EU-Mercosur-Abkommen im Fokus:
Demonstrationen blockieren Autobahnauffahrten landesweit
Am 8. Januar sind in Mecklenburg-Vorpommern landesweite Versammlungen an Autobahnauffahrten geplant. Trotz Auflagen werden Verkehrsbehinderungen erwartet.

Für den morgigen Donnerstag, den 8. Januar, ist in Mecklenburg-Vorpommern eine landesweite Versammlung mit mehreren gleichzeitigen Versammlungsorten angemeldet. Betroffen sind im Zeitraum von 7 bis 17 Uhr ausgewählte Anschlussstellen an Bundesautobahnen im gesamten Land. Anmelder ist der Verein Land schafft Verbindung.
Nach Angaben des Innenministeriums handelt es sich um stationäre Versammlungen, die ausschließlich an genehmigten Autobahnauffahrten stattfinden dürfen. Inhaltlich richtet sich der Protest laut Anmeldung gegen das geplante EU-Mercosur-Freihandelsabkommen. Aufgrund der landkreisübergreifenden Ausdehnung der Versammlung hat das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommern in Abstimmung mit den zuständigen kommunalen Behörden die versammlungsrechtliche Entscheidung zentral übernommen.
Wer nicht durchkommt, ist vom Unterricht entschuldigt
Laut Bildungsministerium sichern die Schulen den Unterrichtsbetrieb für alle Jahrgangsstufen ab. Sollten Schüler allerdings Schwierigkeiten haben, zur Schule zu kommen, müssten sie telefonisch oder per E‑Mail abgemeldet werden. «Wer wegen der Proteste und Verkehrsbehinderungen abgemeldet ist und nicht am Unterricht teilnimmt oder nicht in der Schule betreut wird, ist damit entschuldigt.»
Landwirte haben angekündigt, Straßen mit landwirtschaftlichen Maschinen zu blockieren. Sie befürchten Nachteile durch das geplante Handelsabkommen Mercosur mit Südamerika. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich jedoch nicht an der Aktion.
Für die Durchführung gelten strenge Auflagen. Die Demonstrationen dürfen ausschließlich an den genehmigten Auffahrten stattfinden. Alle weiteren Anschlussstellen sind von Versammlungen ausdrücklich ausgeschlossen. Eine Blockade der Auffahrten oder der Autobahnen ist nicht zulässig. Das Auffahren auf die Bundesautobahnen soll weiterhin möglich bleiben.
Trotzdem rechnet die Polizei im Umfeld der betroffenen Anschlussstellen mit Verkehrsbeeinträchtigungen. Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer werden gebeten, dies bei ihrer Tagesplanung zu berücksichtigen und – sofern möglich – auf alternative Routen auszuweichen. Aktuelle Hinweise zur Verkehrslage werden über den Verkehrsfunk bekanntgegeben. Die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern begleitet die Versammlungen, um sowohl einen geordneten Ablauf als auch die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.
Genehmigte Versammlungsorte (nur Auffahrten):
A 14:
Kritzow, Jesendorf, Schwerin-Nord, Ludwigslust
A 24:
Gallin, Parchim
A 19:
Kessin, Kavelstorf, Glasewitz, Güstrow, Linstow, Röbel
A 20:
Schönberg, Grevesmühlen, Bobitz, Neukloster, Bad Doberan, Sanitz, Tessin, Bad Sülze, Tribsees, Grimmen-West, Gützkow, Jarmen, Anklam, Altentreptow, Neubrandenburg-Nord, Neubrandenburg-Ost, Friedland, Strasburg, Pasewalk-Nord
A 11:
Penkun



