Der Tiebreak entschied: SSC steht im Halbfinale

Der SSC Palmberg Schwerin und der VfB Suhl sind, treffen sie aufeinander, offenbar Krimi-Garanten. Denn auch das Rückspiel im Viertelfinale der Playoffs ging bis in den Tiebreak. Am Ende hatten die Norddeutschen aber doch wieder die Nase vorn. Nun kommt es im Halbfinale zum Zusammentreffen mit dem bärenstarken Team von MTV Stuttgart.

Große Freude nach einem weiteren Krimi. | Foto: SSC Palmberg Schwerin

Bereits am Dienstag vergangener Woche gewannen die Damen des SSC Palmberg Schwerin das erste Spiel im Viertelfinale der Playoffs um die Deutsche Meisterschaft. Blickt man auf den Saisonbeginn und zusätzlich so manche, auch coronabedingte, Widrigkeiten in den vergangenen Monaten, hätte zwischenzeitlich wohl nicht jeder darauf gewettet, dass der SSC letzten Endes tatsächlich um den Titel kämpft. Mit dem Erreichen der Palyoffs aber ist dieser Kampf nun eröffnet. Soll es am Ende aber die Schale sein, galt es zuerst den VfB Suhl aus dem Rennen zu werfen. Dass das nicht leicht würde, hatten die Schwerinerinnen in der ersten Wochenhälfte gespürt. In einem 5-Satz-Krimi besiegten sie die Thüringerinnen, die ihrerseits am vergangenen Freitag in eigener Halle schon mit dem Rücken an der Wand standen.

 

Suhl stand mit dem Rücken zur Wand

Denn Suhl musste gewinnen, wollte man noch eine Chance auf das Erreichen des Halbfinals haben. Dann nämlich wäre es in dieser Woche zum dritten und entscheidenden Spiel gekommen. Aber auch für Schwerin stand am Freitag natürlich einiges auf dem Spiel. Ein Sieg würde den Halbfinaleinzug klar machen – eine Niederlage würde alles offen machen. Und das wäre bei diesen starken Thüringerinnen alles andere als optimal. Daher war die Devise am Freitag, von Beginn an konzentriert zu agieren. So starteten die Schwerinerinnen dann auch mit hohem Druck im Aufschlag und wachen Aktionen im Block in den ersten Satz. Schnell stand es 2:5 für Schwerin. Doch Suhl wartete dieses Mal nicht, sondern konterte. Angefeuert von einem Hexenkessel in der Suhler Wolfsgrube glich die Heimmannschaf aus. Nun war aber Schwerin wieder am Zug. Zur Satzmitte stand es dann auch 11:16. Eine gut eingestellte Block-Feldabwehr sowie ein hoher Druck im Aufschlag, der Suhl in der Annahme vor Probleme stellte und ein präzises Zuspiel erschwerte, warn zu diesem Zeitpunkt genau das richtige Rezept. Beim Stand von 15:22 entschied sich Suhls Trainer dann zu einer Auszeit. Diese konnte jedoch die drohende erste Satzniederlage nicht verhindern. Großer Jubel bei den mitgereisten Schweriner Fans. Der erste Durchgang ging mit 20:25 in den Norden.

 

Nach zwei Sätzen stand es 1:1

Durchgang zwei startete zunächst im Gleichschritt. Beide Teams hatten Probleme, ihre Annahme zum Zuspieler zu bringen. Zur Satzmitte konnte sich Suhl dann allerdings mit zum 9:14 absetzen. Eine Aufschlagserie von Agnes Pallag zwang Schwerins Chefcoach Felix Koslowski nun seinerseits zur Auswechslung von Lina Alsmeier aus dem Annahmeriegel. Neu im Spiel brachte Anne Hölzig tatsächlich etwas erhoffte Ruhe in den Riegel. Jedoch hat Suhl nun das Momentum auf der eigenen Seite und baute die Führung auf 17:11 aus. Der Doppelwechsel sollte auf Seiten der Gäste nun für den wichtigen Impuls sorgen und den Lauf der Heimmannschaft unterbrechen. Doch Suhl hatte sich in einen regelrechten Rausch gespielt. Die Thüringerinnen dominiert die in blau spielenden Schwerinerinnen zum Satzende nach Belieben. Mit 25:15 können die Gastgeberinnen den Satz deutlich gewinnen und ausgleichen.

