Land prüft Sonderregelung:
Deutschlandticket bald auch im ICE zwischen Rostock und Hamburg?
Deutschlandticket im ICE? Auf der Strecke Rostock–Hamburg könnte das bald Realität werden. Das Land prüft eine Sonderregelung. Pendler hoffen auf schnelles Fahren zum Nahverkehrspreis.

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Die ICE-Frühverbindung von Rostock über Schwerin nach Hamburg ist langfristig gesichert. Die Einigung darüber wurde Ende Februar von der Landesregierung bekanntgegeben. Für Pendler könnte die Strecke künftig sogar günstiger werden, denn es wird geprüft, ob der ICE dort mit dem Deutschlandticket nutzbar sein soll.
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Grundsätzlich müssen Inhaber eines Deutschlandtickets Fernzüge wie ICE und IC meiden. Seit Jahresbeginn kostet das Ticket 63 Euro im Monat (zuvor 58 Euro) und berechtigt zur bundesweiten Nutzung des Regional- und Nahverkehrs – der Fernverkehr ist normalerweise ausgeschlossen.
Allerdings gibt es Ausnahmen: Auf einigen Strecken dürfen Reisende mit dem Deutschlandticket dennoch ICE- oder IC-Züge nutzen. Möglich wird das durch Vereinbarungen zwischen der Deutsche Bahn und den jeweiligen Bundesländern beziehungsweise Verkehrsverbünden. Die Fernzüge gelten dort formal als Regionalverkehr. Im Gegenzug beteiligen sich die Länder finanziell an den Verbindungen und sichern so deren Bestand.
Mecklenburg-Vorpommern prüft Finanzierung
Genau ein solches Modell wird nun auch für die Strecke Rostock–Hamburg geprüft. Die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern bestätigte eine entsprechende Prüfung gegenüber dem NDR. Eine Entscheidung könnte noch im März fallen.
Voraussetzung ist laut Bahn eine Ausgleichszahlung des Landes. Ohne finanzielle Beteiligung sei die Anerkennung des Deutschlandtickets im ICE wirtschaftlich nicht tragfähig. Das Land hat dafür bereits Mittel aus dem Haushalt in Aussicht gestellt.
Für viele Berufspendler im Nordosten wäre die Öffnung der Frühverbindung ein spürbarer finanzieller Vorteil, gerade angesichts der gestiegenen Ticketpreise.
Von elf auf sechs Strecken reduziert
Dass solche Vereinbarungen nicht selbstverständlich sind, zeigt der Blick auf andere Regionen. Anfangs konnten Reisende auf elf Fernverkehrsstrecken bundesweit ICE und IC mit dem Deutschlandticket nutzen. Seit dem Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2025 sind es nur noch sechs Strecken:
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Rostock Hbf – Stralsund Hbf
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Stuttgart Hbf – Singen/Konstanz
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Bremen Hbf – Norddeich Mole/Emden Außenhafen
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Erfurt – Gera
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Dresden Hbf – Chemnitz Hbf
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Dortmund Hbf – Dillenburg
Starkes Signal an Pendler
In Brandenburg und Berlin wurde eine entsprechende Einigung hingegen beendet. Dort dürfen seit dem 15. Dezember 2025 drei frühere Fernverkehrsstrecken nicht mehr mit dem Deutschlandticket genutzt werden. Hintergrund waren stark gestiegene Fahrgastzahlen in den Fernzügen und Streit über die Kostenbeteiligung. Die Bahn hatte eine höhere finanzielle Unterstützung gefordert. Eine Einigung kam nicht zustande.
Sollte Mecklenburg-Vorpommern die Finanzierung sichern, würde die ICE-Frühverbindung zwischen Rostock und Hamburg in eine Reihe mit den verbliebenen Sonderstrecken treten. Für Pendler wäre das ein starkes Signal: schneller Fernverkehr zum Nahverkehrspreis. Ob es tatsächlich dazu kommt, bleibt nun abzuwarten.
Transparenzhinweis / Korrektur:
In einer früheren Version dieses Artikels wurde eine falsche Zahl für den Preise des Deutschlandtickets genannt. Die Angabe wurde korrigiert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.



