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Land prüft Sonderregelung:
Deutschlandticket bald auch im ICE zwischen Rostock und Hamburg?

Deutschlandticket im ICE? Auf der Strecke Rostock–Hamburg könnte das bald Realität werden. Das Land prüft eine Sonderregelung. Pendler hoffen auf schnelles Fahren zum Nahverkehrspreis.

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  • Veröffentlicht März 3, 2026
Das Land prüft, ob das Deutsch­landtick­et zwis­chen Ros­tock und Ham­burg auch in IC und ICE gel­ten kann.
Foto: KarinKarin auf Pix­abay

 

Die ICE-Frühverbindung von Ros­tock über Schw­erin nach Ham­burg ist langfristig gesichert. Die Eini­gung darüber wurde Ende Feb­ru­ar von der Lan­desregierung bekan­nt­gegeben. Für Pendler kön­nte die Strecke kün­ftig sog­ar gün­stiger wer­den, denn es wird geprüft, ob der ICE dort mit dem Deutsch­landtick­et nutzbar sein soll.


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Grund­sät­zlich müssen Inhab­er eines Deutsch­landtick­ets Fernzüge wie ICE und IC mei­den. Seit Jahres­be­ginn kostet das Tick­et 63 Euro im Monat (zuvor 58 Euro) und berechtigt zur bun­desweit­en Nutzung des Region­al- und Nahverkehrs – der Fer­n­verkehr ist nor­maler­weise aus­geschlossen.

Allerd­ings gibt es Aus­nah­men: Auf eini­gen Streck­en dür­fen Reisende mit dem Deutsch­landtick­et den­noch ICE- oder IC-Züge nutzen. Möglich wird das durch Vere­in­barun­gen zwis­chen der Deutsche Bahn und den jew­eili­gen Bun­deslän­dern beziehungsweise Verkehrsver­bün­den. Die Fernzüge gel­ten dort for­mal als Region­alverkehr. Im Gegen­zug beteili­gen sich die Län­der finanziell an den Verbindun­gen und sich­ern so deren Bestand.

Mecklenburg-Vorpommern prüft Finanzierung

Genau ein solch­es Mod­ell wird nun auch für die Strecke Rostock–Hamburg geprüft. Die Lan­desregierung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern bestätigte eine entsprechende Prü­fung gegenüber dem NDR. Eine Entschei­dung kön­nte noch im März fall­en.

Voraus­set­zung ist laut Bahn eine Aus­gle­ich­szahlung des Lan­des. Ohne finanzielle Beteili­gung sei die Anerken­nung des Deutsch­landtick­ets im ICE wirtschaftlich nicht tragfähig. Das Land hat dafür bere­its Mit­tel aus dem Haushalt in Aus­sicht gestellt.

Für viele Beruf­spendler im Nor­dosten wäre die Öff­nung der Frühverbindung ein spür­bar­er finanzieller Vorteil, ger­ade angesichts der gestiege­nen Tick­et­preise.

Von elf auf sechs Strecken reduziert

Dass solche Vere­in­barun­gen nicht selb­stver­ständlich sind, zeigt der Blick auf andere Regio­nen. Anfangs kon­nten Reisende auf elf Fer­n­verkehrsstreck­en bun­desweit ICE und IC mit dem Deutsch­landtick­et nutzen. Seit dem Fahrplan­wech­sel am 15. Dezem­ber 2025 sind es nur noch sechs Streck­en:

  • Ros­tock Hbf – Stral­sund Hbf

  • Stuttgart Hbf – Singen/Konstanz

  • Bre­men Hbf – Nord­de­ich Mole/Emden Außen­hafen

  • Erfurt – Gera

  • Dres­den Hbf – Chem­nitz Hbf

  • Dort­mund Hbf – Dil­len­burg

Starkes Signal an Pendler

In Bran­den­burg und Berlin wurde eine entsprechende Eini­gung hinge­gen been­det. Dort dür­fen seit dem 15. Dezem­ber 2025 drei frühere Fer­n­verkehrsstreck­en nicht mehr mit dem Deutsch­landtick­et genutzt wer­den. Hin­ter­grund waren stark gestiegene Fahrgastzahlen in den Fernzü­gen und Stre­it über die Kosten­beteili­gung. Die Bahn hat­te eine höhere finanzielle Unter­stützung gefordert. Eine Eini­gung kam nicht zus­tande.

Sollte Meck­len­burg-Vor­pom­mern die Finanzierung sich­ern, würde die ICE-Frühverbindung zwis­chen Ros­tock und Ham­burg in eine Rei­he mit den verbliebe­nen Son­der­streck­en treten. Für Pendler wäre das ein starkes Sig­nal: schneller Fer­n­verkehr zum Nahverkehrspreis. Ob es tat­säch­lich dazu kommt, bleibt nun abzuwarten.


Trans­paren­zhin­weis / Kor­rek­tur:

In ein­er früheren Ver­sion dieses Artikels wurde eine falsche Zahl für den Preise des Deutsch­landtick­ets genan­nt. Die Angabe wurde kor­rigiert. Wir bit­ten den Fehler zu entschuldigen.