch an den Abrissplänen festhält, obwohl sich die Bevölkerungsentwicklung inzwischen völlig verändert hat. Entgegen der Annahmen aus dem Jahr 2010 verzeichnet Schwerin wieder ein Bevölkerungswachstum. Aus diesem Grunde, so das Argument der Abrissgegner, müsse man nun darüber nachdenken, ob die Paulshöhe als Sportplatz nicht doch seine Berechtigung hat.

 

Sportentwicklungskonzept überdenken

 

„Die Planungen des Abrisses laufen bereits. Die Kündigungen sind ausgesprochen. Und die ersten Investoren freuen sich schon auf teures Bauland. Die Paulshöhe droht zu sterben.“, so das Argument der Gegner. Mit der gestrigen Demonstration wollte man Flagge zeigen für die Traditionssportstätte.

Am Anfang der Veranstaltung gedachten die Anwesenden dem ehemaligen Stadtvertreter Ralph Martini, der über die Pfingsttage gestorben war und sich in der Vergangenheit immer wieder für den Erhalt der Paulshöhe ausgesprochen hatte. Die Redner forderten die Entwicklung eines neuen Sportentwicklungskonzepts für Schwerin. Der Bedarf an Sportplätzen müsse in Schwerin neu überdacht werden.

 

Richtungsänderung blieb bisher aus

 

Ob sich eine Änderung im Hinblick auf die Konzentration des Fußballs in Schwerin am Ende nicht als Bumberang erweisen könnte, das bleibt abzuwarten. Immer wieder war von den Abrissbefürwortern betont worden, dass das im Moment im Bau befindliche Mehrzweckgebäude in Lankow vor allem deshalb aus Landesmitteln gefördert wird, da eine Konzentration des Schweriner Fußballsports auf dem Sportplatz in Lankow stattfinden soll. Würde man von diesem Vorhaben abweichen, so könnte auf die Stadt eine Rückzahlung der Fördergelder in Millionenhöhe zukommen.

Allerdings bräuchte der Erhalt der Paulshöhe ja auch nicht am Fußballsport festgemacht werden. Sollte sich der Bedarf an Sportstätten durch die Bevölkerungsentwicklung verändert haben, dann wäre ja auch ein Erhalt des Sportplatzes als Freizeitplatz denkbar. Vielleicht ist das am Ende ein guter Kompromiss auf den sich beide Parteien zubewegen könnten. Bisher scheint sich hier aber nichts zu bewegen. Zwar haben Stadtvertreter quer durch die Fraktionen immer wieder ihre Sympathie für den Erhalt der Paulshöhe deutlich gemacht. In der Stadtvertretung hat sich aber bisher noch keine Richtungsänderung abgezeichnet.

 

Redaktion

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