Der neue Ehren-Schweriner

Bild: Wikipedia.
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(sr). Seit gut 12 Jahren lebt er in Schwerin: Seit dem 27. Januar 2014 ist Landesrabbiner William Wolff nun Ehrenbürger der Landeshauptstadt.

Alles begann Im Jahr 2002. William Wolff ist damals 75 Jahre alt, also in einem Alter in dem viele Mitmenschen ihren Ruhestand genießen, als er sich noch einmal in ein Abenteuer stürzt. Er nimmt das Angebot an als Religionslehrer für die beiden jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock zu arbeiten. Bis heute pendelt der heute 87-jährige Rabbiner zwischen seiner Wohnung in London und Mecklenburg.

Berlin, Amsterdam und London

Ursprünglich in Berlin als eines von drei Kindern geboren, muss er mit sechs Jahren mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam fliehen. Im Jahr 1939 muss auch Amsterdam verlassen und flieht mit seinen Eltern und Geschwistern nach London, wo bis heute seine Wurzeln sind.

Nach Studien, unter anderem der Nationalökonomie, wurde Wolff Journalist. Er arbeitete als Ressortleiter beim Daily Mirror. Wolff war zunächst zuständig für Innenpolitik, wechselte dann aber zur Außenpolitik mit dem Spezialthema Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Gemeinschaft. Vier Jahre war er für die Gesellschaftsnachrichten zuständig.

Im Jahr 1979  beginnt er eine fünfjährige Ausbildung am  Leo Baeck College in London und empfing Anfang Juli 1984 die Semicha (rabbinische Ordination). Er wirkte u. a. an der West London Synagogue, in Newcastle upon Tyne (1986–1990), in Milton Keynes (1990–1993), Reading und Brighton (1993–1997) sowie in Wimbledon (1997–2002).

„Ich bin ein Schweriner“

In den vergangenen Jahren ist Landesrabbiner Wolff  nun ein Schweriner geworden. Gestern stellte er dann auch in seiner Rede zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft frei nach John F. Kennedy fest „Ich bin ein Schweriner“. Die jüdische Gemeinde in Schwerin und Rostock hat ihrem Rabbiner viel zu verdanken.

Stadtpräsident Stephan Nolte ging in seiner Rede dann auch auf diesen Aspekt ein und stellte fest, dass Wolff an der Lebendigkeit der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg einen großen Anteil habe. Der Stadtpräsident sprach von einem denkwürdigen Tag, der in die Geschichte der Stadt eingehen wird. Besonders würdigte er die „Haltung als Demokrat und liberaler Jude, als derjenige, der uns trotz der von ihm und seiner Familie erlittenen Vergangenheit Zuversicht auf eine gute Zukunft in friedlicher Toleranz vermittelt.“

Er begeistert Juden und Nichtjuden

In ihrer Laudatio würdigte die in der Landesregierung für Kirchenfragen zuständige Justizministerin Uta-Maria Kuder den neuen Schweriner Ehrenbürger, der nicht nur Juden sondern auch Nichtjuden begeistern würde. „Er vermag es auf einmalige Weise, den Menschen Religion und Lebensfreude zu vermitteln. Sein Lachen ist gütig, sein Händedruck ist fest und leidenschaftlich. Er ist ein wunderbar weiser und menschenfreundlicher Rabbiner.“, so die Ministerin. Viele Menschen seien daher dankbar, dass der Lebensweg William Wolff nach Mecklenburg geführt hätte.

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