Beide Teams fighteten bis zum Schluss. | Foto: SSC Palmberg Schwerin

Die Luft wurde für den SSC dünner

Nun war klar, dass der SSC schnell umschalten müsse. Den zweiten Satz abhaken und wieder zu eigenen Stärken finden. Und das gelang auch. Zuerst durch ein Ass von Denise Imoudu, und dann durch gleich drei Angriffsfehler der Suhlerinnen. Suhls Coach Hollosy musste bereits beim Stand von 0:4 zur taktischen Auszeit greife. Mit Erfolg. Suhl konnte nun die Fehlerquote abstellen auf 6:8 verkürzen. Von nun an gab es erst einmal keine dominierende Mannschaft in diesem spannenden Satz, der mit  mit 18:18 in die Crunchtime ging. Doch genau in dieser wichtigen Phase des Satzes unterliefen dem SSC zu viele eigene Fehler im Angriff. Symone Speech kam nicht am Block vorbei und Suhl erspielt sich den ersten Satzball, den Lindsey Ruddins mit einem Pipe-Angriff noch abwehren konnte. Doch die 2m große Mittelblockerin Laura de Zwart macht beim zweiten Satzball keine Kompromisse und verwandelt zum 25:21. Suhl lag nun nach Sätzen 2:1 vorn. Die Luft für Schwerin wurde dünner.

 

Satz 4 geht knapp in den Norden

Dass der Hexenkessel der Suhler Wolfsgrube eine der schwersten Auswärtshürden der Liga darstellt, hatte Felix Koslowski vor Beginn der Partie mehrfach betont. Die Aufhebung der Maskenpflicht und Zugangsbeschränkungen hatten zudem eine wahrhaft imposante Kulisse zur Folge. Ausgeglichen ging es in diesem Hexenkessel nun in den vierten Durchgang, in dem sich der SSC erst durch eine Aufschlagserie von Frauke Neuhaus zur Satzmitte mit 10:14 etwas absetzen konnte. Eine erfolgreiche Challenge des SSC brachte den nächsten Punkt aufs Konto der Gäste. Doch Suhl wollte diesen Satz noch nicht verloren geben und kämpfte sich auf 19:21 heran. Wieder in der wichtigen Schlussphase unterliefen dem SSC nun erst ein Aufschlag- und dann ein Angriffsfehler. Unter standing ovations der Halle konnte Suhl nun zum 22:22 ausgleichen. Das Schweriner Trainerteam vollzog nach einem weiteren Punkt für Suhl den Doppelwechsel und Steph Samedy verwandelt ein Angriff zum 23:23. Spannung pur. Sieg für Suhl oder Tiebreak? Und nun zeigte Suhl Nerven. Ein Angriffsfehler und der SSC verwandelte durch einen guten Aufschlag von Denise Imoudu seinen ersten Satzball zum 23:25.

Am Ende hat Schwerin die Nase vorn. | Foto: SSC Palmberg Schwerin

Schwerin spielt im Halbfinale gegen Stuttgart

Also sollte sich auch dieses Rückspiel des Playoff-Viertelfinals zwischen Suhl und Schwerin im Tiebreak entscheiden. Die Suhler Wölfe starteten mit einem Block. Es folgen Aufschlagfehler auf beiden Seiten. Für Suhl ging es um die Chance auf ein drittes Entscheidungsspiel, der SSC wollte mit dieser Partie den Einzug ins Halbfinale klarmachen. Erst einmal sah es aber nach einem dritten Spiel aus. Denn Suhl konnte sich einen 3-Punkte Vorsprung erspielen. Seitenwechsel beim Stand von 8:5. Der SSC ab sich aber nicht auf und schloss durch einen starken Block gegen Danielle Harbin, beste Angreiferin des Abends, zum 9:8 auf. Kurz darauf dann sogar der Ausgleich durch Frauke Neuhaus. Was die Trainerteams auf beiden Seiten graue Haare kostet, freut Fans in der Halle und am Bildschirm von Sport1. In der Schlussphase punkteten nun vor allem die Mittelblockerinnen auf beiden Seiten. Den ersten Matchball erspielt sich der SSC beim Stand von 12:14. Suhl wehrt diesen ab, ein Timeout von Felix Koslowski bringt nochmal kurz Ruhe in die heiße Phase, bevor Lindsey Ruddins das erlösende 13:15 erzielt. Der zweite Krimi in folge war beendet Schwerin steht im Halbfinale.

 

Eine fast unlösbare Aufgabe?!

„Wir wussten, dass es hier heute schwer wird – die Halle stand von Beginn an hinter ihrer Mannschaft. Der Druck war permanent hoch und wir wussten, dass Suhl heute kämpfen würde. Wir mussten immer gegenhalten. Und ich bin froh, dass wir am Ende als Sieger vom Feld gehen,“ resümierte SSC Zuspielerin Denise Imoudu im Anschluss an die dramatische Partie. Nun heißt es Kraft tanken. Denn vor den Schwerinerinnen steht eine fast unlösbare Aufgabe. Denn Gegner im Halbfinale ist kein geringerer als Tabellenführer MTV Stuttgart. Dass das Team aus dem Norden kämpfen kann, hat es bewiesen. Das allein aber dürfte gegen die Stuttgarterinnen nicht ausreichen.

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